Das Experiment, Oliver Hirschbiegel

Philip Zimbardo, Psychologe an der Stanford-Universität in Kalifornien, bat im Jahre 1971 einige Studenten um die freiwillige Teilnahme an einem Experiment. 24 junge, unauffällige Männer ohne Vorstrafen stellten sich ihm zur Verfügung.

Er teilte sie ein in Gefangenenwärter (in Uniform) und Gefängnisinsassen (zuerst nackt, dann entlaust und kahl geschoren, schliesslich in Sträflingskleidern) und liess sie so recht realistisch ihre Rollen spielen. Der Auftrag an die Wärter lautete: Sie sollten für Ruhe und Ordnung sorgen und die Gefangenen respektieren. Nach sechs Tagen musste der Versuch abgebrochen werden: Die "Wärter" demütigten und quälten die "Gefangenen" bis zum körperlichen und seelischen Zusammenbruch, die Spirale der Gewalt war nicht mehr zu bremsen. (Anders als im tatsächlichen Experiment Zimbardos wird aber im Film das Experiment weitergehen. Schliesslich soll der Film die Kassen füllen).

Dieses sozialpsychologisch höchst aufschlussreiche Experiment erklärt so manche grausamen Züge, die in der menschlichen Natur verborgen liegen und bei passender Gelegenheit zum Ausbruch kommen, nämlich dann, wenn ein Volk oder eine Volksgruppe das Gefühl hat, sie seien auf Grund ihrer Rasse, ihres Glaubens, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Lebensführung oder fehlender Vorstrafen wegen die besseren Menschen. Die Geschichte der Menschheit bestätigt Zimbardos Erfahrungen von anno dazumal hundertfach. Und deshalb ist es so unverantwortlich, Emotionen zu schüren - selbst dann noch, wenn die Vorwürfe an die andere Adresse der Wahrheit entsprächen! 1963 hatte Stanley Milgram mit einem ähnlichen Experiment die Fachwelt schon aufhorchen lassen: Zwei Drittel von zufällig auf der Strasse rekrutierten Personen zeigten sich bereit, einen Menschen, den sie nicht kannten, mit Stromstössen zu töten, nachdem eine Autoritätsperson im weissen Kittel ihnen erklärt hatte, es sei in Ordnung.

Warum ITP diesen Film empfiehlt

Dem aufmerksamen Zuschauer wird das Blut in den Adern gefrieren, wenn er diesen Film sieht. Wie schnell aus eigentlich zivilisierten Menschen Monster werden.

Pädophile sind in der Gesellschaft geächtet. Einem Pädophilen schlägt mehr Abscheu und Vorverurteilung entgegen, als irgend einem anderen - egal ob er ein Delikt begeht oder nicht. Dies zeigt sich nicht nur in der bekannten Gefängnishyrarchie, wo Sexualstraftäter die unterste Schicht bilden, auch in der freien Gesellschaft sind Pädophile Freiwild. Diese Situation wird gerne ausgenützt. Auf Pädos kann man gut einprügeln, sie können sich nämlich nicht wehren.

Zwar wird in diesem Film nur ein Experiment beschrieben, für manchen Pädophilen sind die in diesem Film dargestellten Mechanismen tägliche Realität - eine Realität die niemand stoppen kann. pz

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