Interview mit dem Pädophilen "Johannes"

ITP: Du bezeichnest Dich als BL (Boylover). Du fühlst dich also zu Jungs hingezogen. Gibt es ein bestimmtes Alter oder andere Merkmale die diese Jungs ausmachen, dass Du Dich in diese verliebst?

Johannes: Hm, nein, ein bestimmtes Alter gibt es nicht. Der Junge von dem ich begeistert bin, kann zum Beispiel 13 Jahre alt sein, aber auch erst 6. Im Grossen und Ganzen sind für mich Jungs zwischen 7 und 12 Jahren am interessantesten. Ab der Pubertät lässt für mich die Ausstrahlung aber nach, so dass ich mir nur schwer vorstellen könnte, mich in einen 15jährigen zu verlieben.

Ob der Junge nun blond oder dunkelhaarig ist, blaue oder braune Augen hat spielt aber eine untergeordnete Rolle. Es ist seine Ausstrahlung die mir wichtig ist. Vor allem, ob er ein freundliches Gesicht hat und wie er mich anblickt, auf mich reagiert. Natürlich könnte ich jetzt zu schwärmen anfangen, von tiefbraunen Augen, einem hinreissenden Lachen, einem wunderbar schlanken Körper, zierlichen Fingern - ich würde nie behaupten, dass die Äusserlichkeiten egal wären, aber sie sind nicht das Entscheidende.

Was ist denn das Entscheidende für Dich?

Wenn du so explizit fragst, dann ist das Entscheidende seine Ausstrahlung, sein Gesicht.

Das klingt sehr nach Verliebtheit. Willst du ernsthaft behaupten, dass Du Dich in Jungs verliebst?

Aber sicher! Ich weiss, dass sich das die wenigsten Leute vorstellen können. Aber warum soll es bei einem Boylover anders sein, als bei einem Mann der sich in eine attraktive Frau verliebt. Man verliebt sich doch nicht in ein bestimmtes Alter, sondern in den Menschen an sich. Das was eine Person ausmacht, ist weniger sein Alter als sein Charakter, sein Auftreten und natürlich auch sein Erscheinungsbild. Insofern ticken Boylover's nicht anders als die meisten Erwachsenen auch.

Ich kann mich also voll und ganz in einen Jungen verlieben, fange zu schwärmen an und bekomme Herzklopfen wenn wir zusammen sind.

Was denkst du fühlt ein Junge, wenn er merkt, dass Du besonderes Interesse an ihm hast? Glaubst du, dass er deine Signale richtig deuten kann und damit auch umgehen kann?

Wenn du meinst, dass der Junge gleich versteht, dass ich jemand bin der auf Jungs steht und ihn - altmodisches Wort - begehrenswert finde, dann sicher nicht. Aber meist merkt der Junge sehr schnell, dass ich mich für ihn interessiere. Vielleicht, weil z.B. beim ersten Kontakt meine Augen länger an seinen hängen bleiben als das meist bei anderen Erwachsenen der Fall ist.

Wenn der Junge für mich etwas Besonderes ist, versuche ich es ihn spüren zu lassen und zeige wirkliches Interesse für ihn, indem ich ihn nicht nur als kleinen Jungen wahrnehme, sondern als eigenständige Persönlichkeit. Wenn der Junge dann auf der gleichen Wellenlänge liegt, wird es ihm gefallen besonders beachtet zu werden. Für einen mehr oder weniger kleinen Jungen ist es toll einen grossen Freund zu haben! Und sofern er sich von ihm verstanden und bei ihm wohlfühlt, wird er gut damit umgehen können. Sicher kommt es sehr darauf an wie sein soziales Umfeld darauf reagiert. Aber grundsätzlich habe ich solche Kontakte oder Beziehungen - auch bei anderen Boylovern - meist als etwas sehr Bereicherndes für den Jungen erlebt.
Kritische Stimmen werfen Pädophilen vor, dass sie durch besondere Aufmerksamkeit das Kind in eine Art Abhängigkeit bringen. Das Gefühl gemocht und anerkannt zu werden, führe dazu, dass Kinder sich eher in Dinge einlassen, die sie eigentlich nicht wollen. Konkret sexuelle Handlungen. Kinder willigen in solche Handlungen ein, um die erwachsene Person, die ihm Aufmerksamkeit schenkt, nicht zu enttäuschen. Was ist Deine Meinung zu dieser Argumentation?

Fakt ist, dass es unter den Pädos ebenso schlechte Menschen gibt, wie unter der heterosexuell oder homosexuell orientierten Bevölkerung. Sicher gibt es somit auch Pädos, die das Kind zu Handlungen überreden oder aufgrund ihrer geistigen Überlegenheit solche Handlungen herbeiführen. Und natürlich wird es auch solche geben, die ein Kind mit psychischen Tricks dahin bringen, wo sie es haben wollen. Dies lehne ich entschieden ab.

Wir reden hier aber von Boylovern und die sollten - wie es schon in dem Wort an sich steht - die Liebe, sprich das Wohl des Kindes im Auge haben. Damit erübrigt sich für viele der Vorwurf sie würden das Kind ausnutzen und für ihre Zwecke missbrauchen. Bei einer harmonischen Beziehung/Freundschaft eines Boylovers und eines Jungen bestimmt der Junge wo die Grenzen im sexuellen Bereich liegen. Der Erwachsene muss sich daran halten. Dies beinhaltet allerdings auch, dass Jungs von sich aus intensiveren Kontakt suchen, was für Aussenstehende nur schwer nachvollziehbar ist.

Noch ein Wort zur Abhängigkeit: Eine Beziehung besteht immer aus geben und nehmen. Dies ist auch bei Kind-Erwachsenen-Kontakten so. Allerdings besteht bei den mir bekannten Fällen mehr eine Abhängigkeit der Boylover von deren Jungs. Der Boylover liebt seinen Jungen und sollte der Junge den Kontakt abbrechen, oder aufgrund seines Älterwerdens wird die Häufigkeit des Kontakts weniger, so hat der Boylover mit sich und seinen Gefühlen zu kämpfen. Ich sehe also hier eine viel grössere Abhängigkeit des Erwachsenen vom Kind als umgekehrt!

Sicher besteht die Gefahr auch bei Boylovern, dass das Kind weiter geht, als es ihm lieb ist. Hier ist die Verantwortung des Boylovers gefragt: Er muss immer wieder aufs Neue überlegen, ob der Junge aus Neugier mitmacht, weil es ihm Spass bereitet oder um seinen erwachsenen Freund nicht zu verletzen, zu enttäuschen. Da ist sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt und wenn sich auch durch Gespräche mit dem Jungen die Zweifel nicht eindeutig ausräumen lassen, hat der Boylover auf intime Zärtlichkeiten zu verzichten. Der Junge muss sich wohlfühlen und auch noch nach Jahren mit einem guten Gefühl auf die Freundschaft zurückblicken können! Dies ist ganz klar der Grundsatz auf dem eine Kind-Erwachsenen-Freundschaft/-Beziehung aufzubauen hat.

Du sagst, der Junge definiere die Grenzen. Ist das nicht ein bisschen viel Verantwortung für ein Kind? Selbst wenn das Kind zustimmt (fehlender "informed Consens" einmal weggelassen) und die sexuelle Handlung kommt ans Tageslicht, kann man sich als Pädophiler hinstellen und sagen, "das Kind hat die Grenzen definiert"? Ist es nicht vielmehr Aufgabe des Erwachsenen Grenzen zu setzen und, vor allem im Interesse des Kindes, mögliche negativen Folgen durch ein konsequentes Grenzen setzen verhindern?

Nein, sicher kann man sich nicht "hinter dem Kind verstecken" wenn eine sexuelle Handlung bekannt wird. Dies liegt voll und ganz im Verantwortungsbereich des Pädophilen. Ich bin aber der Meinung, dass in einer harmonischen, liebevollen und zärtlichen Beziehung es zu Handlungen kommen kann und darf, die nicht mehr im gesetzlich erlaubten Rahmen liegen. Voraussetzung hierfür ist, dass diese von Seiten des Kindes gewollt sind, einfach weil es ihm Spass macht.

Die Formulierung "ans Tageslicht kommen" impliziert, dass etwas Verborgenes aufgedeckt wird. Diese Gefahr besteht meines Erachtens hauptsächlich dann, wenn der Junge mit den sexuellen Handlungen ein Problem hat, sich nicht mehr wohlfühlt. Dieses Problem kann entweder aufgrund seiner eigenen Auseinandersetzung damit entstehen, oder weil er Handlungen über sich ergehen lässt, die er so nicht möchte. Und genau hier hat die Verantwortung anzusetzen - nicht bereits bei per se verbotenen Handlungen! Sex (was man auch immer darunter versteht bzw. eigentlich hier noch zu definieren wäre) ist doch nicht von vornherein schlecht. Körperliche Erfahrungen können auch zwischen altersmässig sehr unterschiedlichen Partnern bereichernd sein. Hier aber muss zum Einen der Boylover die Grenze einhalten bis zu welchen Zärtlichkeiten er gehen darf. Diese ganz persönliche Grenze legt eben der Junge für sich selbst fest. Sie herauszufinden und zu respektieren ist die diffizile und äusserst verantwortungsvolle Aufgabe des Erwachsenen. Bisweilen erfordert dies auch eine grosse Selbstbeherrschung des Boylovers. Zum Anderen muss er aber, im Prinzip eigentlich bevor der Junge mit irgendetwas ein Problem haben könnte, eine negative Entwicklung beim Jungen bereits im allerersten Ansatz erkennen und ihr entgegenwirken - im Sinne des Jungen!

Ich bin also der Meinung, gewisse Körperlichkeiten sind nicht von vornherein auszuschliessen, sondern die Umstände müssen so sicher wie möglich für die Freundschaft gestaltet werden. Denn nicht der zärtliche Kontakt zieht negative Folgen nach sich, sondern der unangemessene Umgang der Öffentlichkeit damit.
Du deutest an, dass man den Begriff "Sex" definieren müsste.

Wie definierst Du ihn in Deinen Beziehungen zu Jungs? Kannst Du mir etwas über Deine sexuellen Phantasien erzählen?

Nein, über meine sexuellen Phantasien werde ich nichts erzählen! Die sollen mal schön Phantasien bleiben. Auch wenn es sicher viele Jungs gibt, die Spass daran hätten, manche Dinge mit mir auszuprobieren - ich kenne keine solchen Jungs und ich gehe davon aus, dass es wohl auch in Zukunft (leider) dabei bleiben wird.

Aber lass mich den Begriff "Sex" definieren. Für den einen ist eine sexuelle Handlung schon durch einen Zungenkuss erreicht, bei einem anderen durch Berührungen an den Genitalien und bei einem Dritten durch eine Penetration. Von daher sehe ich es als eminent wichtig an, erst einmal festzulegen, wovon man eigentlich bei manchen Begrifflichkeiten ausgeht und nicht der eine beim Wort "Sex" von einem völlig anderen Sachverhalt ausgeht als dessen Gesprächspartner.

Ich habe für mich ganz klare Abgrenzungen was für mein Empfinden noch in Ordnung ist. Immer aber unter der Annahme, dass es für den betreffenden Jungen ebenso empfunden wird, womit wir wieder den Bogen schlagen zur letzten Frage... Nehmen wir zum Beispiel einen Zungenkuss. Hier fangen die Schwierigkeiten bereits an: In der Rechtsprechung gilt ein Zungenkuss als sexuelle Handlung! Gewiss, durch einen Zungenkuss werde ich schon erregt, aber Sex fängt für mich erst beim Penis des Jungen an. Wofür ich plädieren würde, ist, dass bestimmte Handlungen nicht mehr verfolgt werden wenn sie mit Einverständnis des Jungen geschehen. Zum Beispiel den Jungen zu masturbieren, ihn mit dem Mund zu verwöhnen.

Womit ich aber ein ernsthaftes Problem mit hätte, wäre, wenn der Junge meinen Penis in die Hand nehmen wollen würde oder gar mehr. Da würde ich mich nicht wohl fühlen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass der Junge auch wenn er reifer ist, damit kein Problem hat. Was ich für mich ausschliesse, ist in einen Jungen (< 14 Jahre) einzudringen. Dies aber ebenso wie einen schlafenden Jungen genital zu berühren. Denn woher wüsste ich, ob der Junge damit einverstanden wäre? Ich würde es auch nicht wollen, wenn jemand an meinem Penis herumspielen würde während ich schlafe.

Der Sex wie ich ihn mir vorstelle - und ich wage zu behaupten wie die meisten Boylover auch - spielt sich eh überwiegend auf der kindlichen Ebene ab: Also Masturbation, Oralsex und streicheln. Alles das, was Jungs mit 10, 11 oder 12 Jahren untereinander auch machen. Dass ich dies als was Natürliches und Schönes empfinde, liegt mit Sicherheit u. a. daran, dass ich in demselben Alter mit zwei Freunden unabhängig voneinander diese Dinge mit Freude erlebt habe. Es lief alles ohne Zwang ab und wir genossen einfach die zärtlichen, erregenden Berührungen. Nichts anders soll(te) sich der Junge mit einem Boylover auch fühlen.
Jetzt wird es heikel! Hältst Du einen Zungenkuss mit einem Erwachsenen tatsächlich für kindgerechtes Verhalten? Du berufst Dich auf das Einverständnis des Kindes. Aber wie weit kann ein Kind denn überblicken, auf was es sich da einlässt?

Wie stellst Du dir den Schutz von Kindern vor sexuellen Übergriffen durch Erwachsene vor? Es muss ja dafür allgemeingültige Normen geben - und nicht solche, die nur für Dich gelten. Welche wären das?

Die Frage nach dem kindgerechten Verhalten finde ich unterstellend. Ich habe dies nicht so gesagt, da man diese Frage nicht pauschal beantworten kann. Wenn ein Zwölfjähriger von sich aus (!) mit Zungenküssen anfängt und diese regelrecht einfordert, weil er nach kürzester Zeit merkt wieviel Spass es ihm macht, dann stellt sich die Frage nach dem kindgerechten Verhalten nicht mehr. Ich kann versichern, dass es solche Jungs gibt und niemand sollte glauben, sie würden nur der Phantasie von Pädophilen entspringen... Wenn dieselbe Situation aber bei einem neunjährigen Jungen auftreten würde, dann würde ich der Ursache des Verhaltens auf den Grund gehen, denn in diesem Alter wäre dies mehr als ungewöhnlich. Man muss also sehr genau differenzieren!

Es steht ausser Frage, dass Kinder vor sexuellen Übergriffen geschützt werden müssen und es nicht sein darf, dass Erwachsene alle möglichen Phantasien mit Minderjährigen ausleben. Es gibt ausreichend Rechtsmittel, um gegen jene vorzugehen, die das Wohl eines Kindes missachten. Nur, völlige Sicherheit kann es nicht geben. Auch die Todesstrafe in den USA schreckt dort die Leute nicht ab Verbrechen zu begehen. Es ist richtig, dass gegen wirkliche Missbraucher vorgegangen wird und ich finde es wichtig, dass die Kinder über ihre Rechte aufgeklärt werden. Sie sollen wissen, was nicht in Ordnung ist. Dass niemand - weder ein Erwachsener, noch ein Jugendlicher oder ein Kind - gegen ihren Willen handeln darf oder es zu etwas zwingen darf. Aber sie sollten auch erfahren, dass körperliche Berührungen und Zärtlichkeiten etwas sehr Schönes sein kann wenn man den anderen Menschen mag. Kinder sollten eben auch JA sagen und ausprobieren dürfen was ihnen gefällt. Und das ist das Problem: Nein sagen dürfen sie, ja nicht. Die Hysterie, die - bisweilen in einem ungeheuerlichen Ausmass gerade durch die Medien geschürt - erzeugt wird, ist meiner Meinung nach auch nicht gut für die Kinder. Wie sollen sie Nähe und Zuwendung erfahren, wenn schon davor gewarnt wird ein Kind in den Arm zu nehmen oder es auf seinem Schoss platznehmen zu lassen? Hier beginnen bereits die Probleme, die unsere Gesellschaft durch fortschreitende Verrohung und Gewalt erfährt. Erkennen tun dies leider (noch) die wenigsten.

Um den Bogen zu kriegen und nochmal konkret auf die Frage einzugehen: Es gibt allgemeingültige Normen und zwar im Strafgesetzbuch. Allerdings macht dieses aus den Kindern asexuelle Wesen, was sie nunmal nicht sind. Von daher sollte das StGB dahingehend geändert werden, dass den Kindern auch das Recht eingeräumt wird JA zu sagen, wenn es möchte und dies eben für den erwachsenen Freund berücksichtigt wird (Stichwort Einvernehmlichkeit). Denn viele Schäden, Traumata etc. entstehen erst durch Befragungen und Gerichtsverhandlungen. Oftmals verstehen Kinder es nicht, warum das was sie als angenehm empfunden haben plötzlich schlecht sein soll. Im Gegensatz zu den positiven Erfahrungen tragen diese Sekundärschäden nun dazu bei, dass diese Kinder ein gestörtes Verhältnis zu Nähe, ihrem Körper und zur Sexualität haben.

Damit du mich nicht falsch verstehst: Wenn ein Zehnjähriger Spass daran hat, masturbiert zu werden, finde ich das völlig in Ordnung. Eine Penetration mit einem unter 14jährigen muss aber weiterhin verboten bleiben! Ich plädiere nicht grundsätzlich für Sex mit Kindern. Allerdings für eine differenziertere Betrachtung des ganzen Themenkomplexes Kindersexualität.

Lebst Du zur Zeit in einer Beziehung zu einem Jungen?

Ja. Ich habe eine äusserst innige Freundschaft zu einem sehr lieben Jungen (12). Nicht mein Traumjunge, aber ich habe ihn sehr lieb und versuche ihm zur Seite zu stehen so gut ich kann. Dann gibt es noch einen zweiten Jungen (9) mit dem ich mittlerweile einen regelmässigen Kontakt habe. Er ist nicht ganz so anhänglich und verschmust wie mein Grosser, dafür aber bildhübsch. Seit längerem wieder ein Junge, in den ich mich verliebt habe. Für beide bin ich aber nicht nur Freund, sondern zu einem grossen Teil auch Vaterersatz. Beide Aufgaben versuche ich so gut es geht zu erfüllen.

Du bist Vaterersatz. Heisst das, dass diese Jungen ohne Vater aufwachsen? Aus welchen Schichten kommen diese Jungs?

Der Vater des älteren Jungen starb an Krebs als der Junge ca. 3 Jahre alt war. Der Vater des Kleinen hat ein Drogenproblem aufgrund dessen die Mutter mit dem Jungen getrennt von ihm lebt. Der Junge möchte auch keinen Kontakt zu seinem Vater, weil sich dieser nie um ihn gekümmert hat. Wenn man von der Bildung ausgeht, dann gehören beide Familien der Mittelschicht an. Dadurch, dass die Mütter allerdings alleinerziehend sind, finanziell der Unterschicht.

Wie ist dein Verhältnis zu den Müttern? Akzeptieren sie deinen Umgang mit den Kindern?

Zu beiden Müttern habe ich ein sehr gutes Verhältnis. Die eine ist mir sehr dankbar, dass ich für ihren Sohn da bin, ihn unterstütze, mit ihm lerne und einfach versuche viel für ihn zu tun, ihn zu fördern. Und sie sieht, wie sehr er an mir hängt und dass der Kontakt ihrem Sohn gut tut.

Die andere sieht mich auch ein wenig als ihren (platonischen) Freund und ist froh, mich an ihrer Seite zu haben, da es mit dem Kleinen nicht immer so einfach ist. Ihr tut die Unterstützung gut und sie merkt natürlich auch den liebevollen Umgang den ich mit dem Jungen habe. Auch sie weiss, dass der Junge mich sehr mag und es gut für ihn ist! Beide akzeptieren also den Umgang und fördern diesen auch. Mit dem Grossen werde ich zum Beispiel das zweite Mal eine Woche in den Urlaub fahren - initiiert hat dies übrigens letztes Jahr der Junge, der unbedingt mit mir alleine wegfahren wollte... Und auch mit dem Kleinen und seiner Mama geht's heuer eine Woche in den Süden.

Dies war allerdings nicht immer so. Ich hatte es auch schon mit Eltern zu tun, wo mich ein Partner - meistens der Vater - sehr kritisch beäugte und den Kontakt letztendlich unterbunden hat. Ich habe schon viel Lehrgeld zahlen müssen und einige Stunden heulend zugebracht. Da ich ein sehr emotionaler Mensch bin, waren dies sehr harte Zeiten.

In den Augen der grossen Mehrheit sind Pädophile der grösste Abschaum. Pädophile, so denken sie, heucheln Kindern nur Nähe und Liebe vor und dann, wenn das Kind Vertrauen gefasst hat, missbrauchen Pädophile das Vertrauen, indem sie Kinder missbrauchen. Woher kommt diese Sichtweise und was denkst Du darüber?

Ich denke diese Sichtweise rührt zum Einen daher, dass viele Meldungen zu dem Thema in negativer Sicht existieren. Mit Kindesmissbrauch lässt sich nach wie vor viel Geld verdienen und es ist ein populistisches Thema bei dem jeder mitreden kann - oder besser gesagt glaubt, mitreden zu können. In Wirklichkeit fehlt fast der gesamten Gesellschaft der Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt eines Pädophilen. Das ist der andere Grund. Die Allerwenigsten können sich vorstellen, dass sich ein erwachsener Mann in einen (vor-)pubertären Jungen verlieben kann. Die Menschen gehen von ihrer Sicht der Sexualität aus und übertragen die Erwachsenensexualität auch auf Pädophile. Dass diese in den meisten Fällen anders aussieht, dass Penetration äusserst selten vorkommt, ist kaum bekannt. Aktuelle Studien die dies belegen, wie die des Dipl.-Psych. Horst Vogt, erfahren keine grosse Verbreitung, da die Erkenntnisse daraus der öffentlichen Meinung widersprechen.

Man darf nicht verschweigen, dass es auch unter Pädophilen schwarze Schafe gibt. Auch heterosexuelle Männer missbrauchen Frauen. Aber niemand käme auf die Idee jeden Mann deswegen als potenziellen Vergewaltiger zu bezeichnen. Anders bei einem Pädophilen. Hier ist die vorherrschende Meinung: Pädophiler = Kinderschänder.

Wenn plötzlich alle Pädophilen, die in der Jugendarbeit oder im pädagogischen Bereich mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, sich dazu bekennen würden, wäre Deutschland schockiert. Denn die wenigsten Leute würden damit rechnen, dass genau "Der", dem "mein Kind" soviel zu verdanken hat, oder von dem es so schwärmt ein Pädophiler ist. Ich will damit sagen, leider erkennt man kaum, wieviel Gutes von pädophil empfindenen Menschen vollbracht wird. Das ist die Crux an der Sache. Dadurch könnte ein Umdenken stattfinden. Nur wird sich kaum ein Betroffener trauen "aufzustehen", solange das Klima für einen Pädophilen existenzvernichtend ist.

Aber die Medienmeldungen basieren ja auf tatsächlich passierenden Missbrauchsfällen. Man kann ja schlecht sagen, die Medien sollten positiver berichten, wenn sie von tatsächlich passierenden Delikten berichten.

Natürlich ist es in Ordnung von Missbrauchsfällen zu berichten. Aber das Wie ist entscheidend. Es lässt sich belegen, dass die angezeigten Missbrauchsfälle seit Jahren konstant sind und nicht zunehmen. Dem Bürger wird aber vermittelt, dass immer mehr Kinder missbraucht und sogar getötet werden. Und an diesem Phänomen seien die Pädophilen schuld. Fakt ist aber: Die Hysterie in den letzten Jahren schadet nicht nur den Pädos oder Boylovern, sondern auch den Kindern. Man braucht nur einen Blick in die USA zu werfen, wo sogar Vierjährigen sexuelle Belästigung vorgeworfen wird...

Glaubst du, dass sich eines Tages das Bild des Pädophilen in der Gesellschaft ändern könnte? Hoffst du auf eine Art Emanzipation, wie es die Homosexuellen erreicht haben?

Nein, von einer Änderung gehe ich nicht aus. Gäbe es die zuvor genannten schwarzen Schafe nicht, dann vielleicht. Aber so ist die Angst der Eltern zu gross, als dass sich die Dinge grundlegend ändern könnten. Zuvor müsste die Entwicklung, dass alles Sexuelle von den Kindern ferngehalten wird bzw. alles Sexuelle für Kinder schädlich ist, sich umkehren. Weg von der Phobie wieder hin zu einem gesunden Körperempfinden und einer Aufklärung, die vieles nicht schon von vornherein schlecht macht. Hierbei könnte den Kindern auch vermittelt werden, dass es Leute gibt, die sich in Kinder verlieben. Gute wie schlechte... - ...so wie bei Heterosexuellen eben auch.

Für mich persönlich würde ich mir natürlich ein besseres Ansehen von Boylovern wünschen. Aber ich sehe auch die Gefahr, dass manch einer die Hemmung verlieren könnte und durch eine bessere gesellschaftliche Akzeptanz vielleicht doch Dinge tut, die er momentan aus Angst nicht tut. Von daher wäre eine Emanzipation womöglich ein zweischneidiges Schwert. Das Bild eines Pädophilen lässt sich meines Erachtens nur im kleinen Kreis ändern. Bei jemandem, dem man vertrauen kann und der dann wiederum Multiplikator sein kann, falls dieser seine Sichtweise dauerhaft ändert. Aus solchen Outings kann eine grosse Gefahr ausgehen, falls die Person doch nicht positiv reagiert. Andererseits ergeben sich oft viele fruchtbare Diskussionen.

Wie ist deine ganz persönliche Erfahrung mit Outings?

Oh, schwieriges Thema. Neben meinen Eltern wissen "nur" zwei meiner Hetero-Freunde Bescheid. Und fast zwangsläufig die Freundin von einem der beiden. Zuerst zum Positiven: Einer Freundin, die ich seit ihrer Kindheit kenne habe ich von meiner Veranlagung erzählt. Da sie mich bereits sehr lange und auch sehr gut kannte, fand sie das Ganze nicht so tragisch. Erst mit der Zeit und nachdem wir uns öfter mal unterhalten hatten, sieht sie durchaus auch die Probleme, die man damit haben kann. Aber sie versucht mich zu verstehen und wir haben tolle Gespräche und Diskussionen darüber. Diese erweitern für beide den Horizont!

Meinem besten Hetero-Freund habe ich es auch vor einigen Jahren gebeichtet. Er akzeptiert mich so wie ich bin, fragt gelegentlich, aber möchte auch nicht unbedingt jedes Mal wenn wir uns treffen darüber reden. Seine Freundin akzeptiert es ebenso, aber sie macht es nie zum Thema.

Weitaus diffiziler lief das Outing bei meinen Eltern. Da ich ein enges Verhältnis zu ihnen hatte, hielt ich es irgendwann nicht mehr aus mit den permanenten Lügen und Heimlichtuereien. Mir ging es danach besser, aber für meine Eltern brach eine Welt zusammen. Mangels Geschwister trug ich natürlich ihre ganzen Hoffnungen auf Enkelkinder und die waren auf einen Schlag weggeblasen. Nur der Unterstützung durch die Beratung von Sylvia Tanner ist es zu verdanken, dass sie mittlerweile einigermassen damit leben können. Ganz verkraften werden sie es wohl nie. Von daher ist es eine verdammt heikle Sache sich mit diesem Thema jemandem anzuvertrauen.

Können Pädophile etwas tun, um ihre Akzeptanz in der Gesellschaft zu verbessern?

Wie ich schon erwähnte, glaube ich, dass es im aktuellen gesellschaftlichen Klima keine andere Möglichkeit gibt, als im kleinen, privaten Kreis Vorurteile zu brechen. Einer grundlegenden Verbesserung der Stimmung stehen die teilweise gehäuft auftretenden Meldungen über Kindesmissbrauch und -mord entgegen. Die Presse trägt nämlich ihr Schärflein dazu, dass die Pädophilie immer wieder mit diesen Gewaltverbrechern in Verbindung gebracht wird. Auch wenn es vielleicht teilweise pädophile Täter sind, so lässt sich mit diesen negativen Schlagzeilen viel besser Geld verdienen, als mit der unbequemen (weil für Eltern auf den ersten Blick beunruhigenderen) Wahrheit über Pädophile.

Darüber hinaus kann man spekulieren, ob ein Stimmungswandel überhaupt eine Verbesserung für die Pädophilen wäre: Man stelle sich vor, die Leute wüssten genau Bescheid, wie sich ein Pädo wirklich lebt. Die Gefahr entdeckt und gebrandmarkt zu werden wäre viel grösser als jetzt, wo die Leute ein Feindbild haben, welches dem "normalen" Pädo kaum gerecht wird. So aber ist es genau andersrum: Man erntet Bewunderung wie gut man mit dem Jungen doch umgehen kann und wie positiv es doch für den Jungen ist, eine männliche Bezugsperson zu haben. Genau das ist es, was in unserer Gesellschaft defizitär vorhanden ist.

Besten Dank für das Interview pe

 

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