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Dipl.-Psych. Michael Griesemer

Nautilus-Studie zur psychosexuellen Kindesentwicklung

Teilfragestellung I: Nichtpädophile vs. Pädophile

2. Methoden

2.2 Untersuchungsgruppen

Zuteilungskriterium für die Pädophilie-Gruppe war, dass ein Proband älter war als 21, und in der entsprechenden Frage ein sexuelles Präferenzalter für Personen des männlichen oder weibliches Geschlechts von einschließlich 13 Jahren oder darunter angegeben hatte. Zuteilungskriterium zur Kontrollgruppe der Nichtpädophilen war, dass keine Angabe der berichteten Präferenzalterspanne ein Alter von 13 oder darunter beinhaltete plus (zur Erhöhung der Sicherheit) auch keine Personen unter 18 darin vorkamen. Zu dieser indirekten Feststellung wurde die Frage verwendet: “Wie alt sind die Personen, die für Sie persönlich die stärkste sexuelle Anziehungskraft haben ? Machen Sie bitte zu beidem Angaben, sollten Sie Menschen aus beiden Geschlechtern zugetan sein”. Dabei wurden die Probanden gebeten, die betreffende range in die betreffende(n) Rubrik(en) einzutragen. Diese indirekte Feststellungsweise wurde gewählt, weil eine direkte Befragung zu konfrontativ hätte wahrgenommen werden können - mit der Gefahr von Abbrüchen statt zu einer Teilnahme zu motivieren. Spezielle Veranlassung war dabei, dass pädophile Menschen -aus Ängsten vor Providerkontrolle- hier äußerst ängstlich sind bis hin zu paranoiden Reaktionen. Nicht-Pädophile hingegen hätten angesichts des Reizworts “Pädophilie” bei direkter Fragestellung leicht abbrechen oder verweigern können, weil damit per se inzwischen bereits die Vorstellung von “Kriminalität” und dergleichen aktiviert wird, wie Erfahrungen bei der Untersuchungsplanung lehrten. Es ging nun aber vordringlich um eine möglichst unselektierte Pädophilenstichprobe. Unterschiedliche Reaktionen bei direkter Ansprache auf “Pädophilie” hätte hier schnell eine Selektion der betroffenen Teilnehmer zur Folge gehabt. Um ggf. repräsentativitätsmindernden Effekten aufgrund der Rekrutierungsquellen (s.o.) zu begegnen und zusätzlich sicherzustellen, dass die Gruppen auch eine Subgruppe aus gesichert ausschließlichen Pädophilen beinhaltet vs. gesichert Nichtpädophilen, wurden auch hiesige Klienten verschiedensten Vorstelligkeitshintergrundes aufgenommen, die Nautilus entweder vor oder nach einer diesbezüglich gründlichen Untersuchung hier vor Ort absolviert haben.

Das Verhältnis androphile : gynaephile Pädophile (ausschließliche und nicht-ausschließliche) in der Endstichprobe beträgt ca. 3 (nur Jungen) :1 (nur Mädchen). Das Verhältnis der beiden Orientierungen in der Kontrollstichprobe betrug annähernd 1:2 (Orientierung nur auf Männer : Orientierung nur auf Frauen). Davon zu unterscheiden ist sowohl in der Pädophilen- wie in der Nichtpädophilen – Gruppe ein Anteil Bisexueller in der wörtlichen Bedeutung (Nichtpädophile mit Orientierung auf Männer und Frauen; Pädophile mit Orientierung auf Jungen & Frauen; gemäß üblicher Erfahrung gab es dabei keinen bisexuellen Pädophilen des Typs Mädchen & Männer). Der Anteil ausschließlicher Pädophiler mit Orientierung nur auf präpubertäre Jungen war ca. 20 %, der Anteil Pädophiler mit ausschließlicher Orientierung auf präpubertäre Mädchen 10 %. Eine Auswertung nach den Faktoren “ausschließliche vs. nichtausschließliche Pädophilie” sowie “Androphilie vs. Gynaephilie” bleibt künftiger Veröffentlichung vorbehalten. Im Fokus der vorliegenden Arbeit steht die grundsätzliche Gültigkeit der Vorhersage in Abschnitt 1. In allen folgenden Kontexten bezieht sich diese Arbeit auf die Männer in beiden Gruppen, da im weiblichen Untersuchungskollektiv lediglich 2 pädophile Frauen waren. Die Stichprobengrößen sind somit n=82 Pädophile und n=35 Nicht-Pädophile, im Alter zwischen 21-57 Jahren (Pädophile; Mittelwert=29.4). bzw. 13-54 Jahren (Nicht-Pädophile; Mittelwert=32.8).

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