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Dipl.-Psych. M. Griesemer.
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Die Texte auf ITP-arcados stammen von verschiedenen Autoren mit teilweise sehr unterschiedlichen Sichtweisen zum Thema Pädophilie.
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Was ist eigentlich Pädophilie?
Pädophilie ist eine Sexualpräferenz. Ein Pädophiler ist ein Mensch dessen emotionales und erotisches Interesse vorwiegend oder ausschliesslich Kindern gilt. Wissenschaftlich wird des Phänomen Pädophilie als eigenständige Sexualform bzw. als Devianz gemäss DSM-IV (302.2 Pedophilia) beschrieben und definiert. Die Mehrheit der Pädophilen fühlt sich nur zu Kindern eines Geschlechtes hingezogen. Gemeinsamkeiten unter allen Pädophilen gibt es keine. Berichte die ihnen eine grundsätzlich erhöhte oder verminderte Intelligenz, bestimmte Charaktereigenschaften oder gar übereinstimmende körperliche Merkmale zuschreiben, sind Ammenmärchen.
Sind nicht alle Pädophile Kriminelle?
Pädophile sind in erster Linie Menschen. Als solche sind sie ein Teil der Gesellschaft. Sie sind nicht besser oder schlechter als Menschen mit einer anderen Sexualpräferenz.
In einer pädophilen Beziehung muss kein sexueller Missbrauch im Sinne des Strafgesetzbuches stattfinden. Die große Mehrheit der Pädophilen, die die Beratung bei ITP-arcados aufsuchen, haben das Ziel, ihre Sexualität kennenzulernen, sie kritisch zu reflektieren, sie zu akzeptieren und als Teil ihrer Persönlichkeit zu stabilisieren.
Fälschlich wird der Begriff "Pädophilie" oft synonym zum Begriff "sexueller Kindesmissbrauch" gebraucht. Besonders Boulevardmedien nehmen damit fahrlässig in Kauf, dass Ersatzobjekttäter geschützt werden. Weiter werden damit Menschen mit pädophiler Sexualität allesamt kriminalisiert, diskriminiert und gesellschaftlich geächtet, selbst wenn sie kein Delikt begehen.
Sexueller Missbrauch von Kindern ist in der Gesellschaft umfassend geächtet und löst regelmässig Emotionen aus, die auch schon mal an Hysterie grenzen. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung, ist die Zahl von jährlich erfassten Anzeigen seit Jahren stabil (Siehe: Kriminalitätsstatistik). Dies trotz neuen und verbesserten Ermittlungsmethoden und trotz aller massiven Gesetzesverschärfungen der letzten 10 Jahren, was Fragen über deren Nutzen und eigentlichen Zweck aufwirft.
Menschen mit pädophilen Gefühlen leben in allen Gesellschaftsschichten. Oft führen sie zu ihrem Eigenschutz ein Doppelleben oder sind Einzelgänger. Aus Angst denunziert und gesellschaftlich geächtet zu werden, stehen viele Pädophile alleine da mit den Problemen der Ächtung durch weite Teile der Gesellschaft. Darum fällt es vielen Pädophilen schwer, ihre eigenen Gefühle anzunehmen und zu akzeptieren. Dabei ermöglicht erst die Akzeptanz der eigenen Gefühle das Erarbeiten eines verantwortungsvollen Handelns. Lässt man diese Menschen alleine in der Isolation und gibt man ihnen keine Gelegenheit zu lernen mit ihrer Sexualität verantwortungsbewusst umzugehen, können sich gefährliche psychische Muster entwickeln. So ist zum Beispiel Sozialphobie eine häufige Folge. Auch Selbsthass bis hin zum Suizid sind möglich.
Wie entsteht Pädophilie?
Warum ein Mensch pädophil wird, ist bisher kaum erforscht. Wie bei der Diskussion um Homosexualität gibt es Anhänger der Gen-Theorie und der Biographie-Theorie. Die einen sehen es als ein Phänomen der Vererbung, die anderen als ein Produkt von Einflüssen im Kindheitsalter.
Die wissenschaftliche Forschung gestaltet sich bei der Pädophilie äusserst schwierig. Ein grosser Teil der wissenschaftlichen Forschung findet ausschließlich im Justizvollzug statt, der einzige Ort wo es bei Pädophilen ein Hellfeld gibt, was wiederum die Auswahl der zu erforschenden Personen eingrenzt und mit Ersatztätern vermischt. Die meisten Pädophilen leben versteckt und sind für die Forschung nicht zu erreichen. So gibt es keine gesicherten Zahlen darüber, wieviele echte Pädophile es gibt.
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