Suche auf ITP

Google Custom Search

ITP Themen

Start Start

Einstieg Einstieg / Sitemap

Beratung Beratungsangebot

Aktuelle Beiträge Definitionen

Aktuelle Beiträge Aktuelle Beiträge

Archiv Archiv

Interviews Interviews

Wissenschaft Wissenschaft

Justiz Justiz

Literatur Literatur und Filme

Wortmeldungen Wortmeldungen

France Articles en français

English Article in English

ITP Intern

Impressum Impressum

Kontakt Kontakt

Meinung Ihre Meinung

Mitarbeit Mitarbeit bei ITP

Unterstützung ITP unterstützen

Benachrichtigungs-Mail ITP Newsletter

ITP Spezial

Dipl.-Psych. M. Griesemer.
Sammlung aller Arbeiten
weiter

ITP Empfehlung

Kinderpornographie und Internet

Korinna Kuhnen

Kinder-pornographie und Internet

Beschreibung

ITP Verweise

DGFS

WHK / Gigi

DGSS

MAHMic

GSW

 

Hinweise zu ITP-arcados

Die Texte auf ITP-arcados stammen von verschiedenen Autoren mit teilweise sehr unterschiedlichen Sichtweisen zum Thema Pädophilie.

ITP-arcados verfolgt keine politischen Ziele. Vielmehr geht es darum mündigen Menschen neben den Mainstreammedien eine unabhängige und objektive Informationsquelle zur Verfügung zu stellen.

Das Copyright und die Verantwortlichkeit für jeden Text bleibt beim jeweiligen Autor.

Spenden

Mit Spenden an ITP-arcados helfen Sie mit die Beratungsstelle und diese Seiten zu finanzieren. Auch kleine Beiträge werden dankbar angenommen.

Grafikcounter kostenlose counter

Beratungsangebot / Projekt «Kein Täter werden»

Vortrag von Dr. Göcker zum Projekt «Kein Täter werden»

Dr. Göcker ist Mediziner an der Charité Berlin und Mitarbeiter beim Projekt: «Kein Täter werden». Der Vortrag fand am 21. Juni 2006 an der Universität Tübingen statt.

Vorbemerkungen des Autors:

Am Mittwoch den 21. Juni 2006 fand in der Bibliothek der Psychiatrie der Universität Tübingen ein Vortrag von Dr. Goecker aus der Charité in Berlin mit dem Titel «Diagnose, Ursachen und Behandlung. der Pädophilie» statt. Im Folgenden möchte ich meine persönlichen Eindrücke und Gedanken zu diesem Vortrag schildern, um dem interessierten Leser die Möglichkeit zu geben, sie mit den eigenen Gedanken, Kritikpunkten und Überlegungen abzugleichen. Diese Zusammenfassung ist explizit nicht vollständig und inhaltlich nicht vom Charité-Team oder irgendeiner anderen Person autorisiert oder überarbeitet. Sie stellt ausschließlich die Gedanken des Autors dar. Sie entstand 2 Monate nach dem Vortrag auf Grundlage der selbst gemachten Notizen und Erinnerung und wurde nur auf formale Aspekte hin von zweiter Seite überprüft. Der Vortrag fand im Rahmen des Mittwochkolloquiums der Psychiatrie der Universität Tübingen in der Bibliothek des Institutes statt. Anwesend waren etwa 25 Personen, davon ca. 10 Studenten (nur 2 Studenten, die anderen Studentinnen) die sich nach meiner Interpretation einen Hörerschein «verdienten» und der Rest Fachpublikum oder Betroffene (Ich weiß von der Anwesenheit eines weiteren mir nicht bekannten Betroffenen).

Der Vortrag:

Nach kurzer Begrüßung des Referenten begann dieser seine Präsentation folgendermaßen: Während ein Bild aus einem Warenhauskatalog an die Leinwand projiziert wurde, welches zwei Männer in Badeshorts zeigte, begann der Referent [im Folgenden «er»] sinngemäß seinen Vortrag mit: «Es ist davon auszugehen, dass die meisten Zuhörerinnen und vielleicht einige Zuhörer im Saal diese Menschen hier attraktiv finden». Während nun das zweite Bild aus dem Katalog welches zwei Frauen in knappen Bikini zeigte an die Wand geworfen wurde, wiederholte er (wieder sinngemäßes Zitat) analog dazu: «Es ist weiterhin davon auszugehen, dass die meisten Zuhörer und evt. einige Zuhörerinnen diese Menschen hier attraktiv finden». Und er führte fort: «Nun gibt es aber auch Menschen, die diese Menschen hier (auf der Leinwand erscheint ein Katalogbild welches einen ca. 9 jährigen Jungen und ein ca. gleich altes Mädchen in Badehose/anzug zeigen) attraktiv finden».

Nach dieser Einleitung begann er ausführlich auf die wissenschaftliche Definition von Pädophilie einzugehen und stellte sehr deutlich fest, dass genau diese Definition in Fachkreisen nicht unumstritten sei. Der Grund dafür sei im Wesentlichen das auch heute noch einige Fachleute Pädophilie als Handlungsbeschreibung und andere als Eigenschaft definieren. Des Weiteren sei der Zeitraum in dem entsprechende Fantasien vorhanden sein müssten um von Pädophilie zu sprechen sehr unpräzise festgelegt und auch schwer festzulegen. Natürlich kommen die offiziellen Definitionen des DSM und des ICD Schemas zur Sprache, welche er nicht unkritisch sieht.

Klar erarbeitet er die Unterschiede zwischen der Eigenschaft Pädophilie und der Handlungsebene auf der sexuelle Handlungen einzuordnen sind. Er kam auf die unterschiedlichen Vorgänge in denen Kinder Adressaten sexuell motivierter Handlungen sind zu sprechen und erklärt die unterschiedlichen Motive der handelnden Erwachsenen (Stichworte: Primärpädophil, Sekundärpädophil, ein Erwachsener der aus bisheriger sexueller Frustration auf Kinder zurückgreift etc.)
Während er anschaulich beschrieb welche körperlichen Reize der Kinder bzw. Jugendlichen einen Pädophilen und welche einen Ephebophilen attrahieren, verliess nach und nach ein wesentlicher Teil der Studentinnenschaft den Vortrag.

Im Folgenden kristallisierte sich für mich heraus dass der Referent der Auffassung ist, und ich denke dies darf an dieser Stelle auf das gesamte Team übertragen werden, dass das Vorhandensein von entsprechenden Fantasien über einen Zeitraum von mehreren Monaten ausschlaggebend für die Einordnung als Mensch mit der Eigenschaft Pädophilie/Ephebophilie ist.
Seine Bemerkung, dass seiner Einschätzung und Erfahrung nach ca. 1% der allgemeinen männlichen Bevölkerung pädophil veranlagt seien, sorgte für reichlich Raunen und Unruhe im übersichtlichen Auditorium.

Die Studie der Charité:

Ziel der Studie der Charité sind die Begleitung und Betreuung pädophiler Männer, damit sie langfristig keine sexuell motivierten Übergriffe begehen (dies solle z.B. durch Erhöhung der Handlungssteuerungs-fähigkeit und ggf. psychologische Stabilisierung geschehen) sowie die umfassende Erhebung wissenschaftlicher Daten zu diesem Personenkreis. Als weiteres wesentliches Ziel für das Charité-Team gab der Referent aber auch die Kommunikation mit Fachleuten in den entsprechenden Institutionen an. An dieser Stelle bemerkte er, dass die große Mehrheit seiner Kollegen aufgrund des Mangels von entsprechender Ausbildung im Bereich der nicht zum sogenannten Hellfeld (Pädophile die der Justiz bekannt sind) gehörenden Pädophilen zum großen Teil auf Basis persönlicher moralischer Vorstellungen und Meinungen mit diesem Klientel arbeiten müssten und es so gut wie keine fundierte wissenschaftliche Studie in diesem Bereich gäbe.

Die Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie fasse ich wie folgt zusammen, möchte aber noch einmal darauf hinweisen das diese Zusammenfassung auf Basis meiner Notizen und Erinnerung entstand, also keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Bei Fragen möchte ich den Leser bitten, sich direkt mit dem Projekt der Charité in Verbindung zu setzen.

Formelle Voraussetzung:

  1. potentielle Teilnehmer dürfen noch nicht aufgrund ihrer Pädophilie mit dem Gesetz in Konflikt geraten sein, also strafrechtlich belangt worden sein bzw. sich in einem noch nicht entschiedenen gerichtlichen Prozess befinden.
  2. potentielle Teilnehmer dürfen nicht aktuell in therapeutischer Behandlung bezüglich ihrer Pädophilie sein.

«Innere Voraussetzung»:

  1. potentielle Teilnehmer müssen ein Bewusstsein dafür haben, dass sie pädophil sind.
  2. potentielle Teilnehmer haben entsprechende Fantasien mit/von Kindern/Jugendlichen
  3. Die Fantasien der potentiellen Teilnehmer haben einen massiven negativen Einfluss auf ihre Lebensführung und ihre Lebensqualität.
  4. potentielle Teilnehmer sehen selbst die Möglichkeit bzw. haben Angst vor einem Kontrollverlust in entsprechenden Situationen.

Zum Ablauf der Studie möchte ich den Leser auf die Informationsseite der Charité zu diesem Projekt verweisen und nur noch folgende Informationen, die ich aus dem Vortrag mitnahm, weitergeben:

Die Teilnehmer der Studie nehmen mehrmals monatlich, je nach zufälliger Zuordnung, an Gruppen- oder Einzelsitzungen teil, mit dem Ziel einen Umgang mit ihrer Pädophilie im Sinne der oben erwähnten Prämissen zu erlernen bzw. zu festigen. Auf Wunsch werden die Teilnehmer auch medikamentös dabei unterstützt. Von den 36 teilnehmenden Pädophilen wurden nach Wissen des Referenten zum Zeitpunkt des Vortrages fünf Teilnehmer medikamentös unterstützt. Auf Anfrage gab der Referent an, dass nach seinem Kenntnisstand von diesen fünf Personen vier Antidepressiva und einer ein Hormonpräparat zur Unterdrückung des Sexualtriebes in Anspruch nehmen würden.

Teilnehmer an der Studie

(im Vortrag vom 21. Juni 2006):

Zusammenfassende Bemerkungen des Autors:

Während des gesamten Vortrages machte Herr Dr. Goecker einen gut sortierten und überlegten Eindruck. Er besaß nicht die Spontaneität und Schlagkräftigkeit eines mediengewandten Menschen, aber gerade die Natürlichkeit mit der er für ihn selbstverständliche Positionen vorbrachte beeindruckte und überrumpelte den einen oder anderen Fachkollegen, der offensichtlich seine Ansichten auf teilweise sehr andersartige Informationen stützte. Bsp.: Ein Kollege aus dem Publikum erfragte in der anschließenden Diskussion, ob der Referent in seiner Einschätzung zu folgendem Fall mit ihm übereinstimme. Er (der Psychologe) war vor einiger Zeit von einem Gericht beauftragt worden ein Gutachten über evt. vorliegende Pädophilie zu erstellen. Im gegebenen Fall hatte eine Frau einen Säugling mechanisch dazu gebraucht sich sexuell zu stimulieren, indem sie ihn auf ihrem Unterleib rieb. Sie gab an während dieser Prozedur fortwährend Fantasien über erwachsene Männer gehabt zu haben und auch sonst nur an erwachsene Männer zu denken sowie sich zu Kindern und Kleinkindern in keiner Weise sexuell hingezogen zu fühlen. Nach Auffassung des fragenden Psychologen sei durch die sexuelle Handlung mit dem Kind die Vorraussetzung für die Einordnung als pädophile Person gegeben. Dieser Einschätzung widersprach der Referent in ruhiger Weise, jedoch inhaltlich vehement, und wiederholte seine Differenzierung von Pädophilie als Eigenschaft und als Handlungsebene auf der Handlungen zu bewerten seien.

Wie in diesem Fall so auch in anderen Punkten der Diskussion entstand bei mir der Eindruck eines unaufgeregten Wissenschaftlers, der ohne Profilierungsgehabe klar und deutlich eine umstrittene Position vertritt.

Abschließende Worte:

In einigen Diskussionen mit anderen Pädophilen wurden viele Argumente an mich herangetragen warum man sich vor Projekten wie dem der Charité in Acht nehmen sollte und auch warum man sich gerade vor genau diesem Projekt in Acht nehmen sollte. Die inhaltliche Positionierung und Struktur des Projektes in Anbetracht der allgemeinen öffentlichen Wahrnehmung und Aufmerksamkeit halte ich aber auch und gerade nach diesem Vortrag für absolut unterstützenswert. Allgemein bin ich der Auffassung, das wissenschaftliche Ambitionen, sofern sie weder den beteiligten Pädophilen noch anderen Menschen Schaden zufügen, unterstützenswert sind.

Dennoch möchte ich mit warnenden Worten an die Leser schließen, die mit dem Gedanken spielen sich diesem oder anderen wissenschaftlichen Projekten anzuvertrauen. Wie die Charité auch selbst angibt, richtet sich dieses Projekt an Menschen die aufgrund ihrer Pädophilie massiv leiden und Angst vor sich selbst bzw. dem eigenen Handeln haben. Jeder der sich nicht in dieser Gruppe sieht oder bei dem andere Ausschlusskriterien greifen, sollte sich nicht unnötig Risiken aussetzen, seien diese auch noch so klein und scheinbar kalkulierbar.

© ITP-de/pe 2006

Aktuell auf ITP

- 24.08.2008

Mehr Zeit für Anzeige gegen Pädophile

- 24.08.2008

Südafrika - Küssen für unter 16-Jährige verboten

- 24.08.2008

Bundesgericht bestätigt Freispruch für Pädophilen

- 30.05.2008

Durch Computerprogramm Hafturlaub gestrichen - Bundesgericht heisst Beschwerde gut

Neuste Beiträge auf ITP

Pädagogin berichtet über kindliche Sexualität und rät Kinder bei Entdeckungen nicht zu behindern. Rechtspopulisten sind zutiefst geschockt.
weiter
Ergänzungen und Hinweise zu einem Bericht im Magazin «DATUM». Dem neuen Magazin für den "anspruchsvollen Leser".
weiter
In der neuen Rubrik Definitionen versuchen wir die verschiedenen Begriffe zum Thema Pädophilie klarer zu bestimmen und voneinender abzugrenzen.
weiter
Endlich erkennt man auch in der Schweiz, dass aktive Prävention im Vergleich zur juristischen Aufarbeitung die effektivere Bekämpfung von sexuellem Kindesmissbrauch ist.
[Achtung: Fehlinformation durch diverse Schweizer Medien.]
weiter
Das mysteriöse Verschwinden eines drei Jahre alten Mädchens. Die Eltern setzen voll auf die Medien. Bei allem Mitgefühl und Verständnis eine äusserst gefährliche Strategie.
weiter
Chronik der Schlagzeilen
Kindergärterinnen entführen Kinder, damit diese von Männern in Teufelkostümen vergewaltigt werden können. Gefilmt wurde dann auch noch. Die Filme wurden anschliessend im Internet verkauft. Oder war alles gar nicht so?
weiter
Ein Missbrauchsprozess in Österreich gibt zu denken. Eine 42-jährige Frau wird wegen schwerem sexuellen Missbrauch verurteilt. Statt die offensive Annährungsversuche eines 12-jährigen Knaben mit physischer Gewalt Einhalt zu gebieten, hatte sie Sex mit ihm.
weiter
Eine Exklusiv-Story bei der BILD-Zeitung und die wahre Geschichte dahinter. Eine Dokumentation wie gerade in Boulevardmedien mit dem Thema "Kindesmissbrauch" wissentlich und mit Kalkül ein Klima von Angst und Wut erzeugt wird.
weiter