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Zusammenfassung:
In der Monatszeitschrift NEON vom Juni 2006 berichtet Vera Schroeder von Marco, einem pädophilen Mann, 33 Jahre und Aktivisten der Internetinitiative "Verantwortung für Kinder". Geschildert wird zunächst, wie sich Marco seinem damaligen besten Freund geoutet hat. Das Outing bei einem pädophilen Menschen ist einerseits etwas sehr wichtiges. Viele Pädophilen leiden sehr darunter, dass sie mit ihren Gedanken alleine sind und niemand da ist, der mit ihnen diese Gedanken reflektiert. Marco: "Das Schlimmste ist, dass man über sowas mit niemandem reden kann.". Anderseits beinhaltet jedes Outing das Risiko des Verlustes. Oft suchen Pädophile für ihr erstes Outing einen besten Freund oder eine beste Freundin aus, dies ist weniger risikoreich als bei eigenen Familienmitgliedern. Marco tat nun ebendies, er offenbarte sich seinem besten Freund. Dieser schien ihn zu verstehen, zunächst. Wichtig war und ist es Marco zu betonen, dass er noch nie ein Kind angerürt habe und er das auch niemals tun würde.
Vera Schroeder schreibt bei der Beschreibung des Phänomens Pädophilie: "Sexualwissenschaftler gehen davon aus, dass zwischen 0,2 und 1 Prozent, also 160 000 bis 800 000 Menschen in Deutschland pädophil sind". Leider verrät sie nicht, welche Sexualwissenschaftler diese Zahlen angeben. Eine exakte Abgrenzung des Begriffs "Pädophilie" fehlt auch, jedoch schreibt sie weiter: "Dabei werden nach neusten Erkenntnissen nur ein geringer Teil der jährlich 20 000 angezeigten Sexualverbrechen gegen Kinder von Pädophilen begangen. Die meisten Täter sind "Ersatztäter", die sich aus einem "sexuellen Notstand" heraus an Kindern, oft in der eigenen Familie, vergehen." So neu sind diese Erkenntnisse jedoch nicht. ITP-arcados zitiert seit bald 10 jahren Wissenschaftler, die genau diese Erkenntniss vertreten.
Der Bericht beschreibt weiter Marco's Jugend und wie er schon immer anders fühlte und dachte als seine unmittelbaren Mitmenschen. Zuerst ist das Gefühl nur vage. Das wird schon wieder. Irgendwann interessiert man sich auch für Frauen, so wie die anderen. Doch Marco träumt weiterhin von Jungs statt von Frauen. Depressionen folgten. Im Internet trifft er auf militante Kinderschützer, die ihn als "tickende Zeitbombe" sehen. Unter gewissen Pädophilen wird er als "verklemmter Selbstbelügner" abgeurteilt, weil er sich immer strikt gegen jegliche sexuelle "Einvernehmlichkeit" zwichen Kindern und Erwachsenen gestellt hat. Doch er fand auch Gleichgesinnte, die wie er zwar pädophile Gefühle hatten, sich jedoch grundsätzlich gegen sexuellen Kontakt mit Kindern aussprachen. Zusammen mit diesen Freunden betreibt Marco nun die Internetpräsenz "Verantwortung für Kinder", mit dem Ziel auch andere Pädophile davon zu überzeugen, dass es keine sexuelle "Einvernehmlickeit" geben kann.
Im Weiteren wird noch auf das Therapieangebot der Charité Berlin (Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch im Dunkelfeld ) eingegangen. Vera Schroeder schreibt dazu: Das Projekt der Charité erfreue sich grosser Resonanz. In nur wenigen Monaten hätten sich schon über 300 Pädophile bei der Charité gemeldet. David Goecker, einer der 'Sexualmediziner' von diesem Projekt wird zitiert mit der Erkenntniss, dass das Interesse vieler Pädophiler an Kindern weit über die sexuelle Anziehung hinausgeht. "Sie fühlen sich in der Welt der Kinder verstanden und aufgehoben und viel wohler als unter Erwachsenen". Eine weitere Erkenntniss, die ITP-arcados seit Jahren vertritt.
Kommentar von ITP:
Ein wirklich einfühlsamer Bericht zur Situation von Marco. Vera Schroeder verstand es gut die wesentlichen Phasen von Marco's Leben sowie seine Gedanken zu schildern. Präsentiert wird nicht ein Sonderling mit abartigen Gedanken, sondern ein Mensch der seinen Weg sucht und in seiner speziellen Situation einen Weg gefunden hat.
Etwas eigenartig präsentiert sich in diesem Bericht eigentlich nur die Charité Berlin mit ihrem Projekt (Prävention von sexuellem Missbrauch im Dunkelfeld). Seit über zwei Jahre machen die Leute um Prof. Beier Werbung für ihr Projekt. In unzähligen Medienberichten wird das Projekt in den höchsten Tönen gelobt und einen unglaublichen Erfolg herbeigeschrieben. Jedoch empfinden wir aus unseren eigenen Erfahrungen das Interesse von etwas mehr als 300 als recht gering. Eigenartig auch die immer wieder betonte Exklusivität des Projekts. Als ob es zu dem Projekt keine nötigen Alternativen gäbe. Für ITP-arcados ist das Projekt der Charité Berlin eine willkommene Alternative, genauso wie die Initiative von Marco, Verantwortung für Kinder. Alle drei Initiativen beschreiten einen etwas anderen Weg, doch alle drei haben ähnliche Ziele.
Weiterführende Links:
Das erste Projekt einer renommierten Institution mit Prävention im Dunkelfeld.
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