Feministinnen, die antimuslimische Positionen vertreten, verknüpfen die Unterdrückung der Frau mit einer ganzen Kultur oder Religion. Eine koloniale Haltung, findet Birgit Rommelspacher.
Artikel-Ausschnitte: "Allerdings gab es schon früher Tendenzen innerhalb der Frauenbewegung, andere Gruppierungen mithilfe des Patriarchatsvorwurfs zu diskreditieren. In den siebziger Jahren richtete er sich vor allem gegen die Juden. Ihnen wurde vorgeworfen, einem archaisch verwurzelten Patriarchat verhaftet zu sein, und unter anderem auch, den sexuellen Missbrauch von Kindern zu legitimieren."
"Ja, es ist eine gute Sache, sich für die Rechte der Frauen einzusetzen. Das Problem beginnt dann, wenn die Unterdrückung von Frauen untrennbar mit einer bestimmten Kultur, wahlweise auch einer bestimmten Religion oder Tradition verknüpft wird. Patriarchat und Kultur beziehungsweise Religion oder Tradi tion sind dann nicht mehr jeweils eigenständige Grössen, die in Wechselwirkung miteinander treten. Sie verschmelzen vielmehr, sodass man schliesslich die ganze Kultur beziehungsweise Religion infrage stellen muss, will man sich für Frauenrechte einsetzen."
Den ganzen Artikel finden Sie unter woz.ch Bis zu ihrer Emeritierung war Birgit Rommelspacher (*1945) Professorin für Psychologie an der Alice-Salomon-Fachhochschule in Berlin. Schwerpunkte ihrer Forschung sind Interkulturalität und Geschlecht sowie Rechtsextremismus.
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