Bei der Beantwortung dieser Frage gilt es verschiedene Gesichtspunkte zu berücksichtigen.
Lesen Sie beispielweise folgende Artikel: Was ist Pädophilie und Definition Pädophilie. Bei Fragen können Sie sich an die Beratungsstelle wenden. Möglicherweise ist auch folgender Artikel für Sie von Interesse: Zwangsgedanken ("Angst"), pädophil zu sein (PDF).
Rüdiger Lautmann beschreibt in seinem Buch "Die Lust am Kind" das Wesen der Pädophilie unter Anderem so: "Sie lieben die Jungen wirklich, lesen ihnen jeden Wunsch von den Augen, organisieren Ausflüge, kaufen Spielzeug und fühlen sich nur unter Kindern wohl (...) die Erwachsenen-Kind-Kontakte finden nicht innerhalb der Familie statt, und sie tragen keinen ausbeutenden oder gar aggressiv-sadistischen Charakter."
Coming-Out für Pädophile: Von der ersten Ahnung bis zu einem Sich-Annehmen verläuft das Coming-Out eines Pädo bei jeder Lebensgeschichte anders. Man sucht Antworten auf Fragen, wie:
- Bin ich wirklich pädosexuell oder ist mir das Kind ein "Ersatzobjekt" (Pseudo-Pädosexualität)?
- Was ist die Ursache meiner Pädosexualität?
- Kann und soll ich etwas daran ändern?
- Wie kann ich besser mit dieser Veranlagung umgehen?
- Kann ich meine Sexualität zulassen, ohne dem Kind zu schaden?
- Auf welche Art erleben die Kinder Sexualität?
- Wie kann ich partnerschaftlich mit ihnen umgehen?
- Wie gehen andere Pädos mit Kindern um und wie kommen sie mit ihren eigenen Bedürfnissen zurecht?
- Welche (Über-) Lebensstrategien gibt es für einen Pädo?
- Ist eine davon für mich angemessen?
Jeder Pädo muß unter den heutigen, ihn bedrohenden gesellschaftlichen und juristischen Bedingungen seinen eigenen Weg finden. Das gelingt dem einzelnen mehr oder weniger gut. Manche werden durch den Leidensdruck aggressiv und zynisch, einige führt ihr Weg in die Selbstisolation und Depression, zu Alkohol und Destruktivität. Nicht jeder findet allein zu einem ausgeglichenen Leben.
Grundsätzlich denkbar sind viele Verhaltensweisen, die aber nicht für jeden durchführbar und akzeptabel sind:
- Verleugnen und Verdrängen der pädosexuellen Empfindungen.
- Abwehr des Sexualwunsches durch schwärmerische Überhöhung.
- Vermeidung, indem man sich jeder Begegnung mit Kindern entzieht.
- Beschränkung auf Selbstbefriedigung und den Konsum von Pornoware.
- Notgedrungenes Ausweichen auf den Sextourismus oder auf gesellschaftlich akzeptierte Formen der Sexualität.
- Kompensation durch Ablenkung auf anderen Gebieten.
- Verzicht aus juristischen Bedenken oder zölibatäre Abstinenz.
- Ausrichten des Lebens auf einen häufigen rein sozialen Umgang mit Kindern.
- Innere Aussöhnung mit der als konflikthaft erlebten Identität.
- Emanzipiertes Eintreten für seine Sexualität im eigenen Umfeld.
- Öffentlichkeitsarbeit und politisches Engagement für die Verbesserung der Rechtslage.
- Bemühen um beidseitige einvernehmliche Beziehungen zu Kindern, und zwar im Bewußtsein, daß auch solche Beziehungen noch die reale Gefahr von Diskriminierung und Strafverfolgung bergen. Quelle: eine Selbsthilfegruppe
Weitere Informationen
" In seinen Erzählungen, wie in diesem Interview, verwendet Knoppka den Begriff Pädo, als wäre es ein Wort, das nicht mit negativen Werten besetzt ist. 'Das stimmt: es ist für mich genau so normal, wie wenn einer den Begriff Hetero oder Homo verwendet - was soll die ganze Klassifizierung! Bin ich Pädo? Das ist eine Frage der Definition. Ich will mich nicht nur als Pädo sehen, sondern auch als Päderast.'" Reinhard Knoppka
"Interessanterweise können einige Männer, die sexuelle von Jungs angezogen werden, leichter erotisches Interesse an einer Frau als an einem Mann entwickeln. Viele, wenn nicht die meisten homosexuellen Pädophilen, fühlen sich in keiner Weise von Männern angezogen. Für sie ist Pornographie nicht das Faltblatt in Playboy, sondern ein Junge in Unterwäsche im Versandhauskatalog." Aus: Ich weiss nur meine Name ist Steven
"Pädophilie ist mehr als nur Sex. Es geht notfalls auch ohne. Die Nähe zwischen Jan und mir macht es wieder wett. Es gab vor vielen Jahren unter der Senatorin Reichelt in Berlin ein Projekt, in dem sogenannte Trebegänger bei Pädos untergebracht wurden. Die Anfänge waren recht vielversprechend, aber den Verantwortlichen wurde die Sache schliesslich zu heiss.. Die Jugendlichen wurden natürlich nicht gefragt. Man musste sie schliesslich auch gegen ihren Willen schützen... Dass sie auf den Strich gingen, auf Parkbänken oder in Hauseingängen schliefen und schliesslich ins kriminelle Milieu abrutschten, schien sich mit der öffentlichen Moral wohl besser zu vertragen (...) In diesem Land dürfen Kinder von ihren eigenen Eltern krankenhausreif geschlagen werden – die Entrüstung hält sich in Grenzen. Tausende kommen Jahr für Jahr im Strassenverkehr ums Leben. Der Aufschrei unterbleibt... Aber wenn sich ein Pädophiler erdreistet, ...". Aus: "Netzwerk", Nils Engelmann.
"Die beste Prävention ist Information"
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