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Fallbeispiel aus der psychoanalytischen Forensik
Vorbemerkungen:
Der folgende Text zeichnet aus Sicht des Autors als empirischem Psychologen einen schweren Sündenfall des Fachs im Strafrecht nach. Zentral beleuchtet wird dabei speziell die auf Freud und seine Schüler zurückgehende, sog. Psychoanalyse (als zugleich problematischste Schule innerhalb der universitären Psychologie nach erkenntnistheoretischen Gesichtspunkten). Es wird davon die Rede sein, dass nach den schlimmen Mitverstrickungen der Psychoanalyse vormals bereits in die Homosexuellenverfolgung (1950 - 1975) sich neuerlich ein zweiter, womöglich sogar ungleich furchterregenderer Sündenfall ereignet hat: Im Zuge dramatischer strafrechtlicher Entwicklungen hinsichtlich des Phänomenes Pädophilie (1990 - 2005). Furchterregender deshalb - die betroffenen Pädophilen interessieren derzeit niemand - weil sich eine bestürzende Mitleidenschaft diesmal ganzer Familien, einer irregeleiteten Öffentlichkeit durch eine Art moralische Kampagnenwissenschaft gegen sexuellen Kindesmissbrauch - und nicht zuletzt: von involvierten Kindern - nachzeichnen lässt. Da manche der hier dargestellten Dinge schnell als „Übertrei-bung“ oder „tendenziös“ verunglimpft werden können, andererseits speziellere Fundierung brauchen, seien dem Leser zur Beurteilung ihrer Gerechtfertigtheit meine Arbeiten:
empfohlen (u.a. hier auf ITP-Arcados). Die hier zur Verfügung gestellte Vorveröffentlichung ist eine Auskopplung und Modifikation aus den zur Veröffentlichung anstehenden Arbeiten «Hypernaculum» und «Integrative Ursachentheorie zur Entstehung der paedophilia erotica».
Es mag für Fachferne zunächst instruktiv sein, woher bestimmte Erkenntnisse über die Pädophilie eigentlich stammen. Vertiefen wir das etwas am Beispiel der im Augenblick redewörtlichsten, bekanntesten und «gerichtswirksamsten» - zugleich aber auch der windigsten - unter den Theorien zur Pädophilie: Wonach dieser (nach bspw. Berner in Hamburg oder Becker in Frankfurt) eine narzißtische Charakterneurose bzw. narzißtische Persönlichkeitsstörung zugrundeliege.
In den Schuhen der freudianischen «Narzißmus»-Theorie wandelt auch die Psychoanalytikerin Sophinette Becker vom Sexualmedizinischen Institut Frankfurt am Main. An ihrem Beispiel sei hier auch einmal demonstriert, welcher Verbiegungen sich Kollegen derzeit befleißigen müssen; um aus Selbstschutz nicht gegen den politischen Willen und die juristischen Sollvorgaben des Zeitgeistes zu verstoßen. Oder: Dem Schreckgespenst derzeit auch im Fach zu entgehen, als «Verharmloser von Pädophilie» diffamiert zu werden (als heutzutage - falsche - Gleichsetzung mit begangenem sexuellem Missbrauch).
• Sophinette Becker:
Pädophilie: zwischen Dämonisierung und Verharmlosung ››
Im Eingang eines später veröffentlichten Vortrages (1997) stimmt Sophinette Becker mit mir insoweit überein, dass pädophilen Menschen derzeit tatsächlich bittres Unrecht getan wird: Pädophile täten sexuell kaum jemals mit Kindern das, was man immer in sie hineinprojeziert. Und dass sie die Kinder im Regelfalle lieben, Symptome auch keineswegs so zwingend zu erwarten seien: Dies seien keine Ausreden dieser Menschen, «sondern meistens wahr». Ferner weiß sie auch um den folgenden Punkt: Dass ein pädophiler Mensch unter dem entsetzlichen Strafrechtsdruck inzwischen derzeit nur die Möglichkeit hat, entweder ins Gefängnis und den bürgerlichen Tod zu wandern - oder aber schwerste Depressionen und Neurosen infolge lebenslanger sexueller Enthaltung zu entwickeln (sofern Selbstmord nicht der Ausweg ist):
„Viele Pädophile akzeptieren ihre psychosexuelle Fixierung anfangs nicht und versuchen, sie abzuwehren - manche mit „Erfolg“, der aber fast immer mit neurotischen Symptomen und/oder sexuellen Störungen verbunden ist (...).
Im nächsten Satz wendet sie sich dann direkt an die bürgerlichen Zuhörer:
„Eventuell werden manche von Ihnen solche Entwicklungen gut finden, weil diese pädophilen Männer keinem Kind etwas antun. Vielleicht können Sie aber auch angesichts des Unglücks dieser Patienten mit einer abgewehrten Pädophilie erahnen, welche psychisch stabilisierende, Depressionen verhindernde Funktion die Pädophilie hat“.
Wie geht sie nun aber im folgenden um mit dem «Dilemma des Pädophilen» (Prof. Gunther Schmidt)? Als Professionelle in verantwortlicher öffentlicher Stellung (Sexualmedizinisches Institut Frankfurt)? Die allerdings als solche auf gar keinen Fall an einer Entkriminalisierung der «Pädophilie» mitstricken darf?
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