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Dipl.-Psych. Michael Griesemer

Nautilus-Studie zur psychosexuellen Kindesentwicklung

Teilfragestellung I: Nichtpädophile vs. Pädophile

Dankwort und Zusammenfassung

Allen Teilnehmern der Studie sei auf´s Herzlichste gedankt. Neben meinen Ansprechpartnern innerhalb des Fachs und den Probanden dieser Studie gilt mein besonderer Dank Frau Sylvia Tanner und Herrn Peter Enz von itp (Schweiz) für die technische Unterstützung bei der online-Version des Fragebogens, sowie stellvertretend Frau Marianne Beyer von der Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität (Deutschland). Den “nicht-devianten” Seniorinnen und Senioren anderer Foren, den jugendlichen Probanden sowie den Teilnehmern aus der gay- und der lesbian web-community hoffe ich, die sie betreffenden Ergebnisse meiner Studie im Verlauf des Jahres 2007 auf jeweiligen Foren zur Verfügung stellen zu können. Allerdings mag bereits diese Ausarbeitung sie um einige Erkenntnisse bereichern hinsichtlich der hetero- und homosexuellen kindlichen Entwicklung. Sie alle haben dazu beigetragen, dass Nautilus Hinweise auf in einen bis dato unbekannten und tabuierten Bereich von Leid unter Kindern und -wenn man so will- kindlichem Entwicklungsschicksal erhielt. Möge die Öffentlichkeit sich nunmehr geschärften Blicks, bewusster, humanistisch und auch anteilnehmender als vorher mit dieser Wirklichkeit befassen

166 Erwachsene beiderlei Geschlechts und aus verschiedenen Quellen (n=84 Nichtpädophile, n=82 Pädophile) waren gebeten, aufeinanderfolgend die 5 ersten Personen hinsichtlich Alter und Geschlecht zu spezifizieren, von den die ersten Gefühle körperlicher Anziehung in ihrem Leben auf sie ausgingen (Retrospektive Daten; Gedächtnis- und Erinnerungsselektionseffekte wurden dabei mit verschiedenen Methoden statistisch kontrolliert). Die vorliegende Ausarbeitung bezieht sich größtenteils auf die Resultate bei den männlichen Teilnehmern mit kompletten Datensätzen (pädophile Frauen waren in der Stichprobe bis jetzt für Gruppenvergleiche zu selten).

Untersucht wurde die Hypothese nach der Integrativen Ursachentheorie zur Pädophile (Griesemer, 2006 b), dass die allerersten spontanen Anziehungserlebnisse später pädophiler Menschen in der Kindheit vorpubertäre andere Kinder sein werden, während die allerersten Spontananziehungen Nicht-Pädophiler in deren Kindheit von pubertären oder älteren Erscheinungsbildern ausgehen..

Ergebnisse: 1) Diese Hypothese fand soweit Bestätigung. 2) In beiden Gruppen lag das Durchschnittsalter der allerersten erotischen Anziehungserlebnisse um das 9. Lebensjahr (zumeist bezogen auf präpubertäre Gleichaltrige). 3) Um dieses 9. Lebensjahr bereits waren die Anziehungspersonen der später pädophilen Kinder 2,5 Jahre jünger im Schnitt als die ersten Anziehungspersonen der später nicht-pädophilen Kinder. (p=0.05). 4.) Eine Subgruppe von vorpubertären Kindern (ca. 4,5% der später Pädophilen, 28 % der später Nicht-Pädophilen) begann mit spontanen Anziehungsempfindungen betreffs erwachsener Erscheinungsbilder (Missbrauchsfälle waren zuvor von diesem Vergleich ausgeschlossen worden). Die Objektalterskurve der 4 folgenden Personen im Entwicklungsverlauf lag konstant über derjenigen der Kinder, die mit Kindern angefangen hatten. Die Ergebnisse sprechen für eine höhere Wahrscheinlichkeit pädophiler Entwicklungsausgänge bei Kindern, deren ersten erotischen Anziehungserlebnisse betreffs Kindern einsetzten (nota: dies war mit ca. 80 % der Fälle lt. den Daten der Normalfall der Kindesentwicklung). Können dann Erziehungs- oder Präventionsprogramme nach dem “Mißbrauchte Täter – Paradigma dieses Risiko bei Kindern möglicherweise erhöhen ?

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