Das Schicksal eines verwahrten Pädophilen: der Fall Peter K.

Mit den einleitenden Worten: "Er war eine Gefahr für Kinder, ist er es noch?" berichtet die Weltwoche über das Leben von Peter K. Es ist ein erschütternder Bericht. Und der Autor, Peter Holenstein, ist nicht der einzige der sich fragt: "Ist das noch Recht?"

Ein Insasse einer Strafanstalt schickt der Weltwoche folgenden Brief:

"Ich bin hier schon vielen traurigen Schicksalen begegnet aber der Fall meines Mithäftlings Peter K. ist eine menschliche Tragödie. Es vergeht kein Tag, ohne dass er gedemütigt oder schikaniert wird. Er ist zu alt und körperlich zu schwach sowie vom Charakter her leider auch zu gutmütig, um sich wehren zu können. Die Aufseher sehen und hören oft weg, wenn ihm etwas passiert oder gesagt wird: 'Bisch noni verreckt, Chindlificker?' oder 'Ich schlo di z Tod, du Sauhund!'. Als 'Kinderschänder' ist er auf der untersten Stufe der Hierarchie, menschlicher Abschaum, mit dem man machen kann, was man will. Von Mitinsassen wird er deshalb oft geschlagen. Damit er dabei weniger Schmerzen spürt, trägt er immer drei Pullover, sogar im Sommer. Ich glaube nicht, dass Peter K. unter diesen Umständen resozialisiert oder therapiert werden kann. Das Gegenteil ist der Fall: Der 'soziale Filter' wird für ihn im Zuchthaus mit jedem Jahr grösser, bis hin zur vollständigen zwischenmenschlichen Isolation. Ich fürchte, er wird total vereinsamen oder eines Tages totgeschlagen."

Mit den einleitenden Worten: "Er war eine Gefahr für Kinder, ist er es noch?" berichtet die Weltwoche über das Leben von Peter K. Es ist ein erschütternder Bericht. Und der Autor, Peter Holenstein, ist nicht der einzige der sich fragt: "Ist das noch Recht?"

Seit 14 Jahren sitzt Peter K., heute 70, für Sexualdelikte, die nach wenigen Monaten gebüsst gewesen wären. Doch Psychiater sind sich uneins, ob er therapierbar ist. Und deshalb bleibt er in Verwahrung.

Die Straftaten von Peter K. waren folgende

Peter K. liess es zu Situationen kommen, wo er mit sechs- bis zwölfjährigen Kindern zu "Doktorspielen" kam. Die Kinder kannte er jeweils und sie waren ihm jeweils auch sehr zugetan. So zeigte er einem Zwölfjährigen den Gebrauch eines Präservativs - statt an einer Banane (wie es in der Schule oft gemacht wird) "am lebenden Objekt". Ein Mädchen klärte er anhand von Bildern und Aufklärungsbüchern über den Geschlechtsverkehr und die Menstruation auf. Er liess es auch zu, dass er sich fesseln liess und ihm die Kinder die Hosen runterzogen um sein Glied anzuschauen.

Alle seine Delikte spielten sich in diesem Rahmen ab. Es ist nicht bekannt, ob es Opfer von Peter K. gibt, die sich auch wirklich als Opfer von Peter K. sehen, bzw einen Schaden durch Peter K. erlitten haben.

Der Bericht der Weltwoche geht detailiert durch die verschiedenen psychologischen Gutachten und durch die Gerichtsakten. Zum Schluss des ohnehin schon sehr lesenwerten Berichts, macht der Autor, noch auf einen weiteren unglaublichen Umstand aufmerksam, der in den kommenden Jahren noch bei mancher Gemeinde in der Schweiz zu Kopfzerbrechen führen wird:

"Inzwischen ist Peter K. aus Lenzburg in die als moderat geltende Bündner Strafanstalt Realta versetzt worden. Den Ausschlag dafür gaben weniger humanitäre als pekuniäre Gründe. Bislang musste nämlich die kleine Gemeinde Cumbel, in der K. seinen letzten Wohnsitz hatte, für die Kosten seiner Verwahrung in den ausserkantonalen Zuchthäusern aufkommen. Rudolf Caduff, der Gemeindeschreiber: 'Der Mann hat uns bis zu seiner Versetzung in den Kanton Graubünden rund eine Million Franken gekostet, was für unsere schwache Gemeindekasse eine enorme finanzielle Belastung darstellte.'" Weltwoche, pe

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