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Literatur und Filme / A. M. Homes: Von der Mutter missbraucht
Interview von David Schah / © 2005/06 «eigentümlich frei»
Kindesmissbrauch wird in den Medien fast ausschließlich mit männlichen Tätern in Verbindung gebracht. Mit seinem 2004 erschienenen Buch „Von der Mutter missbraucht“ versucht Alexander Markus Homes detailliert und statistisch untermauert darzulegen, dass Kinder mitnichten nur von Männern missbraucht werden, sondern dass psychologische Folgen sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen auf schwerwiegende Misshandlungen vor allem durch die Mutter zurückzuführen sind. Da sich in Zeiten von chauvinistischem Feminismus und Gender Mainstreaming kein Verlag fand, der dieses brisante Thema herausbringen wollte, hat Homes sein Buch im Eigenverlag herausgebracht. Gegenüber eigentümlich frei fasst er die wichtigsten Erkenntnisse seiner Recherchen zusammen:
ef: Wie sind Sie zu dem Thema „Kindesmissbrauch durch Frauen“ gekommen??
Homes: Ich recherchierte vor Jahren zum Thema „Missbrauch mit dem Missbrauch“. Hierbei konnte ich einer Studie aus den USA folgendes Ergebnis entnehmen: Die Missbrauchsvorwürfe, die Mütter in Scheidungs- und Sorgerechtsverfahren gegen die Väter erhoben haben, wurden in 33 Prozent der Fälle als zutreffend und in 49 Prozent der Fälle als unzutreffend gewertet. Und Missbrauchsvorwürfe, die Väter gegen die Mütter erhoben haben, wurden in 42 Prozent der Fälle als zutreffend und in 41 Prozent der Fälle als unzutreffend gewertet. Diese Studie war für mich der Anlass, intensive Recherchen zum Thema Kindesmissbrauch durch Frauen zu betreiben.
ef: Es gibt die Horrorzahl, nach der in Deutschland jährlich 300 000 Kinder missbraucht werden. Wie und von wem werden solche Zahlen ermittelt?
Homes: Diese magische Zahl 300.000 stammt von Kavemann und Lohstöter, niedergeschrieben in ihrem 1984 erschienenen Buch „Väter als Täter. Sexuelle Gewalt gegen Mädchen“. Sie multiplizierten 15.000 angebliche gewalttätige Viktimisierungen von Kindern mit 20 – dem angeblichen Dunkelfeld – und kamen so auf jährlich 300.000 Kinder, die sexuell missbraucht werden. Hierbei beriefen sie sich auf den wissenschaftlichen Mitarbeiter des Bundeskriminalamts in Wiesbaden, Dr. Michael Baurmann. Doch weder das Bundeskriminalamt noch Baurmann haben diese Missbrauchszahl, die sich auf die alten Bundesländer bezog, ins Spiel gebracht.
ef: Wann ist der Tatbestand des Missbrauchs erfüllt? Gibt es objektive Kriterien dafür?
Homes: Im Strafgesetzbuch ist klar definiert, wann der Straftatbestand des Kindesmissbrauchs erfüllt ist. Es wird insbesondere unterschieden zwischen sexuellen Handlungen mit und ohne unmittelbaren Körperkontakt
ef: Wie hoch genau sind die Missbrauchsraten für weibliche Täter?
Homes: Auf die BRD bezogen kommt Andreas Kloiber auf einen Anteil von 40,5 Prozent an weiblicher Täterschaft. In verschiedenen internationalen Studien wurden teilweise viel höhere Werte ermittelt, mit Ergebnissen von bis zu 80 Prozent weiblicher Täterschaft.
ef: Gibt es einen typisch weiblichen Missbrauch, der sich von männlichem Missbrauch unterscheidet?
Homes: Die pädophilen Männer und Väter, Frauen und Mütter begehen in der Regel die gleichen Taten, auch bezüglich des Missbrauchsmusters: Auch Frauen sind fähig, Kinder, ihre eigenen Söhne und Töchter, schlimmster sexueller Gewalt auszusetzen. Das zeigen und dokumentieren viele Untersuchungen, auch Berichte in den Medien. Unwiderlegbar wird bewiesen, dass die eindeutig parteilich-feministischen Argumente wie beispielsweise die von Alice Schwarzer und Ursula Wirtz, wonach Frauen und Mütter eben nicht sexuell auf Kinder fixiert sind und somit keine sexuelle Gewalt ausüben, da „Sexualität für Frauen nicht Ausübung von Herrschaft“ sei,, absurd sind. Ja, sie stellen für die betroffenen kindlichen Opfer einen zusätzlichen Missbrauch dar. Es kommt in einer Vielzahl von Missbrauchsfällen zu brutalen, ja brutalsten Gewalthandlungen. Die am häufigsten genannten Arten des Missbrauchs durch weibliche Täter umfassen gegenseitige Masturbation, vaginalen, analen und oralen Verkehr, oft unter Zuhilfenahme von Pornographie. Die Penisse von kleinen Jungen werden grob und brutal malträtiert, während die Täterin versucht, sie zu einer Erektion zu bringen. Manche Kinder werden gezwungen zuzusehen, wie die Täterin Sex mit männlichen oder weiblichen Partnern hat.
Im Rahmen des Missbrauchs gibt es häufig auch sadomasochistische Handlungen und Unzucht mit Tieren. Es gibt auch Mütter, die ihre Kinder sexuell missbrauchen, dabei körperlich quälen und in ihrer Persönlichkeit demütigen, beschimpfen, erniedrigen oder herabwürdigen. Im Übrigen ist mir bei meinen Recherchen aufgefallen, dass insbesondere Mütter bei den sexuellen Gewalthandlungen die Töchter – Söhne sind hier offenbar sehr selten betroffen – dazu zwingen, sie mit Gegenständen vaginal zu penetrieren und ihnen Orgasmen zu verschaffen. In vielen Fällen nehmen sie sogar die kindlichen Finger und Hände. Missbrauchende Mütter sehen – offenbar ähnlich wie missbrauchende Väter – insbesondere die missbrauchte, rechtlose Tochter und ihren kindlichen Körper als ihren persönlichen Besitz an, über den sie frei und immer uneingeschränkt verfügen können.
ef: Was sind die Motive für weiblichen Kindesmissbrauch?
Homes: Die Motive, Kinder sexuell zu missbrauchen, sind bei Müttern und Vätern sehr ähnlich: Im Vordergrund steht in erster Linie nicht die sexuelle Befriedigung, sondern das Bedürfnis nach Macht und Kontrolle. Über die Gründe des sexuellen Kindesmissbrauchs befragt, berichten viele der Täterinnen, man habe sie genötigt oder gezwungen. Eine andere Auskunft ist, dass sie bedürftig gewesen seien: Sie hätten Aufmerksamkeit und Bestätigung bei den kindlichen Opfern gesucht, zumal sie einsam gewesen seien. Sie sprechen auch von dem Verlangen nach Nähe, Zärtlichkeit, Körperkontakt und Sexualität. Viele der Täterinnen fühlen sich vom Partner abgelehnt und versichern, sie hätten dem Partner oder anderen Personen gegenüber Gefühle von Wut, Rache und Eifersucht. Viele berichten, sie hätten sich bei den Kindern die sexuelle Befriedigung geholt, die sie von ihren Lebenspartnern oder Ehemännern nicht in befriedigender und ausreichender Form bekommen hätten. So wird beispielsweise der Sohn von der Mutter zum Partnerersatz, zum Traum-Mann, stilisiert. Die Mutter als dominierende Partnerin und Liebhaberin verleugnet ihre Mutterrolle. Auch sexuelle Befriedigung mittels Macht- und Gewaltausübung spielt eine gewichtige Rolle. So berichten Missbraucherinnen, dass sie insbesondere das Gefühl von Macht über das kindliche Opfer sexuell stimuliert und erregt habe. Es sei zu einer Steigerung der sexuellen Erregung durch die Furcht des Kindes gekommen. Im Übrigen: Zahlreiche, oft alleinerziehende, Mütter nutzen ihre mütterliche Macht zur körperlichen Lustgewinnung brutal aus, indem sie ihre Kinder mittels Gewalt oder auch Bedrohungen zum Sex zwingen. Andere alleinerziehende Mütter schaffen eine Atmosphäre, die geradezu geprägt ist von erotischer, zärtlicher und verführerischer Qualität.
Die Motive, Kinder sexuell zu missbrauchen, sind bei Müttern und Vätern sehr ähnlich: Im Vordergrund steht in erster Linie nicht die sexuelle Befriedigung, sondern das Bedürfnis nach Macht und Kontrolle.
ef: Die meisten Täterinnen wurden als Kind selbst missbraucht. Ähnlich sieht es bei männlichen Tätern aus. Wie interpretieren Sie diesen Umstand?
Homes: Die meisten feministischen Autorinnen behaupten, dass fast alle männlichen Täter in der Kindheit nicht sexuell missbraucht wurden. Vor allem radikal-feministische „Expertinnen“ verteidigen vehement diesen tendenziös feministisch-ideologisierten Mythos. Sie alle ignorieren eine überwältigende Anzahl von Studien, die eindeutig aufzeigen, dass kindliche, jugendliche, heranwachsende und erwachsene Täter zuvor Opfer sexuellen Missbrauchs waren. Die Missbrauchsrate liegt hier zwischen 18 Prozent und 82 Prozent. Auch sehr viele weibliche Täter haben in ihrer Kindheit sexuelle Gewalt erlebt. So geben beispielsweise Knopp und Lackey 1987 in ihrer Erhebung an, dass 93 Prozent der Missbraucherinnen selbst Opfer sexuellen Missbrauchs in ihrer Kindheit waren. 1991 befragte Allen Sexualstraftäter, die aufgrund nachgewiesenen sexuellen Kindesmissbrauchs an einem speziellen Therapieprogramm teilnahmen und angaben, in ihrer Kindheit sexuell missbraucht worden zu sein. Mit dem folgenden Ergebnis: Die pädophilen Frauen gaben an, 94 Prozent der Täter seien männlich und 6 Prozent weiblich gewesen. Die männlichen Pädophilen gaben hingegen an,55 Prozent der Täter seien männlich und 45 Prozent weiblich gewesen.
Für männliche und weibliche Täter gilt gleichermaßen: In der Rolle des Täters geht es den früheren Opfern vor allem um das Gefühl von Macht, Dominanz, Überlegenheit, Kontrolle, Unterwerfung und Erniedrigung – als Opfer waren sie all dem ausgesetzt. Mit anderen Worten: Es findet letztlich eine „Re-Inszenierung “ des Missbrauchs mit vertauschten Rollen statt, in der das frühere Opfer sich an Kindern vergeht – und somit vom Opfer zum Täter oder zur Täterin wird. Das traumatische Kindheitserlebnis, das im Inneren ständig weiterlebt, wird in der Rolle des Täters oder der Täterin wiederholt und nochmals durchlebt. Anders ausgedrückt: Gefühle wie Ohnmacht, Wut, Verzweiflung und Gewalt, die man als Kind hat erleben müssen, wiederholen sich in Form der Re-Inszenierung des Traumas, werden zum Lebensinhalt und übertragen sich häufig nahezu nahtlos auf die nächste Generation. Jetzt übt das ehemalige Opfer Gewalt, Macht, Kontrolle und Dominanz auf das kindliche Opfer aus, das durch den Missbrauch erniedrigt und entwürdigt wird. Hierbei erreicht der Täter oder die Täterin eine psychische und physische Befreiung von Spannungszuständen. Auf diese Weise entsteht eine starke Motivation, das missbräuchliche Verhalten zu wiederholen. Im Übrigen: Etliche Studien belegen eindeutig, dass viele erwachsene Täter und Täterinnen bereits als Kinder und Jugendliche beginnen, Kinder und Jugendliche sexuell zu missbrauchen. Der Täteranteil der Kinder und Jugendlichen am sexuellen Missbrauch von Kindern beträgt in den Studien mindestens ein Drittel.
ef: Sie behaupten, dass Feministinnen oft als Kind missbraucht und dann lesbisch wurden.
Homes: Der sexuelle Missbrauch in früher Kindheit beeinflusst bei vielen betroffenen Mädchen und Jungen die sexuelle Präferenz. Die Folge ist häufig, dass sich vor allem Mädchen und Frauen für die weibliche Homosexualität entscheiden. Es gibt zahlreiche Berichte von Frauen, die in ihrer Kindheit missbraucht oder als junge Frauen vergewaltigt wurden, die ausdrücklich von einer Abneigung gegenüber erwachsenen Männern berichten. In diesen Berichten sprechen sie vom Ekel, den sie empfinden, wenn sie an Genitalien von erwachsenen Männern denken. Es ist die Angst, aber auch der Ekel vor Männern – oder vor Frauen, wenn der Täter weiblich war –,die weibliche Opfer häufig auch zu der Entscheidung führt, Kinder und Kleinkinder sexuell zu begehren. Mit anderen Worten: Diese Frauen greifen auf Kinder zurück, da sie bei ihnen keine Angst vor den Schmerzen beim Akt haben müssen und Kinder ihnen nicht etwas gegen ihren Willen aufzwingen, wie es eine der betroffenen Frauen in dem Buch „Seelenmord“ von Ursula Wirtz ausdrückte. Auch mir gegenüber erzählten einige betroffene Frauen, dass sie Abschied von der Erwachsenenwelt und der Erwachsenen-Sexualität genommen haben. Sie hätten sich unwiderruflich für die Pädophilie entschieden. Weibliche Pädophilie, auch weibliche Zwangshomosexualität, kann somit als Flucht vor männlicher Sexualität verstanden werden. Im Übrigen: Die Umfrage von Loulan 1992 unter mehr als 1.500 lesbischen Frauen ergab, dass 38 Prozent in ihrer Kindheit sexuell missbraucht worden sind.
Der sexuelle Missbrauch in früher Kindheit beeinflusst bei vielen betroffenen Mädchen und Jungen die sexuelle Präferenz. Die Folge ist, dass sich Mädchen für die weibliche Homosexualität entscheiden.
ef: Gibt es Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Opfern von Kindesmissbrauch, was die Traumatisierung angeht?
Homes: Dass Kinder den sexuellen Missbrauch durch Frauen oder ihre Mütter in der Regel genauso als traumatisch erleben können wie den durch Männer oder Väter, ist durch Studien unstrittig belegt. So zeigt beispielsweise die klinische Studie von Johnson und Shrier aus dem Jahr 1987,dass die meisten von Frauen missbrauchten Jungen den Missbrauch als traumatisch erlebten. Die Autoren fanden keinerlei nennenswerten Unterschied in der Traumatisierung durch männliche oder weibliche Täter. Und Dismer zitierte im Jahre 2000 einen Mitarbeiter des Berliner Vereins Tauwetter, einer Anlaufstelle für Männer, die als Jungen missbraucht wurden, mit den Worten: „In den ungefähr 350 Gesprächen, die wir seit unserem Bestehen geführt haben, berichten rund ein Viertel der Männer von sexuellem Missbrauch durch Frauen.“ Diese Männer seien oft mehr traumatisiert als die, die von Männern missbraucht wurden.
ef: Männliche Sexualstraftäter hatten sehr oft dominante Mütter, von denen sie sich psychisch kaum lösen konnten. Sind Mütter also mitverantwortlich für die fehlgeleitete Entwicklung ihrer Söhne?
Homes: Ja, missbrauchende Mütter rauben den Söhnen ihre Kindheit, insbesondere wurden die Söhne in einer brutalen und absolut unerträglichen Art und Weise zum Lebenspartner-Ersatz degradiert. Einerseits wurden die Kinder in die Rolle eines Erwachsenen gedrängt, andererseits blieben sie aber das Kleinkind. Ein absolut existenzvernichtender Zustand für die Kinder: Alle Bestrebungen nach Autonomie wurden von den missbrauchenden Müttern ohne Wenn und Aber im Keim erstickt.
Die Folgen für das Kind, den Jugendlichen und späteren Erwachsenen sind oft absolut irreparabel: Eine solche perverse krankhafte Symbiose unter ausdrücklichem Einschluss sexueller Gewalt, sexualisierter Abhängigkeit und einer damit einhergehenden Zerstörung und Vernichtung der Persönlichkeit sowie der sexuellen Identität führt sehr häufig in die Perversion. Es ist also kein Wunder, dass viele der Vergewaltiger und Pädophile sich in Wirklichkeit an ihren Müttern rächen wollen und ihren Hass, ihre Wut und Aggressionen gegen andere Frauen und Kinder, insbesondere Mädchen richten – stellvertretend für die missbrauchenden und gewalttätigen Mütter, vor denen sie eine übergroße, unüberwindbare Angst haben. Und die sie letztendlich trotz der mütterlichen Gewalt immer noch lieben, aber auch gleichzeitig abgrundtief hassen. Im Übrigen: Überwiegend handelt es sich bei den Tätern nicht um Triebverbrecher, die vom Sexualtrieb gesteuert werden. Bei Missbrauch und Vergewaltigung geht es ihnen vordergründig um das Ausleben von Aggressionen, Wut, Hass, Rache – und um Wiedererlangung von Kontrolle eben durch Machtausübung. Auch weiblichen Vergewaltigern und weiblichen Pädophilen geht es um Wut, Rache und Macht. Wie dem Sexualstraftäter geht es auch der Sexualstraftäterin ganz offensichtlich nicht in erster Linie um Sex, sondern darum, das Opfer zu erniedrigen und zum Objekt zu reduzieren.
ef: Wie ist es erklärbar, dass eine weibliche Täterschaft im öffentlichen Bewusstsein derart tabuisiert wird?
Homes: Uneingeschränkt trifft zu: Der weibliche Anteil an Gewalt und sexuellen Missbrauchsdelikten wird fast ausnahmslos geleugnet und totgeschwiegen. Hierfür tragen insbesondere feministische Autorinnen und Wissenschaftlerinnen die Verantwortung. Sie verschweigen entweder diese Tatsache oder erwähnen sie in Form einer Randnotiz. Sie bagatellisieren und relativieren sie gleichzeitig. Die Mutter als Kindesmissbraucherin fügt sich nicht in das feministische Bild von der Frau als Opfer patriarchalischer Gewalt. Zum feministischen Bild gehört es zwangsläufig, den sexuellen Missbrauch von Kindern immer nur in Verbindung mit männlicher Macht und Aggression zu sehen: In erster Linie werden ausschließlich Mädchen als potentielle Opfer männlicher sexueller Gewalt begriffen. Die Jungen werden den potentiellen gewalttätigen Männern gleichgestellt: Sie sind nach der feministischen Doktrin und Ideologie – wie auch ihre älteren, erwachsenen Geschlechtsgenossen – mindestens potentielle Mädchen- und Frauenvergewaltiger. Dieses jungen- und männerfeindliche Gesamtbild wird auch heute noch von der radikal-feministischen Bewegung suggeriert, die wiederum sehr von weiblichen Opfern, die in ihrer Kindheit missbraucht wurden, und von lesbischen und radikalen Frauen dominiert ist. Ein feministisches Gesamtgebilde, das sich auch heute auf die Forschung niederschlägt: Während es über missbrauchende Männer, Väter, Stiefväter mittlerweile unzählige Fachbücher, Beiträge in Fachzeitschriften, Studien und Untersuchungen gibt, existiert über missbrauchende Frauen kein derartiges Konvolut an Materialien. Zu groß ist die Angst, dass die öffentliche Diskussion über missbrauchende Frauen und Mütter den Feminismus, aber auch die vorwiegend feministisch geprägten Beratungsstellen in Frage stellen und in ihren Grundmauern erschüttern könnte.
Insbesondere feministisch orientierte Kreise entschuldigen mit derartigen Diagnosen die Täterinnen – und verharmlosen so bewusst und gewollt den Tatbestand des sexuellen Kindesmissbrauchs durch Mütter.
ef: Taten von weiblichen Tätern werden oft mit widrigen Umständen oder entsprechenden Krankheiten begründet. Was sagen Sie dazu?
Homes: Der Mutter-Kind-Inzest, insbesondere der Mutter-Sohn-Inzest, ist häufig mit der Diagnose Psychose oder gar Schizophrenie belegt. Insbesondere feministisch orientierte Kreise entschuldigen mit derartigen Diagnosen die Täterinnen – und verharmlosen so bewusst und gewollt den Tatbestand des sexuellen Kindesmissbrauchs durch Mütter. Auch mit Alkohol- und Drogensucht werden diese Verbrechen entschuldigt. Die Täterinnen erhalten somit die höchstrichterliche Absolution aus dem feministischen Lager. Konkret: Missbrauchenden Frauen und Müttern wird verbindlich und unwiderruflich Freisprechung von Schuld durch die feministische Absolution erteilt. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Die überwiegende Zahl der Frauen, die Kinder sexuell missbrauchen, sind weder psychotisch noch alkoholisiert, noch stehen sie unter Drogen, wenn sie Kinder missbrauchen. Interessant ist die Tatsache, dass männlichen Tätern eine derartige Freisprechung von Schuld nicht zugestanden wird.
ef: Welche Folgen sollte der hohe Anteil weiblicher Kindesmissbraucherinnen Ihrer Meinung nach für Politik und Justiz haben?
Homes: Es ist nicht hinnehmbar, dass – im Vergleich zu sexuellen Delikten zwischen Männern und Kindern – sexuelle Handlungen zwischen Frauen und Kindern kaum von der Öffentlichkeit, der Politik, der Wissenschaft, den Medien und der Strafjustiz als pädosexuell und damit als strafbewehrt wahrgenommen werden. Insbesondere die Politik und die Justiz müssen ohne Einschränkung anerkennen, dass auch Frauen in hochsignifikanter Anzahl Kinder sexuell missbrauchen. Von den offiziellen niedrigen Missbrauchsraten profitieren all die regressiven und fixierten pädophilen Frauen und Mütter, die Kinder emotional und/oder sexuell missbrauchen. Solange sie unentdeckt bleiben, werden sie auch in Zukunft nicht in den Untersuchungen und Kriminalstatistiken auftauchen. Anders ausgedrückt: Solange es ihnen mit der ungebrochenen Unterstützung radikaler Feministinnen und der feministischen Missbrauchsforschung gelingt, in der Öffentlichkeit, in den Medien und bei Strafverfolgungsbehörden die Tabuisierung in Gestalt der „Mauer des Schweigens “ aufrechtzuerhalten, werden es auch in Zukunft – fast – ausschließlich Männer sein, die Gegenstand der Untersuchungen, der Medien, der Strafverfolgung und Kriminalstatistiken sind. Auch das Schweigen der Opfer hilft den Täterinnen. Vom Schweigen der kindlichen Opfer und der „Mauer des Schweigens “ profitieren die missbrauchenden Frauen und Mütter. Und solange die Opfer schweigen, bleibt die Täterin vor Strafverfolgung geschützt.
ef: Abschließend: Wie war eigentlich die Reaktion von Feministinnen auf Ihr Buch?
Homes: Erstaunlicherweise haben sich nach meinem Kenntnisstand Feministinnen nicht zu Wort gemeldet. Es gilt offenbar der stillschweigende Konsens, meinem Buch lieber keine Beachtung zu schenken. Anstelle der Feministinnen hatte sich im Jahre 2003 die Schriftstellerin Karin Jäckel berufen gefühlt, mich offenbar stellvertretend zu diffamieren, indem sie eine unqualifizierte und unwissenschaftliche Hetzkampagne mittels einer anonymen Rezension veröffentlichte. Im Übrigen habe ich zahlreiche Zuschriften von Betroffenen erhalten, für die mein Buch eine große Hilfe darstellt – und die sich ganz entschieden gegen Frau Jäckel und ihre anonyme Rezension aussprachen.
Literatur:
Alexander Markus Homes:
Von der Mutter missbraucht. Frauen und die sexuelle Lust am Kind
Heimerziehung: Lebenshilfe oder Beugehaft? – Gewalt und Lust im Namen Gottes
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