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Aktuelle Beiträge / Archiv / Sexueller Missbrauch
Auf der Webseite der Opferberatungsstelle Castagna findet man folgende Aussage: Im Kanton Zürich hat «die Zahl der Verurteilungen wegen sexueller Handlungen mit Kindern zwischen 1987 und 2002 um 172 Prozent von 207 auf 356» zugenommen.
Für das Jahr 2002 weist das Bundesamt für Statistik 343 Verurteilungen wegen sexueller Handlungen mit Kindern aus - jedoch nicht im Kanton Zürich sondern in der ganzen Schweiz.
Peinlich auch die falsche Berechnung der ohnehin schon falschen Zahlen. Denn, wenn die Zahlen stimmen würden, wäre es eine Steigerungsrate von 75% und nicht 175%.
Auch die Opferorganisation Mira hats nicht mit genauen Zahlen: Auf ihrer Homepage präsentiert sie eine Nationalfondsstudie, wonach 40% der anonym befragten Frauen vor ihrem 16. Geburtstag sexuell missbraucht worden seien. Doch die zitierte Studie umfasste den Begriff 'sexueller Missbrauch' sehr weit. In der Studie zählte auch zum sexuellen Missbrauch, wenn jemand: «über den Kleidern auf sexuelle Art und Weise betastet» worden sei.
«Das tatsächliche Ausmass von sexueller Ausbeutung bei Kindern kann nicht zuverlässig erfasst werden», sagt Christoph Häfeli, Professor an der Hochschule für soziale Arbeit Luzern.
Kommentar ITP:
ITP-arcados stimmt Christoph Häfeli zu, dass das Ausmass von sexueller Ausbeutung von Kindern nicht zuverlässig erfasst werden könne. Er hat auch recht mit der Forderung, dass viel mehr für die Prävention getan werden müsste. In der Schweiz steht ITP-arcados noch immer alleine da mit Präventionsarbeit. Deutschland (www.kein-taeter-werden.de) und auch Kanada (http://www.ccjf.org/what/circles.html) kennen bereits Projekte, die sich um einen ähnlichen Präventionsansatz bemühen.
Oft argumentieren Kinderschutzorganisationen damit, dass die Zahl der Übergriffe auf Kinder immer zunehmen und man darum die Gesetze verschärfen, also die die Strafen für Delikte gegen die sexuelle Integrität erhöhen müsse. Jahrelang wurden aufgrund solcher Argumente die Gesetze verschärft und die Höhe der zu erwartenden Strafen erhöht. Noch immer glaubt die Mehrheit der Menschen potentielle Straftäter würden sich durch hohe Strafen von ihren Taten abschrecken lassen. Ein Irrtum, der längst statistisch nachgewiesen werden kann. Bedarf es wirklich des Fälschens, um Argumente für Gesetzes-verschärfungen zu haben?
© ITP-pe 2006 / Zahlen entnommen aus Beobachter 14/2006
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