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Kinderpornographie und Internet

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Aktuelle Beiträge / Archiv / Kinderpornographie

Kinderpornografie aus der Sicht eines Konsumenten

Ein Bericht eines pädophilen Mannes

Für mich stehen bei der Auseinandersetzung mit diesem Thema drei Fragen im Mittelpunkt:

  1. Was sehe ich eigentlich bei der Betrachtung pornografischer Bilder?
  2. Was lösen sie bei mir aus, was machen sie mit mir, aus mir? Was ist ihre Eigendynamik?
  3. Wie gehe ich damit - und mit mir selber dabei - um?

Diese drei Fragen sind umgangsmäßig und emotional eng miteinander verbunden. Unter Umständen kann ich sie nicht genau voneinander trennen.

Das bewegungslose Bild ermöglicht mir - mehr noch als der Film -, meinen eigenen "Porno" zu inszenieren. Unabhängig davon, ob mein Sexbegehren auf kleine oder große Menschen ausgerichtet ist, werde ich einen Rahmen schaffen, in welchem ich meinen Sex lustvoll erleben kann. Diesen Rahmen gestalte ich mir sowohl real als auch in der Phantasie. Ich mache es mir "bequem", lege vielleicht eine bestimmte Platte auf und schnappe mir mein Bilder-Heft.

Dieser Rahmen sagt einiges über meine Beziehungsbedürfnisse zu mir und auf einen Partner hin. Ein Kern meiner Bedürftigkeit ist zwar der Sex, aber der Rahmen - meine begleitenden Phantasieszenarien - sind das "Fruchtfleisch". Ich bedarf ja eigentlich eines lebendigen, von mir geliebten Menschen, auf den mein - auch sexuelles - Begehren gerichtet ist. Ich benutze das Bild als Ersatz dafür.

Auch dann, wenn es als "Zusatz" benutzt wird, wird Ersatzhaftes, real Fehlendes mit ihm "transportiert".

Der Junge auf dem Bild sieht mich - nicht. Ich sehe ihn mit "seinem" (?) erwartungsvollen Blick - auf mich? Ich nehme ihn auf in meinen Rahmenbau für mein Phantasieszenario. Ich gestalte, ich konkretisiere so meine Beziehungsbedürftigkeiten auf ihn hin. Mit ihm? Ein Teil meiner Phantasie spielt ihn so, wie ich ihn begehre.

Nun habe ich - vorübergehend und beständig zugleich - diese Bildszenen im Kopf. Ich muß das Bild dazu immer neu betrachten, in Sichtweite legen oder halten: quasi zur Vergewisserung, daß "es" noch da ist - "er" erreichbar, verfügbar bleibt. Dabei erlebe ich mich dann ähnlich wie süchtig: wenn ich unterwegs bin, bin ich noch "voll von ihm". Ich vergleiche wie selbstverständlich das Bild in meinem Kopf/Körper (denn es füllt ja auch meinen "Bauch", meine Lenden) mit den mir entgegenkommenden "sextauglichen" Menschen. Ich lege es sozusagen darüber - über die aktuelle äußere Realität. Ich erlebe, wie "es" immer - irgendwie - nicht paßt.

Mein innerer Rahmenbau läßt mir zu wenig Platz für wirkliche Kontaktsituationen, reale Menschen. Mein Beziehungsbedürfnis geht quasi nach innen, bleibt bei meinen Onanieszenen. Onaniephantasien sind nach innen gerichtet. Sie sollen ja einfach, direkt und unkompliziert sein, mir total angepaßt. Nur so bringen sie ja die größtmögliche lustvolle Ersatzbefriedigung - und damit Entspannung. Dazu reicht oft ein Bild, daß ich in Bewegung und Erregung setze, bezogen nur auf mich. Ich bin immer auch Teil des von mir belebten Bildes. Das ist einfach, denn ich bin auch der Widerpart und habe alles im Griff: meinen Körper, den Bildkörper und alle Gefühle.

Ich halte das Benutzen von Pornomaterial für kontraproduktiv. Es suggeriert mir Nähe zu nur Gesehenem, Gedachtem und vergrößert so meinen Abstand zu real begehrten kleinen Menschen. Sie werden - sind - wie die Bilder. Ich sage dann: "Ich habe einen tollen Jungen gesehen", halte das für berichtenswert und erlebe mich mit ihm ... in nur meinen Rahmungen. Ich kenne das so, daß Menschen, die ständig ohne reale Sexbeziehungen leben, ihr Fehlen ständig mit ihrem Kopf/Körper an jede gesehene Realität herantragen. Die Welt wird Porno, die Welt wird irreal schön, löst überall neuerliches Begehren aus, und gleichzeitig finde ich keinen wirklichen Kontakt, keinen Einstieg in eine wirkliche Begegnung.

Die Welt erscheint zunehmend real unbewältigbar. Ich wirke nicht auf sie ein. Das ist das wirkungsvoll Unwirkliche bei meinem Kopfkino. Das kann Krankheitsformen annehmen - sagen auch etliche Therapeuten. So empfinde ich auch in solchen irren Phasen des Getriebenseins ohne Wirkung, ohne Wirklichkeitswert.

Meine Erfahrungen mit pornotauglichem Material sind identisch mit dem, was auch homosexuelle oder heterosexuelle Männer berichten. Nach einiger Zeit sind die Bilder, Hefte, Filme untauglich. Sie sind sozusagen verbraucht. Ihre anregende Potenz verliert sich. Was aber bedeutet das genau? Auf jeden Fall brauche ich neue Bilder, andere Posen. Ein Teil meiner Zeit verbringe ich nun mit der Beschaffung: der Reiz der Suche und das Erschließen neuer Quellen ist aufregend - fast schon Vorspiel. Es ist fast so, als lernte ich neue Jungen kennen. Ich "habe" sie dann, trage sie spannungs- und erwartungsgeladen nach Hause wie Eroberungen. Ich habe meine Rahmungen im Rohbau schon im Kopf am Laufen ... blättere dann begierig und onaniere ... wie neu. Dabei wurde dieser Kreis für mich zunehmend enger. Die Abnutzung trat schneller ein. Onaniegenuß wurde zunehmend flacher, unbefriedigender. Der Beginn mit neuerlichem Material war manchmal exzeßhaft, unersättlich - bis zur rein körperlichen Erschöpfung und dann: Leere. In diese Leere hinein erfolgte neuerliches Blättern, Suchen, Vor- und Zurückspulen, ohne Finden. Es war so, als ob da das Entscheidende irgendwie verschwunden war, nicht mehr vorhanden, nicht mehr wiederfindbar. ... Neues Material ... oder ganz altes ... Unruhe und tiefe Einsamkeitsgefühle. Der Fluch der eigenen Gier? Ich habe zunehmend unter dem Ungleichgewicht von stoßweiser, enormer Phantasie, Getriebenheit und mangelndem Realitätszugang gelitten. Das war auch der Zwiespalt von irrealer, kurzer Beziehungsfülle mit Bildern und realer, zunehmender Einsamkeit. Durch dieses Leben, durch diesen Umgang mit mir selber sind in meinem Denken und Fühlen "nur mit Pornos" falsche Fährten entstanden. Es wurde wie ein Sog. Die schnelle Verfügbarkeit der Bilder, das widerpartlose Integrieren der Jungen in meine Bedürfnisphantasien machten mich unsensibel in jeder Realität. Ich verhielt mich nicht mehr, ich glotzte nur noch: sehnsüchtig und schmachtend. Ich war reaktionsunfähig geworden, wenn mich ein realer Junge nur anlächelte. Ich war erschrocken, plötzlich (z.B. wegen der Uhrzeit) angesprochen zu werden, was sowieso selten geschah. Ich erlebte enorme Ängste draußen. Ich fühlte mich unsicher, erkennbar, verraten und verfolgt. Sah man mir meinen Pädo an, meinen gierigen Pornoblick? Sah man, daß ich jeden begehrlichen Jungen bereits fest in meinem Kopf hatte und ja genau wußte, wozu?

Erst als ich unter Mühen versuchte, die Pornos beiseite zu legen, konnte ich mir beides genauer ansehen: meine mit der Zeit erbärmliche Enge und quälend gewordene Realität als Pseudo-Voyeur und meine immer unbefriedigender gewordene treibende Irrealisierung tiefster mitmenschlicher Bedürftigkeiten. Ich kapierte für mich: Pornos heizen meine Sehnsüchte, Begehrlichkeiten und Bedürftigkeiten und meinen "Unfrieden mit der Welt" ständig neu an, ohne Ausweg. Und nur ich bin es, der sie besorgt und ansieht. Der dem Drang, dem Zirkel nachgibt. Der keine realen Versuche dagegensetzt. So gehe ich mit mir um - und die Realität verkehrt sich.

Für einige Männer scheint es lange eine Frage der verschiedenen Umgangstechniken zu sein. Sie verändern von Zeit zu Zeit ihr Konsumverhalten bei Pornos. Analog den Alkoholikern: Verknappungsstrategien: nur wenige ... nur ein Bild ... erst heute Abend ... nur 50 DM im Monat dafür ... mal einen Tag aussetzen usw.

Es ist einigen Männern offensichtlich auch möglich, auf Pornomaterial zu verzichten (zumal auch das nun strafbar macht). Sie nehmen ihr Bildmaterial direkt aus der Realität. Sie erschaffen sich so ihren Pseudo-Sexpartner, lassen ihn in ihrer Phantasie, in ihrem Kopfkino, aufleben, in welchem sie dann oft über Stunden selber einziger Teil sind. Das scheint dichter an der Realität zu sein. Ich kenne das dann so, daß ich die gesehene und vereinnahmte Jungen-Silhouette wieder sehen will, ihn suche und finde, ihn beobachte und mich vollsauge mit Bewegungen von ihm und seiner Mimik und Gestik. Ich habe ihn dann wieder gesehen, ihn wahrnehmend erweitert, um ihn noch realer phantasieren zu können. Auch das hat sein Ende, seine Abnutzung. Vergeblichkeit meiner Mühe und Sehnsucht, weil doch nur IHN SEHEN war.

Beides geht, beides bleibt voyeurhaft, bleibt Porno. Nichts wurde möglich: kein Kontakt mit gangbaren Annäherungen bis zur Beziehung, kein Entdecken der vielen unverständlichen, spannenden, sperrigen, widerständigen und liebenswerten Seiten eines realen kleinen Menschen. Korrespondierend erlebte ich meine Reduzierung auf mich: kein Mich-Ausprobieren mit einem realen kleinen Menschen, keine neuen Anregungen und Entdeckungen meiner vielen Möglichkeiten. Kein Für-jemanden-wirklich-da-sein-Können.

Am Ende standen da für mich immer wiederkehrend: Vereinsamungen, Isolation, Depressionen. Das meine ich, als ich am Beginn von kontraproduktiv in Bezug auf den Umgang mit Porno schrieb. Porno-Trip: das ist meine Selbstverweigerung der möglichen Realitäten und nur erdachte Befriedigung etlicher Bedürftigkeiten. Der Ausweg kann nur meine neue, andere Realität sein. Ich muß aus dem Irrealen heraus. Ich muß heraus aus diesem Teufelskreis. Mir zuliebe. In Sorge um mich. Ich muß Beziehungsfähigkeit neu erlernen wollen. Das geht - für mich jedenfalls war das möglich.

Weiterführende Links:

Link Kinderpornos im Alltag

Wo die freie unzensierte Kunst endet.

Link «Was ist Kinderpornografie?»

Eine Momentaufnahme. Annäherung an den Begriff Kinderponografie.

© ITP-pa 1999

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