Suche auf ITP
ITP Themen
ITP Spezial
Dipl.-Psych. M. Griesemer.
Sammlung aller Arbeiten
weiter
Hinweise zu ITP-arcados
Die Texte auf ITP-arcados stammen von verschiedenen Autoren mit teilweise sehr unterschiedlichen Sichtweisen zum Thema Pädophilie.
ITP-arcados verfolgt keine politischen Ziele. Vielmehr geht es darum mündigen Menschen neben den Mainstreammedien eine unabhängige und objektive Informationsquelle zur Verfügung zu stellen.
Das Copyright und die Verantwortlichkeit für jeden Text bleibt beim jeweiligen Autor.
Spenden
Mit Spenden an ITP-arcados helfen Sie mit die Beratungsstelle und diese Seiten zu finanzieren. Auch kleine Beiträge werden dankbar angenommen.
Private Beratungsstelle für Pädophilie (PBP), Schleitheim (SH), Schweiz
Mitglied der Gesellschaft für Sexualwissenschaft, Leipzig
Es gibt wohl kaum ein angebliches Tabuthema, über das soviel geredet wird wie über Pädophilie. Zu die-sem Thema kann sich jeder seine Meinung leisten, jeder weiß Bescheid über Kinderschänder und ihr weltweites verbrecherisches Netzwerk – und gewöhnlich hat man auch passende Lösungen parat, mit denen man überall auf Zustimmung stößt. Dass sich die Realität viel komplexer gestaltet, erfährt kaum jemand. Medien und Politiker sprechen fast immer von „Tätern“, „Täterstrategien“ und „sexueller Gewalt“; Statistiken werden unreflektiert oder bewusst als Belege für die angeblich sprunghaft ansteigende Aktivität sogenannter „Pädokrimineller“ verwendet. Interesse an der pädophilen Lebenswelt, an der sozialen sowie psychischen Situation straffälliger und nicht straffälliger Pädophiler gibt es fast nur mit dem Ziel, Krankheitsbilder zu beschreiben und den „Patienten“ zur Enthaltsamkeit anzuleiten. Dabei steht nicht eigentlich der Pädophile im Mittelpunkt, sondern der Schutz potentieller „Opfer“.
Wer also nicht zufällig einen Pädophilen im näheren Bekanntenkreis hat und sich mit ihm auseinandersetzt, bekommt nur schwer Einblick in tatsächliche pädophile Lebenswelten, welche in Wahrheit meist alles andere als kriminell sind.
In den Jahren meiner Tätigkeit – der Beratung und Begleitung Pädophiler – sind mir weit über tausend Männer jeden Alters begegnet, die sich in Jungen verlieben. Ihr Präferenzalter bewegt sich meist zwischen acht und vierzehn Jahren. Mädchenliebende kenne ich nur knapp zehn; möglich ist, dass diese entweder gesellschaftlich besser toleriert und integriert sind oder es schlicht weniger Pädophile mit der Fixierung auf Mädchen gibt.1 Daraus ergibt sich die Einschränkung meiner Ausführungen auf Jungenliebende, wenngleich die mir bekannten Mädchenliebenden meine Beobachtungen bestätigen.
Ebenfalls zu erwähnen ist die Tatsache, dass unter den von mir betreuten Pädophilen nach meinem Wissen keiner ist, der seine Bedürfnisse gegenüber einem Kind rücksichtslos durchsetzt; keiner, der ein Kind bewusst manipulieren und bedrängen würde, um seine Lust an ihm zu befriedigen. Natürlich existieren unter den Pädophilen auch solche, genauso wie es unter Hetero- und Homosexuellen Gewalt-täter gibt. Offenbar suchen diese Pädophilen aber meine Beratung nicht auf, weswegen ich mich nicht auf sie und ihre Situation beziehen kann. Ich habe jedoch keinen Grund zu der Annahme, dass der Anteil gewaltbereiter Pädophiler höher sein sollte als derjenige bei hetero- oder homosexuellen Menschen.
Pädophile Lebenswelten
konfrontiert, das ihnen ausschließlich in negativem und meist kriminellem Kontext begegnet. Besonders für junge Pädophile vor dem Coming-In(2) hat diese Stigmatisierung weitreichende Folgen: Der Kontrast zwischen ihrer Selbstwahrnehmung und dem extrem negativen Pädophilenbild der Öffentlichkeit kann zu psychischen Krisen, sozialer Abschottung bis hin zu Suizidwünschen und -versuchen führen. Drohende Sanktionen zwingen den Betroffenen seine Veranlagung vor Familie, Freunden und Bekannten zu verbergen und hindern ihn daran, sich nach seinem Coming-In Hilfe und Unterstützung zu suchen, da er sonst seine Identität preisgeben müsste.
Meine Beratungsstelle ermöglicht ihm deswegen anonyme, kostenlose Kontaktaufnahme per E-Mail, Telefon und Internet-Telefonie. Dadurch hat der Betroffene die Möglichkeit, allmählich Vertrauen aufzubauen, ohne mit den Folgen eines persönlichen Outings rechnen zu müssen. Dieses Vertrauen herzustellen ist ein erster wichtiger Schritt meiner Arbeit. Ich begleite die Betroffen auf ihrem Lebensweg, so lange sie selbst es wünschen - und das nicht nur, soweit es Sorgen und Probleme in Zusammenhang mit ihrer sexuellen Orientierung betrifft, sondern bezüglich allem, was sie in ihrem Leben beschäftigt. Ohnehin wäre die spezifisch sexuelle bzw. psychosexuelle Problematik nicht ohne Weiteres von anderen Facetten ihres Lebens zu trennen.
Viele der Betroffenen sind nicht zuletzt aufgrund der permanenten sozialen Ächtung und Ausgrenzung schwer depressiv und / oder soziophob(3). Diese versuche ich zusätzlich zu meiner Beratung von der Wichtigkeit einer psychiatrischen bzw. psychotherapeutischen Behandlung zu überzeugen. Gelingt dies, bleibt die Suche nach geeigneten Psychiatern bzw. Psychotherapeuten oft mühsam, denn in deren Ausbildung und Studium wird die Thematik der Pädophilie höchstens gestreift. Vielfach wird die Behandlung des Betroffenen abgelehnt, da der Therapeut sich diese Aufgabe nach eigenem Bekunden mangels Erfahrung und Wissen nicht zutraut.
Andere Psychiater und Psychotherapeuten sind in ihrem Wissen und ihrer Berufserfahrung auf Methoden und Ergebnisse der Forensik(4) angewiesen oder haben bisher ausschließlich bereits straffällig gewordene Pädophile behandelt. Nicht verwunderlich ist in solchem Kontext die verbreitete Auffassung, Pädophile seien generell potentielle gewalttätige Straftäter – eine Position, die ich aufgrund meiner Erfahrung nicht im Geringsten teilen kann, die aber leider immer wieder zu Problemen der von mir vermittelten Pädophilen mit ihren Psychiatern bzw. Psychotherapeuten führt.
Viele Pädophile haben nach ihrem Coming-In bestimmte Vorstellung von ihrem Umgang mit Kindern. Mancher hofft auf eine feste, paarähnliche Beziehung und erwartet von seinem jüngeren Gegenüber die Sozialkompetenz eines Erwachsenen. Anderen muss bewusst werden, dass spielerische Verführungsgesten eines Kindes nicht den Wunsch nach Sexualität mit Erwachsenen ausdrücken. Wieder andere besitzen die ausgeprägte Fähigkeit, sich vollkommen in die Lage eines Kindes zu versetzen, und müssen abschätzen lernen, wo sie Erziehungsaufgaben übernehmen können und wo nicht. Bei diesen Prozessen begleite ich die Betroffenen, gebe entsprechende Denkanstöße und diene auch bei Schwierigkeiten und Sorgen als Ansprechpartner. Dabei ist mir in den Jahren meiner Arbeit klar geworden, dass Pädophile durch soziale Kontakte zu Kindern ein Maß an Ausgeglichenheit erreichen können, das ihnen ohne diese Begegnungen verwehrt bleibt.
Ein breites Aufgabengebiet meiner Beratung ist die Begleitung nach dem Coming-In und die Begleitung von Eltern und Freunden nach dem Coming-Out ihrer Söhne bzw. Freunde. Diese Form der Beratung ist meines Wissens in Europa oder gar weltweit einmalig, was mir Klienten auch weit über Europa hinaus beschert.
Interessant für mich ist auch die Unterstützung wissenschaftlicher Arbeit. Leider beschäftigt man sich aktuell nur wenig mit dem Themenkomplex Pädophilie, und viele Studien sind interessengeleitet oder müssen zumindest in einem gewissen Spannungsverhältnis zu ihrem Sujet stehen, um nicht verrissen oder ignoriert zu werden. Insbesondere die kritische Frage nach der Schädlichkeit einvernehmlicher sexueller Kontakte zwischen Kindern bzw. Jugendlichen und Erwachsenen wird aus gesellschaftspolitischen Gründen geflissentlich gemieden.
Pädophilie und Medien
Für die Desinformation der Bevölkerung und das aufgheizte, hysterische Klima rund um den Themenkomplex Pädophilie kommt den Medien eine erhebliche Verantwortung zu. Recherchen müssen unter großem Zeitdruck durchgeführt werden, was eine intensive Auseinandersetzung mit dem Stoff von vornherein erschwert; enge Vorgaben bestehen hinsichtlich Thematik und Umsetzung des Beitrags; veröffentlicht wird schließlich, was die Bevölkerung mutmaßlich am meisten interessiert und fesselt – klar, dass Berichte über sexuelle Gewalttäter so mehr Aufmerksamkeit bekommen als Berichte von den Schwierigkeiten im Leben eines Pädophilen.
Andererseits hält sich freilich der Mythos, Kindesmissbrauch sei ein tabuisiertes Thema, das immer wieder ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt werden müsse, um nicht totgeschwiegen zu werden. Journalisten wollen kritisch sein, kritisch gegenüber allen angeblichen Versuchen, Kindesmissbrauch zu verharmlosen. Dadurch, dass Kindesmissbrauch nun mit Pädophilie gleichgesetzt wird, kann eine ergebnisoffene Diskussion über die Menschen- und Minderheitenrechte Pädophiler nicht einsetzen.
Schließlich greift natürlich für die meisten Journalisten der gleiche Mechanismus wie in der restlichen Bevölkerung: Über Kindesmissbrauch und Pädophilie glaubt jeder Bescheid zu wissen, jeder qualifiziert urteilen zu können. Mit Widerspruch ist kaum zu rechnen, die Verkaufszahlen stimmen – offenbar stimmt also alles.
In einem derartigen diskursiven Klima ist es verständlich, dass Fachleute nicht mehr bereit sind, sich fundiert und offen zum Komplex Pädophilie zu äußern. Denn jemand, dessen fachliche Meinung von der allgemein gültigen moralischen Norm abweicht (was nicht selten der Fall ist), wird sofort angegriffen, mitunter mundtot gemacht.
Ich selbst habe im Laufe der Jahre lernen müssen, dass das Halbwissen selbsternannter Experten zum Thema meist mehr Gewicht hat als meine Erfahrungen und mein Wissen aus langjähriger Tätigkeit. Zitate werden bewusst in einen sinnentstellenden Zusammenhang gerückt; und obwohl ein Journalist den Unterschied zwischen pädophiler Veranlagung und gewalttätigem Missbrauch genau verstanden hat, wird am Ende doch wieder pauschal von „Pädophilen“ gesprochen, wenn eigentlich gewalttätige Sexualstraftäter mit unterschiedlichen Präferenzen gemeint sind. Konsequenz für mich ist bereits seit Jahren, die Zusammenarbeit mit Journalisten zu verweigern – eine Entscheidung, die auf wiederholt schlechte Erfahrungen zurückgeht.
Welche Folgen die Vermischung von Realität und Fiktion, die Konstruktion kriminalistisch anmutender Stories für die betroffenen Pädophilen haben können, liegt auf der Hand: Um der Einschaltquoten Willen wird in investigativen Reportagen auf Details verzichtet, Annahmen werden als wahr verkauft. Plötzlich finden sich Nachbarn vor der Wohnung des angeblichen Täters ein, und es kommt zu gewalttätigen Übergriffen auf ihn. Später stellt sich nach Anzeige und Hausdurchsuchung beim Betroffenen die Haltlosigkeit der Vorwürfe heraus, aber dieser ist in seinem Umkreis derart stigmatisiert, dass er sich andernorts eine neue Existenz aufbauen muss.
Dieser Fall ist nicht konstruiert, sondern mir aus eigener Erfahrung bekannt – und könnte im Übrigen Pädophile und Homo- bzw. Heterosexuelle gleichermaßen betreffen.
Die Medien – private oder öffentlich-rechtliche, Presse oder Fernsehen – sind nach meinem Dafürhalten hauptverantwortlich für die heutige Hysterie, die jeder Vernunft entbehrt und dabei das Leben von vielen tausend Menschen zum psychischen Spießrutenlauf werden lässt.
Pädophilie und Gesellschaft
Wie aber könnte das Leben eines Pädophilen in der Gesellschaft aussehen? - Das verzerrte Pädophilenbild der Öffentlichkeit lässt diese Frage ketzerisch erscheinen. Denn das öffentlich gültige Pädophilenbild ist das eines forensische Falls, eines potentiellen oder tatsächlichen Sexualstraftäters, der zu Recht außerhalb der Gesellschaft steht, wo sein Trieb keinen Schaden anrichten kann.
So oder so ähnlich traut man sich vielerorts, vor dem Hintergrund psychologischen und soziologischen Halbwissens in den Pädophilie-Diskurs einzutreten. So oder so ähnlich ist die Pädophilie ein profitables Sujet, durch die man zu Ansehen und Geld kommen kann, wenn man sich richtig zu vermarkten weiß. Oder man kann sich durch ein entsprechendes Statement im Freundeskreis profilieren, bei den Arbeitskollegen, während des Abendessens in der Familie...
Ausgespart bleibt bei alldem jedoch die Tatsache, dass Pädophilie wie alle Sexualpräferenzen nicht nur eine sexuelle, sondern auch (und natürlich in ständigem Wechselspiel miteinander) eine psychosexuelle Komponente hat. Pädophile verlieben sich genauso in Kinder wie homosexuelle Männer in andere Männer und heterosexuelle Männer in Frauen. Diese Fähigkeit zu lieben, für den Geliebten zu schwärmen, wegen ihm zu leiden und ihm alles erdenklich Gute tun zu wollen, wird Pädophilen immer wieder schlicht abgesprochen, oder sie wird ignoriert. Ebenfalls außer Acht gelassen wird die Tatsache, dass viele Pädophile sich besonders gut in Kinder hineinversetzen können, dass es ihnen leichter fällt kindliches Vertrauen zu erwerben – und zwar nicht mit irgendwelchen Hintergedanken, sondern aufgrund ihrer Empathiefähigkeit für Kinder.
Wer will schon wissen, dass es ohne Pädophile viel weniger Jugendarbeit gäbe? Dass vielen Kindern eine wichtige erwachsene Bezugsperson fehlen würde, die an ihrer ganzen Persönlichkeit mit allen Stärken und Schwächen interessiert ist? Je mehr Pädophile sich zurück ziehen, umso mehr vernachlässigte Kinder und Jugendliche wird es geben, die von niemandem mehr aufgefangen werden.
Pädophile müssen ihren Platz in der Gesellschaft nicht finden, im Grunde haben sie ihn seit jeher. Allerdings wird er ihnen seit einigen Jahrzehnten Stück für Stück genommen.
Auch Pädophile verlieben sich also, wie alle Menschen – jedoch ausschliesslich oder vorwiegend in Kinder. Sie dürfen jedoch keine Erfahrungen in dieser Hinsicht sammeln wie andere junge Männer. Aus eigenen Fehlern zu lernen bleibt ihnen verwehrt. Noch schlimmer: Jeder Fehler wird mit aller Härte und (bei sexuellen Erfahrungen) oft auch mit Ermittlungsverfahren, Hausdurchsuchungen und Gefängnis bestraft. Eine solche Perspektive macht ihnen verständlicher- und beabsichtigterweise Angst.
Um diesem Risiko entfliehen zu können ziehen sich viele in die Isolation zurück. Das trägt dazu bei, dass Scheinwelten aufgebaut werden, welche dazu führen können, dass die Pädophilen die Realität an ihren für sich konstruierten Maßstäben messen, was mittelfristig irrationale Handlungen in der Realität als Folge haben kann.
Eine andere, ebenso verhängnisvolle Möglichkeit, um diesem System zu entgehen, sind Suizidversuche, die (weil aus Verzweiflung ausgeführt) oftmals scheitern – bisweilen jedoch auch gelingen.
Und was ist mit Sex?
In unserer Kultur und aufgrund der verbreiteten Einstellung zu Sexualität ist das Ausleben pädophiler Sexualität auch in Einvernehmlichkeit mit einem körperlich und geistig reifen Jungen verpönt. Diese Tatsache spiegelt sich in der Gesetzgebung wieder, die in den deutschsprachigen Ländern das Schutzalter zwischen 14 und 16 ansetzt. Eine Anhebung auf 18 im Zuge der Umdefinition des Kindheitsalters in den Ländern der EU ist bereits ratifiziert und wird in Kürze umgesetzt.
Bezüglich einer etwaigen Schädigung des jüngeren Partners muss stets zwischen Primär- und Sekundärschäden differenziert werden. Über eine Primärschädigung lässt sich wie oben erwähnt keine definitive Aussage treffen, da dieses Gebiet nicht erforscht ist und momentan auch keine Anstrengungen in dieser Richtung unternommen werden. Sekundärschädigungen werden durch die Stigmatisierung der Pädophilie gleichwohl wahrscheinlich: Auch wenn es kaum je zu Geschlechtsverkehr im eigentlichen Sinn kommt, reicht bereits genitale Zärtlichkeit aus, um in einem Kind unter Umständen Schamgefühle, Unsicherheiten bezüglich der Geschlechtsidentität oder Sorgen wegen etwaiger juristischer Folgen zu wecken. Verständlich – was überall stigmatisiert wird, geheim gehalten werden muss und ohnehin völlig neu für das Kind ist, kann kaum als natürlich oder uneingeschränkt angenehm erlebt werden; genauso wenig wie auf Seiten des Pädophilen. Unnatürlich wird eine solche Beziehung auch im Fall von Streit, einer Krise: Keiner der Beteiligten, besonders aber nicht der Junge, kann sich ohne Weiteres einem Dritten anvertrauen ohne das Risiko vor Entdeckung.
Hinzu kommt die Angst, der große Freund könne bestraft werden – ganz abgesehen von den Folgen, die eintreten, wenn beide tatsächlich entdeckt werden: Trennung, Verhöre, weitere Stigmatisierung auch nachträglich, Therapie... „Man muss den Kindern erst klar machen, dass sie Opfer sind“(5), äußerte sinngemäß Jürgen Lemke von der Berliner Missbrauchsberatungsstelle „Kind im Zentrum“; möglicherweise ohne sich der Tragweite dieser Aussage völlig im Klaren zu sein.
Es ist außerordentlich schwer für einen jungen Mann, sich zu entscheiden, das ganze Leben auf das Grundbedürfnis der gelebten partnerschaftlichen Sexualität zu verzichten. Diese Entscheidung ist schmerzlich, und die Umsetzung wird schwierige Zeiten und Depressionen mit sich bringen. Dennoch halte ich sie für wichtig und notwendig: Denn diese Entscheidung vermag oben geschilderte Katastrophen im Leben des Pädophilen und seines jüngeren Freundes zu verhindern.
© Sylvia Tanner, Mai 2005
Anmerkungen:
Weiterführende Links:
Aktuell auf ITP
- 24.04.2008
Neue Beratungsstelle für Pädophile in der französischen Schweiz
- 27.01.2008
Zwangsgedanken, pädophil zu sein.
- 08.11.2007
Falschmeldungen in den Schweizer Medien.
- 17.10.2007
Neuste Beiträge auf ITP