Suche auf ITP
ITP Themen
ITP Spezial
Dipl.-Psych. M. Griesemer.
Sammlung aller Arbeiten
weiter
Hinweise zu ITP-arcados
Die Texte auf ITP-arcados stammen von verschiedenen Autoren mit teilweise sehr unterschiedlichen Sichtweisen zum Thema Pädophilie.
ITP-arcados verfolgt keine politischen Ziele. Vielmehr geht es darum mündigen Menschen neben den Mainstreammedien eine unabhängige und objektive Informationsquelle zur Verfügung zu stellen.
Das Copyright und die Verantwortlichkeit für jeden Text bleibt beim jeweiligen Autor.
Spenden
Mit Spenden an ITP-arcados helfen Sie mit die Beratungsstelle und diese Seiten zu finanzieren. Auch kleine Beiträge werden dankbar angenommen.
Pädophilie | Päderastie | Ephebophilie | Weitere Begriffe
Die folgende Definition befindet sich im Aufbau. Anpassungen, Ergänzungen und Korrekturen werden folgen. Leser sind ausdrücklich zur Mitarbeit aufgerufen.
1. Ursprung
Erstmals verwendet wurde der Begriff Pädophilie (als «Paedophilia erotica») durch den Psychiater Richard von Krafft-Ebing in seiner Schrift «Psychopathia sexualis» (Wien 1896).
2. Sprachliche Bedeutung und Übersetzung
Griechisch: παις [pais] „Knabe, Kind“ und φιλια [philia] „Freundschaft“
3. Grammatikalische Betrachtung
Pä|do|phi|lie die
4. Sexualwissenschaftliche Bedeutung
Pädophilie ist der gebräuchliche Oberbegriff für die primäre sexuell-erotische Ausrichtung1 erwachsener Personen auf Kinder2 vor der Geschlechtsreife (+/- 14 Jahre).
Synonym: Pädosexualität3.
4.1. Merkmale nach Krafft-Ebing:
Personen mit pädophiler Ausrichtung1 sind:
4.2. Abgrenzung des Begriffs Pädophilie im sexualwissenschaftlichen Sinne
Personen mit folgenden Merkmalen haben keine primäre pädophile Ausrichtung1:
5. Psychologisch-medizinisch-diagnostische Betrachtung
5.1. ICD-106
Pädophilie findet sich unter dem Code F65.4 (Störung der Sexualpräferenz).
Code F65.4 Pädophilie
Sexuelle Präferenz für Kinder, Jungen oder Mädchen oder Kinder beiderlei Geschlechts, die sich meist in der Vorpubertät oder in einem frühen Stadium der Pubertät befinden.
Die Störungen der Sexualpräferenz sind Bestandteil der Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen welche wie folgt beschrieben werden:
F60-F69 Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
Dieser Abschnitt enthält eine Reihe von klinisch wichtigen, meist länger anhaltenden Zustandsbildern und Verhaltensmustern. Sie sind Ausdruck des charakteristischen, individuellen Lebensstils, des Verhältnisses zur eigenen Person und zu anderen Menschen. Einige dieser Zustandsbilder und Verhaltensmuster entstehen als Folge konstitutioneller Faktoren und sozialer Erfahrungen schon früh im Verlauf der individuellen Entwicklung, während andere erst später im Leben erworben werden. Die spezifischen Persönlichkeitsstörungen (F60.-), die kombinierten und anderen Persönlichkeitsstörungen (F61) und die Persönlichkeitsänderungen (F62.-) sind tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen. Sie verkörpern gegenüber der Mehrheit der betreffenden Bevölkerung deutliche Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und in den Beziehungen zu anderen. Solche Verhaltensmuster sind meistens stabil und beziehen sich auf vielfältige Bereiche des Verhaltens und der psychologischen Funktionen. Häufig gehen sie mit einem unterschiedlichen Ausmaß persönlichen Leidens und gestörter sozialer Funktionsfähigkeit einher.
5.2. DSM-IV7
Pädophilie wird im amerikanischen DSM-IV Katalog unter dem Code 302.2 «Pedophilia» geführt und wie folgt definiert:
Diagnostic criteria for 302.2 Pedophilia
A. Over a period of at least 6 months, recurrent, intense sexually arousing fantasies, sexual urges, or behaviors involving sexual activity with a prepubescent child or children (generally age 13 years or younger).
B. The person has acted on these urges, or the sexual urges or fantasies cause marked distress or interpersonal difficulty.
C. The person is at least age 16 years and at least 5 years older than the child or children in Criterion A.
Note: Do not include an individual in late adolescence involved in an ongoing sexual relationship with a 12- or 13-year-old.
Specify if:
Sexually Attracted to Males
Sexually Attracted to Females
Sexually Attracted to Both
Specify if:
Limited to Incest
Specify type:
Exclusive Type (attracted only to children)
Nonexclusive Type
5.3. Kontroversen
5.3.1. Sexuelle Ausrichtung1 oder eigenständige Sexualform
Stark kontrovers diskutiert wird, ob Pädophilie statt einer Störung der Sexualpräferenz (Paraphilie) neben der Heterosexualität und Homosexualität als eigenständige Sexualform also als "Pädosexualität" bezeichnet und betrachtet werden soll. Gegen eine Störung spricht insbesondere die Tatsache, dass Pädophilie nicht zwangsläufig als ein Leiden bzw. als eine Beeinträchtigung des Betroffenen oder seiner Umwelt wahrgenommen wird. Die Klassifizierung als eine Störung rechtfertigt sich nicht, da sich die meisten Pädophilen nicht klinisch relevant von gesunden Menschen unterscheiden.8
Eine neue Herangehensweise an dieses Problem bietet das Drei-Komponenten-Modell.9
5.3.2. Bestrafen einer Krankheit
Wird bei einem Sexualstraftäter Pädophilie diagnostiziert, führt das in der Regel bei der Beurteilung zu einer milderen Strafe wegen leicht verminderten Zurechnungsfähigkeit. Jedoch droht einem Sexualstraftäter mit Diagnose Pädophilie nach der Verbüssung der Strafe die Sicherungsverwahrung, da Pädophilie bislang nur schwer therapierbar sind.
6. Therapeutische Betrachtung
Pädophilie ist ähnlich wie Heterosexualität und Homosexualität ein tief in der Persönlichkeitsstruktur eines Menschen verankertes Muster. Ein "umpolen" oder "heilen" ist genau gleich wie bei anderen Sexualformen nicht möglich. Darum gibt es nicht viele Psychotherapeuten, die sich kompetent fühlen mit Pädophilen zu arbeiten.
In der forensichen Psychiatrie hat sich ein Therapiemodell etabliert, das zum Ziel hat den Betroffenen so zu konstitutionalisieren, dass er "für sich selbst und Kinder keine Gefahr ist". Hierzu wird der Betroffene trainiert den Umgang mit Kindern zu meiden. Dazu kommt eine Erarbeitung von Empathie gegenüber dem möglichen Opfer und eine Auseinandersetzung mit der Tat.
In therapeutischer Arbeit mit Pädophilen geht es darum, dass der Betroffene selbst die Pädophilie als ein Teil von sich akzeptiert. In der Folge geht es um eine Stabilisierung des Alltags und dem Aufbrechen von gefährlichen Abläufen (Muster).
7. Juristische Betrachtung
Pädophilie ist kein juristischer Begriff. Es ist also falsch zu sagen, jemand sei wegen Pädophilie verurteilt worden. Für die Justiz sind die Gesetze massgeblich.10
Bei Urteilen bei einem Sexualdelikt spielt das psychologische Gutachten eine zentrale Rolle. Gilt ein Straftäter als pädophil, wird ihm in der Regel eine strafmildernd verminderte Schuldfähigkeit zugesprochen. Da Pädophilie psychologisch nur sehr schwer behandelbar ist und es keine "Heilung" gibt ergibt sich für Pädophile eine schlechtere Prognose als für Nichtpädophile. Dies hat zur Folge, dass Pädophile, die in der Regel wenn Sie denn ein Delikt begehen, dies gewaltlos durchführen härtere Saktionen drohen als einem Nichtpädophilen, der ein gewalttätiges Sexualdelikt begeht.
8. Umgangssprachliche Bedeutung
Umgangssprachlich wird nicht zwischen den unterschiedlichen Typen von Sexualstraftätern unterschieden. So gilt jeder der ein Sexualdelikt an einem Kind begeht als Kinderschänder, Pädophiler oder veraltet als Unhold.
9. Verwandte Begriffe
9.1. Pädosexualität
Pädosexualität ist ein neuer und synonymer Begriff zu Pädophilie. Angewendet beinhaltet dieser Begriff die These, dass Pädosexualität eine eigene Sexualform neben der Heterosexualität und Homosexualität ist.
9.2. Kinderschänder
Umgangssprachlich emotionaler Begriff gebräuchlich für alle Sexualstraftäter die ein Sexualdelikt an einem Kind begangen haben.
Anmerkungen und Verweise
Begriff zur Differenzierung und Abgrenzung gegenüber den Begriffen Orientierung und Neigung (siehe: Drei-Komponenten-Modell)
Deutschland:
Person unter 14 Jahren. Jugendschutzgesetz § 2 Absatz 1, Strafgesetzbuch § 176 Absatz 1. Im Jugendarbeitsschutzgesetz (§ 2) ist die Grenze jedoch erst bei 15 Jahren gezogen. Personen zwischen 14 und 18 gelten als Jugendliche.
Schweiz:
Der Übertritt vom Kinder- ins Jugendalter ist heute aus soziologischer und
entwicklungspsychologischer Sicht nicht mehr an eine starre Altersgrenze
gebunden und verläuft im Alltag unterschiedlich. Die Dauer einer Lebensphase
hängt sowohl von der individuellen Biographie als auch vom
gesellschaftlichen Wandel ab. Die Kategorien "Kinder" und "Jugendliche"
sind auch aus juristischer Sicht nicht immer klar einer Altersgrenze
zuzuordnen. Gemäss Art. 1 der UNO-Konvention über die Rechte des Kindes wird
jeder Mensch der das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, als
Kind bezeichnet, soweit die Volljährigkeit nach dem auf das Kind
anzuwendenden Recht nicht früher eintritt. Das Schweizerische Recht stimmt
mit dieser Definition überein. Die schweizerische Bundesverfassung spricht
sowohl von Kindern als auch von Jugendlichen, ohne den Übergang von der
Kategorie der unmündigen Kinder in die Kategorie der Jugendlichen klar
festzulegen. Das Zivilrecht, das Strafrecht, das Arbeitsrecht, das
Obligationenrecht und das Bundesgesetz über die Förderung der
ausserschulischen Jugendarbeit kennen wiederum spezifische Anwendungen der
Begriffe und Altersgrenzen. Eine einheitliche Definition der Begriffe Kinder
und Jugendliche ist also in der für die Schweiz relevanten Rechtsgrundlagen
nicht vorhanden.
hybride Wortneubildung mit der gleichen Bedeutung wie Pädophilie.
Diverse Definitionen
Humbold Universität zu Berlin - Sexologie Quelle
Pädophilie. (gr. pais: Knabe/Kind und philia: Liebe) Starkes und dauerndes, u.U. auch ausschließliches sexuelles Interesse eines Erwachsenen an Kindern, d.h. Mädchen oder Jungen vor der Pubertät. Nicht alle Pädophilen haben tatsächlich Sexualkontakt mit Kindern. Der englische Autor C. L. Dodgson (1832-98) zum Beispiel, der unter dem Namen Lewis Carroll "Alice im Wunderland" schrieb, fühlte sich erotisch sehr stark von kleinen Mädchen angezogen. Er verbrachte soviel Zeit wie möglich mit ihnen und schrieb ihnen liebevolle Briefe. Mit Erlaubnis ihrer Eltern macht er sogar von einigen Nacktfotos. Bei alledem hielt er sich aber sehr zurück und überschritt nie die Grenzen der Wohlanständigkeit. Umgekehrt gilt auch: Nicht alle Erwachsenen, die sexuelle Kontakte mit Kindern haben, sind auch Pädophile. Manche nutzen nur eine plötzliche Gelegenheit aus und bleiben im Übrigen an erwachsenen Sexualpartner(inn)en interessiert. In einem solchen Fall ist der Ausdruck Pädophilie nicht angebracht. Er ist auch nicht angebracht, wenn es sich um Sexualkontakte mit Jugendlichen in oder nach der Pubertät handelt, denn echte Pädophile haben an solchen Jugendlichen kein Interesse.
Stand 13.10.2007. Diese Definition wird laufend ergänzt.
Vorschläge und Anregungen bitte an die Redaktion.
© 2007 ITP-arcados
Aktuell auf ITP
- 24.04.2008
Neue Beratungsstelle für Pädophile in der französischen Schweiz
- 27.01.2008
Zwangsgedanken, pädophil zu sein.
- 08.11.2007
Falschmeldungen in den Schweizer Medien.
- 17.10.2007
Neuste Beiträge auf ITP