Unter dem Begriff Kinderpornografie werden in Deutschland Bilder, Filme, Texte und andere Medien zusammengefasst, die sexuelle Handlungen von, an oder vor Kindern zum Inhalt haben und pornographisch sind. Kinderpornografie ist gesellschaftlich abgelehnt und inkriminiert.
Von der Kinderpornografie (abgekürzt "Kinderporno" oder "Kipo") abzugrenzen ist Jugendpornografie (mit Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren) sowie Erwachsenenpornografie. Sowohl international als auch in der geschichtlichen Entwicklung wird der Begriff "Kinderpornografie" jedoch juristisch und gesellschaftlich unterschiedlich definiert, so dass beispielsweise zum Teil auch entsprechendes Material mit Jugendlichen unter den Begriff gefasst wird.
Anders als im Strafrecht wird in Medien und Gesellschaft bereits als Kinderpornografie die bloße Darstellung leicht bekleideter oder nackter Kinder bezeichnet, sofern diese in einem "pädophilen" bzw. "pädokriminellen" Kontext stattfindet. Dazu zählen FKK-Aufnahmen ebenso wie Bilder aus Katalogen. Tatsächlich sind juristisch auch sogenannte Posing-Aufnahmen strafbar. Bloße Nacktheit reicht dazu jedoch nicht aus, FKK-Bilder fallen also im allgemeinen nicht darunter. Quelle: de.boywiki.org
Weitere Gedanken zum Thema Kinderpornographie
"Ist die Tulpe pornographisch? Anmerkungen zum Thema 'Aktfotografie'. Die amerikanische Essayistin Susan Sontag stellt die Fotolust am radikalsten in Frage: 'Menschen zu fotografieren, bedeutet, ihnen Gewalt zuzufügen; indem man sie sieht, wie sie sich nie gesehen haben, indem man ein Wissen über sie erhält, das sie selbst nie haben können, verwandelt man sie in Objekte, die man symbolisch besitzen kann." (Susan Sontag, Über Fotografie, Hanser Verlag München 1978, S.20) Aufreizend stellt die Tulpe ihre Blütenstengel dem Betrachter entgegen. Ist die Tulpe pornopraphisch? Der nackte Körper gilt als 'unnatürlich'. Um den Widersinn dieser Meinung zu begreifen, stelle man sich vor, man würde eine Rosenblüte verhüllen, bevor man sie fotografiert, und einem Rehkitz im Streichelzoo einen Mantel umhängen." ff
Warum wird en detail und ultrapräzise der Tod, das Leiden, die Qual gezeigt, aber wenn es um die Liebe geht, dann wird verschämt weggeguckt? Zuerst einmal wäre allen Menschen sehr gedient, wenn Filme insofern normal würden, als Sex ungeschminkt und ohne Filter (== pornographisch folgend heutigem Sprachgebrauch) im Film verwendet wäre. Und ein Grund, den Film zu indizieren, sollte dieses klare Hingucken, wie es auf das Eigenartigste bei Tod, Leiden, Qual problemlos möglich ist, eben nicht sein, und auch kein Grund, Kindern diesen Film zu verbieten. Es ist offensichtlich kein Problem, Tod, Leiden, Qual ungeschminkt und ungefiltert anzusehen, aber wenn zwei sich lieben, dann ist's unerträglich, es sei denn, man holt sich dabei einen runter und hat dann hinterher ein schlechtes Gewissen, weil man "Tier" war. Schräg. Die Gewalt, das Brutale, das Lebensverachtende, das Widerliche, das Unmenschliche, all das muss so ultrarealistisch gezeigt werden wie nur geht, aber die Liebe zwischen zwei Menschen muss weichgezeichnet werden bis zum Exzess und sich verschämt verstecken, denn das ist ja (angeblich) schrecklich eklig anzusehen und schamverletzend (dabei müssten sich doch dafür eigentlich nur die sexualerziehungsversagenden Eltern der Schamverletzten schämen, und zwar gründlich). Der noch so expliziteste Porno ist ÜBERHAUPT nicht eklig. Vielleicht ist er langweilig und doof, aber eklig ist er null und gar nicht. Wenn im "Terminator" die Leute zu Brei gekloppt werden, das Blut bis an die Decke spritzt, das Hirn aus den Ohren dringt, so darf all dies wirklicher dargestellt werden als im Leben. Aber wenn man einen Ständer sähe (in der einzigen (!) Liebesszene dieses Films), und vielleicht noch - Gott behüte - die quillende Träne der Freude, welche das Leben durch die Zeiten trägt, so wäre das sofort ein Porno, U18 verboten, und man dürfte noch nicht einmal mehr öffentlich über diesen Film reden! Genauso geht es mir mit Filmchen der Sorte "Terence Hill & Bud Spencer" - ununterbrochen werden Leute zusammengeschlagen und was noch, das Ganze ist dann ab 12 oder noch jünger." pp
"Ich finde, dass nichts pornografisch ist, wenn es kunstvoll gemacht und natürlich ist. Pornografie – nach meinen Dafürhalten – ist schlechte Kunst oder die Vulgarisierung von Kunst." Bob Guccione
"Aus mangelnder Realität, Gier, Geilheit und habe ich eine kurze Zeit mit Pornos gelebt. Damals war der Besitz noch nicht strafbar. Sie haben meine Einsamkeitsgefühle verstärkt und meine Gier nicht mildern können. Als ich mir einige Fotos mit nackten Jungen an die Wand heftete, hatte ich keine ruhige Minute mehr in meiner Wohnung. Mein 'Kopfkino' lief ununterbrochen. Gefühle der Sehnsüchtelei hielt ich für Liebesbegehren .... ozeanisch .... also auf niemanden bezogen. Sie vagabundierten strukturlos von Bildchen zu Bildchen und strudelten mich in Hoffnungslosigkeit. Pornos wirken auf mich als negatives ALL. Sie sind wie Salzwasser. Sie lassen mich etwas trinken, daß mich immer durstiger macht... bis ich fast in meinen Gefühlswellen ertrinke. Pornos sind falsche Magneten. Sie ziehen mich fast willenlos an. Dann klebe ich an ihnen, gebe mich falschen Räuschen hin und sacke unversehens in einen schlimmen Gefühlskater. Aber ebenfalls unbestreitbar ist, daß sie einigen über die erzwungene Abstinenz hinweghelfen. Meist schon schlichte FKK-Bilder." Kn
Für mich stehen bei der Auseinandersetzung mit diesem Thema drei Fragen im Mittelpunkt: 1) Was sehe ich – eigentlich – bei der Betrachtung pornographischer Bilder? 2) Was lösen sie bei mir aus – was machen sie mit mir, aus mir? Was ist ihre Eigendynamik? 3) Wie gehe ich damit – und mit mir selber dabei – um? Diese drei Fragen sind umgangsmäßig und emotional eng miteinander verbunden. Unter Umständen kann ich sie – erst einmal – nicht genau voneinander absetzen, trennen.
Das BEWEGUNGSLOSE Bild ermöglicht mir – mehr noch als der Film – meinen eigenen 'Porno' zu inszenieren. Unabhängig, ob mein Sexbegehren auf kleine oder große Menschen ausgerichtet ist, werde ich einen Rahmen schaffen, in welchem ich meinen Sex lust-VOLL erleben kann. Diesen Rahmen gestalte ich mir sowohl real als auch in der Phantasie. Ich mache es mir 'bequem', lege vielleicht eine bestimmte Platte auf ...... und schnappe mir mein Bilder-Heft. Dieser Rahmen sagt einiges über meine Beziehungsbedürfnisse zu mir UND auf einen Partner hin. Ein Kern meiner Bedürftigkeit ist zwar der Sex, aber der Rahmen – meine begleitenden Phantasie-Szenarien – sind das 'Fruchtfleisch'. Ich bedarf ja eigentlich eines lebendigen, von mir geliebten Menschen, auf den mein – auch sexuelles – Begehren gerichtet ist. Ich benutze das Bild als Ersatz dafür. Auch dann, wenn es als 'Zusatz' benutzt wird, wird ersatzhaftes, real fehlendes mit ihm 'transportiert'. Der Junge auf dem Bild sieht mich – NICHT. Ich sehe ihn mit 'seinem' (?) erwartungsvollen Blick – auf mich ? Ich nehme ihn auf in meinen Rahmenbau für mein Phantasie-Szenario. Ich gestalte, ich konkretisiere so meine Beziehungsbedürftigkeiten auf ihn hin. Mit ihm ? Ein Teil meiner Phantasie spielt ihn, so, wie ICH ihn begehre. Nun habe ich – vorübergehend und beständig zugleich – diese Bildszenen im Kopf. Ich muß das Bild dazu immer neu betrachten, in Sichtweite legen oder halten : quasi zur Vergewisserung, daß 'es' noch da ist – 'er' erreichbar, verfügbar bleibt. Dabei erlebe ich mich dann ähnlich wie süchtig : wenn ich unterwegs bin, bin ich noch 'voll von ihm'. Ich vergleiche wie selbstverständlich das Bild in meinem Kopf/Körper (denn es füllt ja auch meinen 'Bauch', meine Lenden) mit den mir entgegenkommenden 'sex-tauglichen' Menschen. Ich lege es sozusagen darüber – über die aktuelle äußere Realität. Ich erlebe, wie 'ES' immer – irgendwie – nicht paßt. Mein innerer Rahmenbau läßt mir zu wenig Platz für wirkliche Kontaktsituationen, reale Menschen. Mein Beziehungsbedürfnis geht quasi nach 'Innen', bleibt bei meinen Onanie-Szenen. Onaniephantasien sind nach innen gerichtet. Sie sollen ja einfach, direkt und unkompliziert sein, mir 'total angepaßt'. Nur so bringen sie ja die größtmögliche lustvolle Ersatzbefriedigung – und damit Entspannung. Dazu reicht oft ein Bild, daß ich in Bewegung und Erregung setze, bezogen NUR auf mich. Ich bin immer auch Teil des von mir belebten Bildes. Das ist einfach, denn ich bin auch der 'WIDERPART' und habe 'alles im Griff': MEINEN Körper, den BILDkörper und alle Gefühle.
Ich halte das Benutzen von Pornomaterial für kontraproduktiv. Es suggeriert mir Nähen zu NUR GESEHENEM; GEDACHTEM und vergrößert so meinen Abstand zu real begehrten kleinen Menschen. Sie werden – sind – wie die Bilder. Ich sage dann : ' ich habe einen tollen Jungen ......... gesehen', halte das für berichtenswert und erlebe mich mit ihm ...... in NUR MEINEN RAHMUNGEN. Ich kenne das so, daß Menschen, die ständig ohne reale Sexbeziehungen leben, ihr Fehlen ständig 'mit IHREM Kopf-Körper' an jede gesehene Realität herantragen. Die 'Welt' wird Porno, die Welt wird irreal schön, löst überall neuerliches
Begehren aus und gleichzeitig finde ich keinen wirklichen Kontakt, keinen Einstieg in eine wirkliche Begegnung.
Die Welt erscheint zunehmend real unbewältigbar. Ich wirke nicht auf sie ein. Das ist das wirkungsvoll unwirkliche bei meinem Kopfkino. Das kann Krankheitsformen annehmen – sagen auch etliche Therapeuten. So empfinde ich auch – in solchen 'irren' Phasen des Getriebenseins ohne Wirkung , ohne Wirklichkeitswert. Meine Erfahrungen mit pornotauglichem Material sind identisch mit dem, was auch homosexuelle oder heterosexuelle Männer berichten. Nach einiger Zeit sind die Bilder, Hefte, Filme untauglich. Sie sind sozusagen 'verbraucht'. Ihre anregende Potenz verliert sich. Was aber bedeutet das genau ? Auf jeden
Fall brauche ich neue Bilder, andere Posen. Ein Teil meiner Zeit verbringe ich nun mit der Beschaffung : der Reiz der Suche und das Erschließen neuer 'Quellen' ist aufregend – fast schon Vorspiel. Es ist fast so, als lernte ich neue Jungen kennen. Ich 'habe' sie dann, trage sie spannungs- und erwartungsgeladen nach Hause wie Eroberungen. Ich habe meine Rahmungen im Rohbau schon im Kopf am Laufen ....... blättere dann begierig und onaniere ............ wie neu. Dabei wurde dieser Kreis für mich zunehmend enger. Die Abnutzung trat schneller ein. Onanie-Genuß wurde zunehmend flacher, unbefriedigender. Der Beginn mit neuerlichem 'Material' war manchmal exzeßhaft, unersättlich – bis zur rein körperlichen Erschöpfung und dann : LEERE. In diese Leere hinein erfolgte neuerliches Blättern, Suchen, vor- und zurückspulen ....... ohne finden. Es war so, als ob da 'das Entscheidende' irgendwie verschwunden war, nicht mehr vorhanden, nicht mehr wiederfindbar.
........... neues Material ........ oder ganz altes ....... Unruhe und tiefe Einsamkeitsgefühle. Der Fluch der eigenen Gier ?
Ich habe zunehmend unter dem Ungleichgewicht von stoßweiser, enormer Phantasie, Getriebenheit und mangelndem Realitätszugang gelitten. Das war auch der Zwiespalt von irrealer, kurzer Beziehungsfülle mit Bildern .... und realer, zunehmender Einsamkeit. Durch dieses Leben, durch diesen Umgang mit mir selber, sind in meinem Denken und Fühlen 'nur mit Pornos' falsche Fährten entstanden. Es wurde wie ein Sog. Die schnelle Verfügbarkeit der Bilder, das widerpatlose Integrieren der 'Jungen' in meine Bedürfnisphantasien machten mich unsensibel in JEDER Realität. Ich verhielt mich nicht mehr, ich 'glotzte'
nur noch : sehnsüchtig und schmachtend. Ich war reaktionsunfähig geworden, wenn mich ein realer Junge nur anlächelte. Ich war erschrocken, plötzlich ( z.B. wegen der Uhrzeit) angesprochen zu werden – was sowieso selten geschah. Ich erlebte enorme Ängste : draußen. Ich fühlte mich unsicher, erkennbar, verraten und verfolgt. Sah man mir meinen Pädo an, meinen gierigen Pornoblick? Sah man, daß ich jeden begehrlichen Jungen bereits fest in meinem Kopf hatte und ja genau ......... wußte ......... wozu ?
Erst als ich unter Mühen versuchte, die Pornos beiseite zu legen, konnte ich mir beides genauer ansehen : meine mit der Zeit erbärmliche Enge und quälend gewordene Realität als Pseudo-Voyeur und meine immer unbefriedigender gewordene, treibende Irrealisierung tiefster mitmenschlicher Bedürftigkeiten. Ich kapierte für mich : Pornos heizen meine Sehnsüchte, Begehrlichkeiten und Bedürftigkeiten und meinen 'Unfrieden mit der Welt' ständig neu an, ohne Ausweg. Und NUR ICH bin es, der sie besorgt und ansieht. Der dem Drang, dem Zirkel nachgibt. Der keine realen Versuche dagegensetzt . SO gehe ich mit mir um – und die Realität verkehrt sich.
Für einige Männer scheint es lange eine Frage der verschiedenen Umgangstechniken zu sein. Sie verändern von Zeit zu Zeit ihr Konsumverhalten bei Pornos. Analog den Alkoholikern : Verknappungsstrategien .... nur wenige, nur ein Bild ..... erst heute abend ....... nur 50 DM im Monat dafür ...... mal einen Tag aussetzen, usw.
Es ist einigen Männern offensichtlich auch möglich, auf Porno-Material zu 'verzichten' (zumal auch das nun strafbar macht). Sie nehmen ihr Bildmaterial direkt aus der Realität. Sie erschaffen sich so ihren Pseudo-Sexpartner, lassen ihn in ihrer Phantasie, in ihrem Kopfkino aufleben, in welchem sie dann – oft über Stunden – selber einziger Teil sind. Das scheint dichter an Realität zu sein. Ich kenne das dann so, daß ich die gesehene und vereinnahmte Jungen-Silhuette wiedersehen will ...... ihn suche und finde .... ihn ....... beobachte ...... und mich vollsauge mit Bewegungen von ihm und seiner Mimik und Gestik. Ich habe ihn dann wiedergesehen ........ ihn wahrnehmend erweitert, um ihn noch 'realer' phantasieren zu können. Auch das hat sein Ende, seine Abnutzung. Vergeblichkeit meiner Mühe und Sehnsucht ........ weil doch NUR : IHN SEHEN war. Beides geht, beides bleibt voyeurhaft, bleibt Porno. Nichts wurde möglich: kein Kontakt mit gangbaren Annäherungen bis zur Beziehung, kein Entdecken der vielen unverständlichen, spannenden, sperrigen, widerständigen und liebenswerten Seiten eines realen kleinen Menschen. Korrespondierend erlebte ich meine Reduzierung auf mich : kein mich ausprobieren mit einem realen kleinen Menschen, keine neuen Anregungen und Entdeckungen meiner vielen Möglichkeiten. KEIN : für jemanden WIRKLICH da sein können.
Am Ende standen da für mich immer wiederkehrend : Vereinsamungen, Isolation , Depressionen. Das meine ich, als ich am Beginn von 'kontraproduktiv' in Bezug auf den Umgang mit Porno schrieb. Porno-Trip: das ist meine Selbstverweigerung der möglichen Realitäten und nur erdachten Befriedigung etlicher Bedürftigkeiten. Der Ausweg kann nur meine neue, andere Realität sein. Ich muß aus dem Irrealen heraus. Ich muß heraus aus diesem Teufelskreis. MIR ZULIEBE. In Sorge um mich. Ich muß Beziehungsfähigkeit neu erlernen wollen. Das geht – für mich jedenfalls war das möglich." Ks
"Wer sich mit Kinderpornographie (KP) beschäftigt diskutiert meist folgende Fragen: Was ist KP? Moralische Sicht? Schaden für die Kinder? Wirkung auf den Konsumenten? Meine Auseinandersetzung damit finden Sie, wenn Sie hier klicken Folgender Aspekt wird bei den meisten Diskussionen um KP mit allen Rechtfertigungs-, Verleugnungs- und Empörungsaspekten leider viel zu oft vergessen: Nicht nur das Betrachten von KP, sondern das Betrachten sämtlicher Bilder hat noch eine indirekte Wirkung: Der Beziehungswunsch wird nach innen gerichtet auf Bilder und Onanie-Szenarien. Dies führt dazu, daß die Welt nur noch aus dem Blickwinkel des realen Pornos gesehen wird. Die Realität wird nur noch verzerrt wahrgenommen. Der Blick verschiebt sich von Beziehung auf Ästhetik. Letztlich führt es in einen Teufelskreis, der nur die Sehnsüchte und Unzufriedenheit steigert, unrealistische Wünsche weckt, und dabei immermehr den Blick und die Chance für reales Leben reduziert. Es gibt nur einen Ausweg! Nämlich das Erleben der Realität. Dazu ist es meist nötig, zuerst mit den Bildern aufzuhören. (und sich dann in Geduld zu üben) Letztlich sind mir die Zusammenhänge dessen, was ich seit einiger Zeit beobachtet hatte, erst durch den Aufsatz "Pornographie" von O. so richtig klar geworden. Hier der Text:
KinderPorno. Zum lesen dieses Textes empfehle ich, daß du dir die gestellten Fragen zuerst für dich selbst beantwortest, und danach meine Kommentierung liest. Definitionen von Kinderprnographie (KP): Es gibt keine allgemeingültige Definition von KP, da sowohl 'Kind' als auch 'Pornographie' nicht eindeutig und Länderspezifisch definiert sind. Auch das Gesetz lässt sich hierbei verschieden auslegen und dehnen. Hinzu kommt noch, daß - insbesondere unter Pädophilen - die eigene Definition davon stark abweichen kann. Wo beginnt also KP? bei nacktheit? bei einer eindeutig sexuellen Pose (nackt oder nicht)? bei einer angedeuteten sexuellen Handlung? bei einer dem kindlichen Entwicklungsstand entsprechenden sexuellen Handlung? bei einer für das Kind nicht altersgemäßen aber anscheinend freudigen sexuellen Interaktion? oder bei einer für das Kind offensichtlich unangenehmen sexuellen Aktivität? Inwiefern macht es einen Unterschied, ob es sich um Handlungen zwischen gleichaltrigen oder zwischen Kindern und Erwachsenen handelt? Dies dürfte verdeutlichen, daß es sehr schwierig ist sich über Kinderpornographie zu unterhalten, wenn gar nicht über die gleiche Sache geredet wird. So lassen sich auch die folgenden Ausführungen für die Grenzbereiche zu KP bestimmt sanfter oder aber uneindeutiger beantworten, was den realen Problemen aber nichts an Gewicht nimmt. Die Diskussion um Kinderpornographie dreht sich insbesondere um folgende 3 Fragenkomplexe: 1. Moral Dies ist abhängig von der individuell erlebten Erziehung und Kindheit, aber auch von religiösen Einflüssen. Dies sind in Deutschland vor allem Christliche. Man denke hier daran, wie lange sexualität an das Versprechen der Ehe gebunden war! 2. Schaden Im Zusammenhang mit Kinderpornographie taucht immer wieder der Vorwurf des Mißbrauchs auf. Dies möchte ich einmal genauer betrachten: Allem voran steht natürlich die Frage, ob es einvernehmliche sexuelle Handlungen zwischen Kindern und Erwachsenen überhaupt gibt, was man inzwischen wohl mit ja beantworten muß. Doch gibt es auch einen Konsens zu KP? Hierzu möchte ich einmal folgende Fragen aufwerfen: Hat das Kind vor einer Einwilligung gewußt, ob diese Bilder als Wichsvorlage benutzt werden? Spielt es eine Rolle, ob das Kind der Aufnahme zugestimmt hat? (Diese Frage ist ja auch bei nichtpornographischen Bildern interessant) Bei Gewaltanwendung und Zwang dem Kind gegenüber, ist die Sache wohl klar. Doch: Wenn ich ein Kind zu einer Handlung überrede - sei es mit Worten, Geld oder sonstwas - so ist dies zwar eine Ausbeutung von Kindern, die Moralisch bestimmt nicht richtig ist, jedoch sind ähnliche Formen in der Gesellschaft Gang und Gäbe. Kein Wunder, daß diese dann an Pädophilen als Stellvertreter bekämpft werden. Als Beispiele könnte man z.B. Prostitution bei Erwachsenen, eine von Ausbeutung lebende Marktwirtschaft, ungleiche Löhne in Ost/West oder bei Männern/Frauen nennen. Kein Wunder also, daß gerade 'Emanzen' besonders häufig und energisch die Diskussion um KP führen. Willigt ein Kind jedoch in Aufnahmen sexueller Art ein, ohne dazu gedrängt worden zu sein, und tut es das tatsächlich im Wissen über die Art der Verbreitung und den Kunsumentenkreis, so kann eigentlich nicht von einem Mißbrauch die Rede sein. Bei den meisten im Internet veröffentlichten Fotos (egal welcher Art) liegt eine Zustimmung allerdings gar nicht vor. Ist ein Kind/Jugendlicher überhaupt in der Lage darüber eigenverantwortlich zu entscheiden? Hier stellt sich also die Frage, ob ein Kind/Jugendlicher überhaupt in der Lage ist, die tatsächlichen Folgen abzuschätzen. Denn ein einmal im Internet veröffentlichtes Bild kann nie wieder zurückgenommen werden! Man müßte dazu also wissen, ob man es in einigen Jahren immernoch toll findet, daß man auf KP zu sehen ist. Man wird zwar so viel später nicht mehr identifiziert werden können, jedoch fällt es energetisch immer wieder auf einen zurück. Fördert schon alleine das runterladen von KP die Herstellung und damit den erneuten Mißbrauch von Kindern? wie sieht es da mit Anfragen nach bereits vorhandenem Material aus den 70ern aus? Wer sich ausschließlich Bilder aus Newsgroups lädt, der kann die Herstellung nicht fördern, weil es keinen Rückschluß von den Konsumenten zu den Herstellern gibt. Dies ändert sich jedoch, sobald dort mit Bildern getauscht oder gehandelt wird. Denn die meisten Pornographischen Bilder werden lediglich zu Tauschzwecken und gar nicht zum Kommerz hergestellt. Macht es einen Unterschied, ob ich ein ausschließlich computergeneriertes Bild betrachte? Macht es einen Unterschied, ob ich mir die Situation im Kopf generiere? Ist das bereits eine Ausbeutung von Kindern oder fördert es diese? Bei der Erstellung synthetischer Kinderpornographie kommt sicher niemand zu Schaden. Es kann sich also nicht um Mißbrauch oder Ausbeutung handeln. Dies sagt jedoch noch nichts über die Wirkung von KP auf die Konsumenten aus. Mehr dazu weiter unten. Eine in der eigenen Phantasie generierte Szene unterscheidet sich von fremden eigentlich nur darin, daß sie ausschließlich Selbstanteile enthält. Sie kann also nicht Verknüpfungen zu anderen Handlungen herstellen und damit neue Wünsche wecken, die nicht sowieso früher oder später aufgetaucht wären. Sie ist außerdem rechtlich (noch?) nicht kontrollier- und sanktionierbar. Abgesehen von Zeichnungen und fiktiven Geschichten stellt sich hier aber auch das Problem der Einverständniserklärung der jeweiligen Personen. Wer fragt denn aber eine Frau, die ihn fasziniert, ob er beim onanieren an sie denken darf? 3. Wirkung Pornographie wirkt sexuell anregend. Daß dies als angenehm empfunden wird ist ja keinem zu verübeln. Ich möchte nun etwas weiter ausholen und dir die Frage stellen, welche Wirkungen außerdem noch entstehen können. Nimm dir ruhig einen Augenblick Zeit, darüber einmal für dich selbst nachzudenken. Ist KP nur der Bildliche Ausdruck eines Phänomens, das in den Köpfen genauso stark vorhanden wäre, wenn es kein KP gäbe? Natürlich. Ohne KP wären die Phantasien IMO genauso da. Jedoch würden sie meist länger oder stärker verdrängt, wenn der Glaube an deren Realität fehlt. Erhöht das betrachten von KP den Wunsch, dies real zu erleben? Baut KP eine Hemmschwelle ab? Ich denke, daß KP höchstens eine derartige Entwicklung beschleunigen, jedoch nicht auslösen kann. Statistische Daten oder Aussagen von Psychologen dazu fehlen mir aber leider. oder fördert KP nur das eigene Eingeständnis der bereits unbewußt vorhandenen Wünsche? macht dies vielleicht KP sinnvoll oder akzeptabel? KP ist dazu auf jeden Fall geeignet. Wobei es auch genügend andere Wege gibt, diese Wünsche bewußt zu machen. Ich sehe dies genauso wie mit Drogen: Sie sind geeignet um Wünsche und Bedürfnisse bewußt zu machen und kurzzeitig zu befriedigen, jedoch sind sie auch mit Nebenwirkungen verbunden. Für manche ist es eine förderliche und nötige Erfahrung und für andere ist es der Tod. Führt das 'abreagieren' sexuellen Drucks über KP tatsächlich zu einer Auswirkung (positiv oder negativ) gegenüber den Kindern? Es wird mit Sicherheit für das Umfeld der person sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Welche dabei überwiegen, bzw. welche es Auswirkungen es Konkret sind, hängt sowohl von der Person, als auch von dem Umfeld ab. Die Frage muß also lauten: Wie wirkt es auf mich? Es muß also jeder selbst entscheiden, ob er die Wirkungen seines Konsumverhaltens gegenüber seinem Umfeld und sich selbst verantworten kann! Dazu ist natürlich ein Bewußtsein über die Auswirkungen nötig. Ist der Konsum von KP sinnvoll oder akzeptabel, wenn er dazu beiträgt, unterdrückte oder latent vorhandene Missbrauchswünsche bewußt zu machen, und damit einen Ansatz zur Therapie oder Selbstkontrolle und somit zum Kinderschutz zur Folge hat? Ich möchte hier nicht unterscheiden zwischen Darstellungen von Mißbrauch oder nicht. Ich denke, daß auch Bilder von Mißbrauch als Mittel zur Bewußtwerdung geeignet und akzeptabel sind, da unterbewußte Mißbrauchswünsche (im Gegensatz zu bewußten und kontrollierten) zu Krankheiten führen oder im Umgang mit Kindern zu einem enormen Risiko werden können. Jedoch rechtfertigt dies keinesfalls einen zur herstellung geschehenen Mißbrauch! Verleugne ich nur meine eigenen sexuellen Bedürfnisse, wenn ich auf Kinderpornographie "'verzichte', oder ist es die Erkenntnis, dadurch weder direkt noch indirekt an einem Mißbrauch beteiligt zu sein? Diese Frage ist etwas manipulativ gestellt, denn sie lässt nur die beiden Extreme zu. Je nachdem, aus welchem Grund man verzichtet, kommt der ein oder andere Aspekt stärker zum tragen: So kann ein Verzicht aus Gesetzestreue oder Angst vor Sanktionen durchaus eine Verdrängung oder Sublimierung zur Folge haben. Ein Verzicht aufgrund des Wissens über die Wirkungen von KP mit Bewußtsein über die eigenen Sexuellen Wünsche wird dies aber kaum bewirken." Nl
" PorNo? Gedanken zur Kinderpornographie. Einleitung Gute pornographie macht spass. Nicht nur das, sie macht auch geil; oder erregt, um salonfähig zu bleiben. Gäbe es den beruf des "pornokritikers", in etwa vergleichbar mit einem literatur- oder filmkritiker, so wäre wohl der grad der erregtheit massgeblich für die bewertung des gesehenen. Pornographische filme oder bilder zielen auf körperliche reaktionen. Darin unterscheiden sie sich kaum von einer komödie oder einem comic, beispielsweise, denn auch diese bezwecken, dass der betrachter eine unwillkürliche körperliche reaktion erlebt: er soll lachen. Zielt die komödie auf das zwerchfell und die tragödie auf die tränendrüse, so möchte die pornographie reaktionen im bereich der geschlechtsteile des betrachters auslösen. Je mehr ich lache bei einer komödie, umso besser beurteile ich sie (falls ich nicht ein ganz vergeistigter intellektueller bin, der auch noch in der seichtesten unterhaltung nach tiefgang sucht). Je mehr ich erregt werde von pornographie, umso mehr hat sie ihr ziel erreicht. Es macht anscheinend auch spass, über pornographie zu schreiben. Anders ist es kaum zu erklären, dass sich in regelmässigen abständen die diskussion über pornographie neu entfacht, und eine menge leute sich lustvoll daran beteiligen. Die pornodebatte ist aber auch immer spielwiese für alle möglichen ideologen. Mit etwas phantasie kann in diese diskussion beinahe jeder mögliche aktuelle diskurs verwoben werden. So wurde pornographie zu anfang der sogenannten pornowelle in deutschland mit dem impetus der aufklärung des einfachen volkes maskiert, wie die filme von Oswald Kolle zeigen. Dem wohnt eine antiautoritäre haltung inne, die gegen eine staatlich vorgeschriebene sexualität gerichtet ist. Sie will den bürger frei für eigene entscheidungen machen, indem ihm verschiedene beispiele gezeigt werden, wie sexualität gelebt werden kann. Dass dennoch wohl tausende von biederen familienväter von diesen filmen erregt wurden und sich (ein weiteres ziel der pornographie, wenn nicht das finale ziel überhaupt) durch masturbation erleichterung schafften, zeigt, dass es sich dabei eben mindestens so sehr um porno wie um aufklärung handelte. Später wurde die pornographie ein hauptangriffsziel des feminismus, da jede darstellung einer penetration bereits die machausübung des mannes über die frau beinhaltet. Die noch von Susan Sontag aufgestellte dreiteilung der pornographie in einen gegenstand der sozialgeschichte, ein psychologisches phänomen und einen bestandteil der kunst, bzw. des ästhetischen diskurses, wurde von nachfolgenden feministinnen-generationen pulverisiert, indem der machtaspekt überhöht wurde. Die folge davon war, dass Susanne Kappeler die kunst am liebsten gleich abgeschafft sähe (in ihrem buch: The Pornography of Representation, Cambridge 1986). Und kurz danach wohl die männer. Nähern wir uns langsam dem eigentlich thema. Im zuge der PorNo-bewegung, im deutschen sprachraum massgeblich von Alice Schwarzer initiiert, kam es zu einem eher amüsanten vorfall in Zürich. Ende der achtziger jahre wurden die werbeplakate für eine fotoausstellung durch PorNo-aktivistinnen mit spruchbändern überklebt, auf denen sinngemäss stand, man solle nicht mit nacktem frauenfleisch werben, da sich darin das patriarchat manifestiere. Nun war aber auf den plakaten zur ausstellung ein foto einer griechischen statue, eines nackten jünglings, zu sehen. Es handelte sich also weder um fleisch noch gar um frauenfleisch, sondern um marmor. Dennoch wurde die fotografie als porno eingestuft. Nicht unvorstellbar (und nun hört die geschichte auf, amüsant zu sein) ist dieser vorfall auch heute noch, in den späten neunziger jahren, wenngleich unter anderen vorzeichen. Dass die abbildung eines nackten marmorknabens als kinderpornographie gewertet wird, ist alles andere als unvorstellbar. Rufen wir uns nur die ereignisse um die Mapplethorpe-ausstellung in den USA in erinnerung; oder den immer wiederkehrenden vorwurf an Sally Mann oder Jock Sturges, kinder als porno-objekte zu missbrauchen (bei Mann sogar die eigenen); oder das amerikanische verbot des aufklärungsbuches 'Zeig mal' des anerkannten foto-künstlers Will McBride; oder die zensur des neusten Lolita-filmes, ebenfalls in den USA. Kinderpornographie wurde in den letzten jahrzehnten zu einem der grossen übel der menschheit erklärt, und gleichzeitig wurde der begriff immer weiter ausgedehnt. Es stellt sich die frage, was kinderpornographie überhaupt ist, und wie mit ihr umgegangen werden sollte. Definitionen - oder auch nicht.Gehen wir vom rein rechtlichen standpunkt aus, so ist kinderpornographie nicht genau definiert. Wie in anderen fällen auch (man vergleiche z.b. das schutzalter, das je nach kultur und nation variiert) gelten in verschiedenen ländern unterschiedliche definitionen. Das folgt der binsenwahrheit: 'andere völker, andere sitten' und führt deshalb in der diskussion nicht zu brauchbaren ergebnissen. In einem thesenpapier, erarbeitet für den World Congress against Commercial Sexual Exploitation of Children , definiert Margaret A. Healy den begriff folgendermassen: 'a sexually explicit reproduction of a child's image', wobei das wohl der kleinste gemeinsame nenner all der verschiedenen juristischen definitionen ist. In den USA ist jeder jugendliche unter achtzehn jahren ein kind, sofern es um pornographie geht. Einige teilstaaten erlauben bereits 15-jährigen, sex mit erwachsenen zu haben. Sollte der erwachsene (oder auch der jugendliche) diesen vorgang aber filmen oder fotos davon machen, so ist das produktion von kinderpornographie. Eine etwas merkwürdige vorschrift, dass man zwar mit einem jungen schlafen, ihn aber nicht nackt fotografieren darf. Dieses phänomen ist nur noch schwer mit der oben genannten binsenwahrheit zu erklären. Die bemühungen um eine einheitliche definition sind also bislang erfolglos geblieben und werden es auch so lange bleiben, wie der begriff des kindes nicht einheitlich festgelegt wird. Ebenso ist unklar, was alles unter den begriff "pornographie" fällt, so dass 'kinderpornographie' zweifach unscharf definiert ist. Ich selbst kann mich dieser unschärfe nicht entziehen und werde deshalb auch keine für diesen text verbindliche definition anbieten, sondern versuchen, mich dem begriff behutsam zu nähern, seine untiefen auszuloten, wie auch seine unverrückbaren felsen zu kartographieren. Täter? Unbezweifelbar ist, dass das thema als solches in den 70er jahren erstmals prominent in der wahrnehmung der öffentlichkeit erschien, als in amerika erstmals kinderpornos in sex-shops gehandelt wurden (ich beziehe mich im folgenden auf den lesenswerten artikel von Lawrence A. Stanley: The Hysteria over Child Pornography and Paedophilia. in: Joseph Geraci (Ed.): Dares to Speak. The Gay Men's Press 1997). Relativ schnell wurde dem ein riegel vorgeschoben, und 1978 wurde das erste staatliche gesetz gegen kinderpornographie erlassen. Obwohl in der folge die produktion beinahe gänzlich eliminiert wurde, begann gleichzeitig die erste grosse hysterie-welle, die sich zyklisch erneuert und seit mitte der 90er jahre im zuge der internet-diskussion einen neuen höhepunkt erreicht hat. In den 80ern gingen die spekulationen so weit, dass vereinzelt behauptet wurde, die kinderporno-industrie setze 64 milliarden dollar allein in den USA um und landesweit seien 2.4 millionen kinder involviert. Nirgendwo bestehen allerdings verlässliche statistiken, so dass weder die genannten, völlig absurden, zahlen, noch die von Healy zitierten 'thousands to hundreds of thousands' für pornographie missbrauchten kinder bestätigt werden können. Es beginnt sich aber ein konsens darin abzuzeichnen, dass kinderpornographie keine millionen-dollar-industrie ist, ja, dass damit eigentlich beinahe gar kein geld verdient wird. Der grösste teil der heute produzierten pornographie wird von amateuren erstellt, die entweder erinnerungen aufzeichnen wollen oder die filme und photos als tauschobjekte benützen. Diese einsicht muss ein herber schlag für die pornojäger weltweit sein. Ihre arbeit würde natürlich an image gewinnen, wenn sich hinter den schmuddelbildern eine global agierende, organisierte vereinigung von kinderschändern postulieren liesse. Dass deren nichtvorhandensein die jäger aber nicht abhält, in der aufdeckung der hartnäckig vermuteten strukturen ihren lebensinhalt zu sehen, beweisen sie tagtäglich. Emsig bieten sie potentiellen käufern material an, um sie nach getätigtem kauf zu schnappen. Diese erfolge, so sie sich denn einstellen, werden säuberlich in statistiken eingetragen, die in einer art teufelskreis das vohandensein eben dieser jäger wieder erfordern. Der schönheitsfehler dabei ist folgender: Ein grosser prozentsatz der so ermittelten 'täter' wäre gar nie dazu geworden, wenn von seiten der polizei nicht ein wenig nachgeholfen worden wäre. In den 80er jahren haben in den USA hunderte von detektiven (von der polizei oder der postbehörde) dutzende von vorgeblich pro-pädophlien organisationen gegründet, um so den potentiellen käufern von kinderpornos täuschend echte angebote machen zu können. Das war nicht immer einfach, und die jäger mussten manchmal ganz schön hartnäckig sein. Ein beispiel aus dem artikel von Stanley mag das illustrieren: Im mai 1984 fingen die US-zollbehörden einen illustrierten werbeprospekt für kinderpornographie ab, der an einen mann namens John Cocco in Pennsylvania adressiert war. Den anweisungen der behörde folgend, schickte der zoll eine sog. forfeiture notice, die Cocco mit der bitte zurücksandte, den prospekt zu vernichten. Entgegen dem wunsch wurde der prospekt an Cocco weitergeleitet. Cocco sandte den prospekt an den zoll zurück, mit der bemerkung, er wolle ihn nicht. Der zoll schickte ihn dennoch wieder zurück. Da Cocco den prospekt behielt, nachdem er ihn zum zweiten mal unerwünscht erhalten hatte, wurde er verhaftet. Nach seiner verhaftung wurden ihm zwei kinderporno-magazine, die Cocco auch nicht bestellt hatte, geliefert. Cocco wurde zu fünf jahren haft wegen erhaltens von kinderpornographie durch die post verurteilt. So bieten auch heute wieder, kurz vor der jahrtausendwende, polizisten auf dem internet kinderpornographie an. Wo immer sie potentielle interessenten vermuten, versuchen sie, mit diesen kontakt aufzunehmen, um sie zum kauf oder der annahme von pornographie zu überreden (oft bieten sie auch kinder als solche zum gebrauch an). Frei nach der nächsten binsenwahrheit, dass gelegenheit diebe macht, werden so straftaten provoziert, und menschen zu tätern gemacht, die ohne die mithilfe der polizei vielleicht gar nie auf strafbare gedanken gekommen wären, oder sie wenigstens nicht in die tat umgesetzt hätten. Um sich selbst und die eigene wichtigkeit aber zu rechfertigen, sind die pornojäger auf dieses vorgehen angewiesen. Ganz nebenbei stellt sich auch bei diesen machenschaften eine ethische frage: Immerhin werden fotos, auf denen der sexuelle missbrauch von kindern zu sehen ist, für dieses vorgehen benutzt. Inwieweit dies auch eine instrumentalisierung des leidens dieser kinder ist, sollte wenigstens einmal bedacht werden. Schaden? Womit wir beim kernpunkt des problems wären. Die ethische frage wird bei kinderpornographie nicht mehr gestellt. Anders als bei sogenannt normaler pornographie, bei der zu sehen ist, wie es anständige heterosexuelle oder vielleicht auch minder anständige schwule "machen", gibt es bei den kinderpornos einen klaren gemeinsamen standpunkt quer durch alle fraktionen, der heisst: kinderpornographie ist sexuelle ausbeutung der abgebildeten kinder. Völlig unreflektiert wird diese ansicht vertreten, wobei niemand sich die mühe macht, die begriffe 'kind' und 'pornographie' klar zu definieren. Kinderpornographie abzulehnen, ist auch ein geeignetes mittel sich seiner eigenen moral gewiss zu werden. Egal, welche perversitäten sonst in einem schlummern: Gegen kinderpornos zu sein, beruhigt das eigene gewissen und macht einen zu einem besseren menschen. Je nach ideologie kann dieser konsens individuell ausgebaut werden. So sind sogenannte kinderschützer der meinung, dass der schaden, den kinderpornographie stiftet, weit über das individuell abgebildete kind hinausgeht, da kinder "als ganzes" opfer von pornographie werden, die das kind als sexobjekt darstellt. Das heisst, es wird ein soziales konstrukt gebildet: Das kind, das, gewissermassen als archetyp, in sich alle kinder dieser welt vereinigt. Dieses konstrukt wird sodann durch das pornographische abbild eines seiner teile (eines individuellen kindes) missbraucht, was zur folge hat, dass alle anderen teile realiter auch missbraucht werden. Das erinnert fatal an die methoden einiger feministinnen, die den selben kunstgriff benutzten, um gegen pornographie als solches vorzugehen. Prominentestes beispiel dafür ist Catherine MacKinnon, die 1993 ihr buch 'only words' veröffentlichte, in dem sie pornographie als realen akt der erniedrigung der 'frau als solche' sieht. Durch pornographie werde jeder frau gewalt angetan, da die abbildung gleichsam befehl wird, das zu tun, was abgebildet wird. Gleichzeitig schaffe pornographie auch realität: 'Pornographie macht durch ihre Herstellung und ihren Gebrauch aus der Welt einen pornographischen Ort: Sie begründet, als wer Frauen leben, als was sie gesehen werden and als was sie behandelt werden, und konstruiert die soziale Wirklichkeit dessen, was eine Frau ist und sein kann als das, was man mit ihr tun kann... ' Soweit MacKinnon. Judith Butler, die mit 'Das Unbehagen der Geschlechter' einen klassiker des feminismus geschrieben hat, geht in ihrem brillanten essay 'Schmährede' (in: Barbara Vinken (Hrsg.): Die nackte Wahrheit. Zur Pornographie und zur Rolle des Obszönen in der Gegenwart. dtv 1997) auf diese argumentation ein. Sie verneint die fähigkeit von pornographie, unmittelbar wirklichkeit zu erzeugen, und sieht darin vielmehr einen text, der von "beharrlichen und falschen imaginären Beziehungen handelt, die nicht mit der Abschaffung des beleidigenden Textes verschwinden werden (...)". Ja, sie sei sogar eine 'Allegorie, die immer wieder angsterfüllt ihre eigene Unrealisierbarkeit durchspielt. ' Natürlich sieht auch Butler in der pornographischen abbildung, die meistens die erniedrigung der frau zeigt (was in kinderpornographie nicht anders ist: Dort nimmt das kind den part ein, der in herkömmlicher pornographie der frau zugewiesen wird), eine beleidigende aussage. Aber diese aussage bezieht sich weder auf die 'frau als solche', noch schafft sie eine art wirklichkeit. Vielmehr ist sie abbild einer beleidigenden phantasie, deren umsetzung in die realität immer wieder scheitern muss. Was heisst das nun in bezug auf kinderpornographie? Schliesse ich mich für einmal Butlers meinung an, so ist zwar das einzelne bild, oder der einzelne film, eine beleidigung des abgebildeten kindes (und nicht nur das, es ist bei der abbildung von sexuellen handlungen auch missbrauch), aber daraus zu schliessen, dass das soziale konstrukt 'kind' missbraucht wird und jedem anderen kind dadurch ein fundamentaler schaden zugefügt wird, ist unzulässig, da keine soziale wirklichkeit konstruiert wird. Das heisst andereseits aber nicht, dass den kindern nicht in allen möglichen kontexten immer wieder schaden zugefügt wird (sei es durch individuelle misshandlungen oder strukturelle gewalt) und dass diese realität auf einem negativ zu bewertenden bild des kindes in der gesellschaft beruht, das ich an anderer stelle bereits besprochen habe. Und pornographie mit kindern ist nur ein ausdruck dieses schadens. Die oben angeführten gedanken bringen mich zu einem aktuellen streitpunkt in der kinderporno-debatte. Dank neuen technologischen entwicklungen wird es in kürze möglich sein, pornographie virtuell am computer zu generieren, ohne dafür reale kinder zu benötigen. In der frage, ob diese legal oder illegal sein wird, spielt das oben besprochene problem eine zentrale rolle. Zielt diese virtuell generierte pornographie nämlich auf das soziale konstrukt 'kind', wo wird wiederum jeder einzelteil dieses konstruktes geschädigt, so dass die erzeugnisse verboten werden müssten. Ist dies nicht der fall, so kommt dabei niemand real zu schaden, und die erzeugte pornographie müsste legal bleiben. Natürlich stellen sich dabei weitere fragen, die den komplex umschwirren, wie etwa das alte und trotz hunderten von forschungsprojekten noch nicht geklärte problem, ob pornographie dazu reizt, das gesehene in die tat umzusetzen oder nicht. Ich habe darauf auch keine abschliessende meinung, tendiere aber zu der ansicht, dass pornographie und sexuelle aggression keinen unmittelbaren bezug aufeinander haben. Wir können es eigentlich nicht wissen, aber sogar Healy schreibt: 'When discussing the relevance of child pornography to the sexual abuse of children, most experts note that it is important not to confuse the question of statistical line (i.e., whether some or many child sex offenders possess child pornography) with the separate issue of causality (i.e., whether possession of child pornography causes people to commit child-sex offenses).' Ein weiterer nebenschauplatz der diskussion ist die annahme, dass kinderpornographie von missbrauchern dazu benützt wird, andere kinder gefügig zu machen. Durch das vorführen von bildern und filmen, die kinder bei sexuellen aktivitäten zeigen, können jene einfacher davon überzeugt werden, dass eigentlich ganz normal ist, was von ihnen gefordert wird. Diese art, kinder zu sex zu überreden ist so amoralisch, unethisch und verbrecherisch, wie jede andere auch. Daraus aber wieder zu schliessen, dass pornographie auch anderen kindern als den abgebildeten schaden zufügt, ist ein kurzschluss. Der schaden wird nicht durch die bilder zugefügt, sondern durch den erwachsenen, der diese kinder zu überreden versucht. Ein schweizer bezirsanwalt hat das dilemma um computergenerierte kinderpornographie kürzlich sehr pragmatisch zu lösen versucht: 'Den Pädophilen hat man jetzt alles genommen, ihnen bleibt eigentlich nur noch ihre Fantasie. Dabei könnte man diese Probleme mit computeranimierter Grafik lösen' (zitiert nach dem schweizer magazin AK, nummer 6/98). Vielleicht tut es der diskussion ganz gut, die täter-opfer-zuschreibung einmal aufzubrechen und den kinderpornokonsumenten nicht nur als täter zu sehen. Noch einmal zurück zum problemfeld pornographie und schaden, den das abgebildete kind erleiden muss: bestimmt ist die aufzeichung von missbrauchssituationen ein verbrechen gegen das kind. Und dieses verbrechen wird wiederholt, sobald die aufnahmen öffentlich zugänglich gemacht werden. Über dem bild eines geschändeten kindes zu masturbieren multipliziert die misshandlung.Ich tendiere zu der meinung, dass die veröffentlichung von jedem abbild eines sexuellen kontaktes zwischen erwachsenen und kindern, oder auch zwischen kindern ohne beteiligung einer erwachsenen person, ein akt der gewalt an diesen kindern darstellt, unabhängig davon, ob der sexuelle kontakt einvernehmlich stattgefunden hat oder nicht, und ob das kind in die aufnahmen eingewilligt hat oder nicht. Hier allerdings geraten wir in gefahr, kindern bestimmte gefühle zuzusprechen, bevor wir sie dazu gefragt haben, und bringen uns damit in gefährliche nähe der selbsternannten kinderschützer. Frank Goyke und Andreas Schmidt haben 1998 ein buch veröffentlicht, in dem sie über ihre recherchen zum fall Sebastian Bleisch berichten (Der Oscar Wilde von Schwerin. Berlin 1998). Bleisch ist der produzent mehrerer dutzend pornofilme, deren darsteller fast ausschliesslich männliche jugendliche zwischen dreizehn und zwanzig jahren sind. Bleisch wurde deshalb zu gefängnis verurteilt. Goyke und Schmidt suchten unter anderem das gespräch mit einigen der beteiligten jugendlichen. Was diese erzählen, scheint verblüffend: Sie haben freiwillig mitgemacht und sie hatten spass dabei. Jederzeit würden sie wieder mit Bleisch einen porno drehen. Auf die fragen, ob es ihnen nicht peinlich sei, wenn so viele fremde menschen, unter ihnen auch pädophile, diese filme sehen würden, sagten sie, das sei ihnen egal. Sie fühlten sich in keiner art und weise benutzt oder gar ausgenutzt, missbraucht oder ausgebeutet. Dennoch meinte die staatsanwaltschaft Schwerin, "der Angeklagte nutzte skrupellos die erwachende Sexualität dieser Jugendlichen, ihre Neugierde, Orientierungslosigkeit und den natürlichen Geltungsdrang aus". Goyke/Schmidt selbst widersprechen dem, indem sie zum schluss kommen: 'Er (=Bleisch) hat die psychischen Besonderheiten von Pubertierenden benutzt, aber nicht ausgenutzt.' Die aussage der staatsanwaltschaft ist ein eklatanter beweis dafür, dass immer wieder über die gefühle jugendlicher geurteilt wird, ohne diese überhaupt anzuhören. Ebenso wird ihnen eine eigene meinung versagt, und falls sie diese doch zu gehör bringen, wird sie mit wörtern wie naivität und geltungsdrang abgetan. Fazit Es ist unmöglich, eine abschliessende wahrheit innerhalb des problemfeldes kinderpornographie zu formulieren. Was bleibt, sind tatsachen und eine persönliche meinung, die durch beschäftigung mit dem thema gebildet wurde. Tatsache ist, dass kinderpornos produziert werden. Es besteht ein abnehmerkreis dafür, wenn auch nur selten geld bezahlt wird.Viel öfter kommen tauschgeschäfte vor. Tatsache ist auch, dass zu viele kinder für die produktion von pornographie missbraucht werden. Bereits ein kind, das darunter leiden muss, ist zu viel. Ebenso ist es eine tatsache, dass der betrachter von kinderpornographie in den meisten fällen davon ausgehen muss, dass die abgebildeten kinder nicht aus freiem willen daran teilnehmen. Meiner meinung nach muss aber der begriff kinderpornographie enger definiert werden. Die v.a. US-amerikanische hysterie führt zu einer kontinuierlichen ausweitung des begriffes auf alle möglichen darstellungen kindlicher nacktheit. Nacktheit als solche bereits als pornographie einzustufen, ist absurd. Dieses vorgehen tangiert erstens die künstlerische freiheit und generiert zweitens opfer und täter, wo gar keine vorhanden sind. Die überhöhung des kindlichen körpers zu einem reinen, unantastbaren, unbetrachtbaren engelsleib führt zu einem bild des kindes, das diesem nie und nimmer entspricht. Diese sichtweise hat nicht mehr mit der forderung einer autarken psychischen und physischen entwicklung des kindes zu tun, sondern vielmehr mit den verbogenen moralvorstellungen der erwachsenen, die so etwas vertreten. Stanley zitiert als abschreckendes beispiel die simpelste und absurdeste definition von kinderpornographie überhaupt: Kinderpornographie ist ein bild dann, wenn ein pädophiler auf den auslöser gedrückt hat. Damit die schreckensvorstellung, eine solche definition setze sich durch, nicht realität wird, muss dieses thema immer wieder von neuem diskutiert werden." Jy
"Für mich und viele Pädosexuelle ist die Gefahr relativ eindeutig bestimmbar: an den Bildern kleben zu bleiben. Sucht und Isolation. Es gibt eine ganz taugliche Beschreibung dieser Gefahr: KiPo-Erfahrungen. Alternativen sind Thema des Selbsthilfe-Diskurses: Brückenschlag in eine - andere - Realität.
Dennoch interessant: Anfang der 80er wurden die GOLDEN BOY Filme, für die Gay-Aktivist und NAMBLA-Gründer David Thorstad in den SEMIOTEXT(EN) Werbung machen durfte, in Hamburger Off-Kinos ganz legal gezeigt. 'Schwule' Pornographie mit Jugendlichen zwischen 11 und 18 Jahren. Sie verließ aber nie den subkulturellen Raum der Schwulen- und Alternativszene. Das Besitzverbot kam Anfang der 90er Jahre, nicht zufällig gerade mit dem Aufkommen des Internets. Was die 'Kunst im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit' (W. Benjamin) betrifft, betrifft erst recht und nun ganz massiv jegliche Information im Zeitalter der digitalen Reproduzierbarkeit: sie verliert ihre Aura und wird omnipräsent.
Das ist die andere Gefahr - diesmal für eine Gesellschaft, die glaubt, 'that the protection of child innocence is a keystone of civilisation' (gelesen bei BBC). Das Zitat ist ein interessanter Hinweis. Es enthält einen bestimmten Begriff von Zivilistaion und versucht eine Rückbindung (re-ligio) an dessen Gründungsereignisse: die bürgerlichen Revolutionen und diverse protestantisch-pietistische Bewegungen. Ich möchte nur darauf hinweisen, daß der Schutz der kindlichen Umschuld keineswegs sinnlos oder nur eine Mythe boswilliger sexueller Unterdrücker ist. Er ist funktional für viele unserer bürgerlichen Institutionen (Pädagogik, Familie). Er ist aber auch dysfunktional für die steigende Bereitschaft und Möglichkeit, bereits Kinder als autonome Persönlichkeiten wahrzunehmen. Zu diesem Dilemma müßte man Helmut Kentler befragen, wie zum tendenziellen Scheitern der Sexualpädagogik überhaupt. Pädagogik und Sex-Erleben gehen nicht zusammen. Sexualerziehung bleibt einer Anatomielehre und der Vermittlung bestimmter Verhaltensregeln verhaftet, der oft keine realen Erfahrungen entsprechen. Zum angstfreien Erleben und Probehandeln ermuntert sie kaum. Sie preßt sexuelles Erleben und Liebesbeziehungen eher in bestimmte Ordungen und versucht, Affekte zu neutralisieren.
Die einschlägigen §§, die uns zu schaffen machen, firmierten früher unter dem Begriff 'Unzucht'. Heute heißt das 'Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung'. Erst durch diese begriffliche Neujustierung, die übrigens fortschrittliche Politiker, Juristen und Wissenschaftler durchgesetzt haben, ist die Frage möglich geworden, warum die Kids kein Recht zum Ja-Sagen haben. Zur Unzucht kann man nicht Ja sagen (offen subversive Standpunkte mal außer Betracht gelassen). Die Frage ist ein Dauerbrenner, mit der Pädos heute die Experten und Politiker bestürmen. Zu recht: sie ist nach wie vor unbeantwortet. Daß die Frage aber übrhaupt sinnvoll gestellt werden kann, ist ein Ergebnis neuerer Diskurspolitik auf der Basis einer generellen sexualbejahenden Haltung. Dem wird der § 176 StGB längst nicht mehr gerecht - sogar im Urteil vieler Strafrechtsexperten. Viele Argumente für dessen Aufrechterhaltung werden vorgebracht, die meisten sind redundant (Einverständnis in eine Handlung, die 'Kind' erst erfahren haben muß, um die Erfahrung machen zu dürfen), andere - ernstzunehmende - sind eigentlich durch einen anderen § bereits abgedeckt: Ausnutzung struktureller Abhängigkeit. Das Argument 'psychische/emotionale Abhängigkeit' ist widersinnig, ist doch eine notwendige Begleiterscheinung von Liebe/Intimität, daß ich emotional am Partner "hänge". Man hat es vernünftigerweise auf den Begriff der 'Disparität' heruntergeholt. Bleibt das Argument der Entwicklungspsychologen - die Rede von den zwei Sexualitäten ('kindliche' vs. 'erwachsene'), die sich zum Bild verdichtet: Tue sie zusammen, und es gibt einen Knall. Den Schaden hat das Kind. Man entdeckt unzählige Verhaltensauffälligkeiten oder spürt ihnen nach, und alle Symptome deuten auf einen potentiellen sexuellen Mißbrauch. Sexueller Mißbrauch ist: jede sexuelle Handlung an und mit Kind. Kind ist jeder Mensch unter 14 Jahren. Sie sollen keinen Sex haben, weil jeder einzelne Fall unserem Bild der 'child innocence' Abbruch tut (Was degegen der Erwachsene soll und darf, ist eher zweitrangig). Neulich las ich ein Übersichtspapier zum 'sexuellen Kindesmißbrauch': der war als Fakt gesetzt. Er wird also nicht als 'Krankheitsursache' erst entdeckt. Der Fakt selbst nun ist verantworlich für: alles oder nichts. Immerhin führt die Auflistung möglicher Langzeit- und Akutfolgen neuerdings als e i n e n subjektiven Erlebnisaspekt bei 'mißbrauchten' Kindern an: Lustempfinden.
Das ist bereits gefährlich. Also muß die Lust problematisiert werden. Typischerweise mit dem Satz: 'Das Kind spürt aber, daß etwas nicht gut war.' Unbestritten kann lustvolle Hingabe an die eigenen Gefühle ein Problem sein für die, die 'spüren', daß ihr Sex nicht gut zu sein h a t . Darüber hinaus sind ambivalente Gefühle beim Sex nichts ungewönliches, sie sind überwältigend, entgrenzend (zu Scham und Ekel z.B.) ... verunsichernd, wenn neu. Mit unter/über 14, vor/jenseits der Pubertät hat das nichts zu tun. Die Fokussierung auf den Sex verhindert den Blick auf das eigentlich Problematische an Mann-Junge-Beziehungen: im Beziehungsgeflecht, in Fragen der Verteilung von Befugnissen, Verantwortlichkeiten und Macht, in Zwängen zu taktischer Verschleierung und Geheimhaltung, in der Bildung und Ausgestaltung eines Beziehungsrahmens. Das aber würde bedeuten, den Blick vom Verbecher (vom Verrückten) oder der perfiden 'Täter-Opfer-Allianz' auf das Umfeld, sowie die Kontroll- und Strafinstanzen auszuweiten. (Eine Analogie: In der Ethnologie bin ich als Feldforscher gezwungen, mich als Teil und Akteur des Feldes zu begreifen, der objektivierende Blick ist dort längst obsolet) Welche Türen und Tore sich hier öffnen, kann nur vermutet werden. Deutlich ist nur: Gewollt wird das nicht.
Kinderpornographie hat hier ihre Funktion. Kinderpornographie ist: Kind bei einer sexuellen Handlung, im Zustand sexueller Erregung oder nur in sexuell aufreizender Pose. Kind ist: jeder Mensch unter 14 Jahren. In den Massenmedien ist Kinderpornographie etwas anderes: sexuelle Mißhandlung, Nötigung, Zwang ... Tränen, Schreie, gewaltsame Penetration, Hematome, Sadismus ... (mindestens seelisch) gefolterte Kinder. Ich weiß nicht, in welchem Umfang diese fixe Idee wirklich geglaubt wird. Fraglos wird in vielen Fällen illegaler Pornoproduktion die Armut, Rechtlosigkeit oder auch nur die Neugier der Kids ausgenutzt. Daß muß man sich nicht mal vorstellen als: eiskalt. Ausbeutung impliziert zudem: Geschäft. Sofern die Kinder am Geschäft beteiligt werden, handelt es sich um - nicht nur im Raubtierkapitalismus der Schwellen- und Drittweltländer leider 'normale' - Ausbeutung der Ware Mensch. Privatpornos stehen also auf einem anderen Blatt. Ich glaube gern, daß das Besitzverbot dem Ziel dient, der ausbeuterischen Pornoproduktion durch Druck auf die Abnehmerseite den Hahn zuzudrehen. Jedoch, da stimmt etwas nicht. Ich darf eben auch jene alten GOLDEN BOY Filme nicht besitzen. Synthetische Pornos und Zeichnungen sind ebenfalls verboten. Alte Aufklärungsbücher wie Amendts SEX FRONT oder ZEIG MAL werden angefeindet oder auf den Index gesetzt, von den biederen FKK-Heftchen nicht zu reden. Und es erdreistete sich ein Arcados-Redakteur vor kurzem, zwischen guter und schlechter Kinderpornographie zu unterscheiden: 'gute' gebe ein Bild vom Sexualleben junger Menschen, 'schlechte' zeige Gewalt und nötigende Verhältnisse. In einer Zeitung gab es einen scharfen Veriss gleich der gesammten Website und Drohungen wegen dieses Statements. Offensichtlich ist die größte Bedrohung der Zivilisation eben doch die Entzauberung der kindlichen Unschuld - damit aber bereits die allgemeine Anerkennung der sexuellen Genußfähigkeit Minderjähriger. Zugegeben: ich weiß nicht, was diese Erkenntnis zur Folge haben könnte, vielleicht erschüttert sie tatsächlich einige gesellschaftliche Instututionen in ihren Grundfesten oder erfordert deren Umbau. Alljene, die an der überkommenen Konstruktion Unschuld=Kind zweifeln, operieren tatsächlich an einer Grenze, an der Pädosexuelle fast 'schicksalhaft' stehen. Fest steht: die digitale Multiplizierung 'kinderpornographischer' Bilder kann eine 'erscheckende' Diskrepanz zwischen Gerücht und Realität ans Tageslicht bringen. Statt Angst und Entsetzen könnten die Gesichter der Akteure simples Vergnügen widerspiegeln. Und wie das Auge des - womöglich verblendeten - Betrachters keine Gewalt sehen will, findet sich auch in der Tonspur nichts. Es könnte sich hingegen erweisen, daß das lustvolle Spiel mit Gewalt und Täuschung auch dort schon präsent ist, wo es vielleicht dieser Arrangements - in aller Unschuld - noch gar nicht bedarf. So wie in jenem russischen Streifen, in dem der Produzent einen Knaben auffordert, sich doch bitte ein wenig zu sträuben, wenn er von seinen 'Kameraden' auf der Matte nach Strich und Faden verwöhnt wird.
Gegen solche gefährlichen Informationen aus KiPo hilft nur der kategorische Imperativ: Du sollst dir kein Bild machen! Auf daß Aufklärung - wie Horkheimer und Adorno für die fortgschrittenen Industrienationen prophezeit haben - wieder recht schön in Mythos umschlagen kann. Mit dem Internet freilich wird mindestens dieser Mythos (sexuelle Unschuld/Latenz) wieder neu infrage gestellt. Das "widerliche Zeug" sickert durch alle Kanäle - wer sucht wird irgendwann fündig. Warum soviele - und eben nicht nur Pädos - zwanghaft suchen, ist wieder eine andere Frage, auf die ich auch keine Antwort habe." Ks
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