Was ist "Päderastie", was ein "Päderast"?

Päderastie (griech. παιδεραστία, Knabenliebe) bezeichnet ursprünglich, in der Antike, die "griechische Sitte" erotisch-sexueller Beziehungen erwachsener Männer zu Jungen.

Später hat man in Analogie dazu auch mehr oder weniger ähnliche Phänomene in anderen Kulturen so bezeichnet (institutionelle Päderastie).

Schließlich diente Päderastie auch lange, bis in die Gegenwart, als Ersatz für den wegen seiner religiösen Untertöne kompromittierten Begriff Sodomie zur Bezeichnung von Homosexualität an sich.

In der Antike war die Knabenliebe ein Thema der intellektuellen Diskussion; über diese Überlieferung fand sie – wenngleich unterschwellig – Eingang sowohl in die islamischen wie die neuzeitlichen europäischen Vorstellungen von Sexualität. Auch heute noch ist sie in ihrer geschichtlichen Gestalt wie in ihrer gegenwärtigen Bedeutung Gegenstand schärfster Kontroversen. Quelle: de.boywiki.org

Weitere Gedanken dazu

In Xenophons Memorabilien spricht Sokrates von der Päderastie als einer untadelhaften, sogar lobenswerthen Sache. (Stob. Flor., Vol. 1, p. 57.) Eben so in den Memorabilien (Lib. I, cap. 3, § 8), woselbst Sokrates vor den Gefahren der Liebe warnt, spricht er so ausschließlich von der Knabenliebe, daß man denken sollte, es gäbe gar keine Weiber. Auch Aristoteles (Pol. II, 9) spricht von der Päderastie als etwas Gewöhnlichem, ohne sie zu tadeln, führt an, daß sie bei den Kelten in öffentlichen Ehren gestanden habe, und bei den Kretern die Gesetze sie begünstigt hätten, als Mittel gegen Uebervölkerung, erzählt (c. 10) die Männerliebschaft des Gesetzgebers Philolaos u.s.w. Cicero sagt sogar: Apud Graecos opprobrio fuit adolescentibus, si amatores non haberent (frei übersetzt von ITP: Es galt unter ihnen als Schande, keinen liebenden älteren Freund zu haben).

Für gelehrte Leser bedarf es hier überhaupt keiner Belege: sie erinnern sich deren zu Hunderten: denn bei den Alten ist Alles voll davon. Aber selbst bei den roheren Völkern, namentlich bei den Galliern, war das Laster sehr im Schwange. Wenden wir uns nach Asien, so sehn wir alle Länder dieses Welttheils, und zwar von den frühesten Zeiten an, bis zur gegenwärtigen herab, von dem Laster erfüllt, und zwar ebenfalls ohne es sonderlich zu verhehlen: Hindu und Chinesen nicht weniger, als die Islamitischen Völker, deren Dichter wir ebenfalls viel mehr mit der Knaben-, als mit der Weiberliebe beschäftigt finden; wie denn z.B. im Gulistan des Sadi das Buch »von der Liebe« ausschließlich von jener redet. Auch den Hebräern war dies Laster nicht unbekannt; da Altes und Neues Testament desselben als strafbar erwähnen. Aus: Metaphysik der Geschlechtsliebe, Arthur Schopenhauer

Der Terminus 'Päderastie' ist deswegen so geeignet, weil er nie bar eines Restes an Wertschätzung gewesen ist, nicht einmal in seinen ungünstigen Zeiten; während der Terminus 'Pädophilie' von Anfang an als Werkzeug einer Begrifflichkeit aus der Verächtlichmachung entstand, eine der damals eingeführten 'Paraphilien' darstellen sollte, und mit Absicht das früheste objektunfähige Kind, sowie die 'unreife Perversion', mitmeint. kl

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