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Dipl.-Psych. M. Griesemer.
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Nautilus-Studie zur psychosexuellen Kindesentwicklung
Teilfragestellung I: Nichtpädophile vs. Pädophile
3. Ergebnisse
3.1 Eigenes Alter (EA1)
Die arithmetischen Mittelwerte betrugen 8.4 Jahre (Pädophile; s=2.9) und 9,0 Jahre (Nicht-Pädophile, s=3.1), in beiden Gruppen jeweils mit einer range vom 3. bzw. 4. Lebensjahr zum einen Extrem hin, und bis 16. Lebensjahr zum anderen. Der geringfügige Unterschied bei den beiden Mittelwerten erwies sich dabei als nicht signifikant (t-test für unabhängige Stichproben, p=0,05). Insgesamt 18 % (hier Männer mit Frauen zusammengenommen) berichteten dabei in dieser Studie ihre ersten PAs im Alter zwischen 3. und 6. Lebensjahr. Oft in diesen Reporten, machten die betreffenden Personen in freien Beantwortungsrubriken dabei Bemerkungen, die wahlweise noch immer anhaltendes Erstaunen seither oder aber aktuelle Verwirrung beim Ausfüllen offenbaren darüber, dass sexuelle Erregungen derart früh bei ihnen datierten.
3.2 Personenalter (PA1)
Die Medianwerte (unreduzierte Stichprobe) betrugen 9 Jahre (Personenalter bei den Pädophilen; s = 7.5) und.12 Jahre (Personenalter bei den Nicht-Pädophilen; s = 5.2). Deskriptiv war dabei bemerkenswert, dass der Modalscore (=häufigster Fall) dabei extrem unterschiedlich war: Bei den Pädophilen war es das Personenalter von 6 Jahren, in der Kontrollgruppe von 12 Jahren. (Selbst bei ggf. insignifikantem Ergebnis auf Medianebene müsste man sich angesichts dieser enormen Differenz dabei vor Augen halten, was eine Differenz bei 2 Kindern zwischen 6 – 11 körperlich-optisch eigentlich bedeutet, wenn eines dabei auch nur 2 Jahre jünger ist, vom Reifungsphänotyp her). In der reduzierten Stichprobe war ein Median von 9.1 Jahren festzustellen bei den Pädophilen (s=3.17), und von 11.8 Jahren bei den Nicht-Pädophilen (s=3.4). In diesem eindeutiger sexuell zu interpretierenden Stichprobenvergleich der reduzierten Gruppen (Erklärung s.o.) betrug der Modalwert 11 (Pädophile) vs. 14 (Nicht-Pädophile). Mit Blick auf die zentrale Hypothese (Abschnitt 1) ist dabei zu vermerken, dass meist 9-11 - Jährige bei Pädophilen erwartungsgemäß den präpubertären visuellen Phänotyp repräsentieren, während 14-Jährige bei den später Nicht-Pädophilen definitiv im Spektrum der veränderten Physis Jahre nach Eintritt in die Pubertät liegt. Der betreffende Altersunterschied im Alter der ersten Person von über 2 Jahren in Richtung der untersuchten Hypothese erwies sich bereits im Vergleich der beiden Mediane dabei als statistisch signifikant (Chi2-Test, p=0,05). Auch eine matched sample - Prozedur mit jeweils 5 statistischen “Zwillingen” aus Probanden, die zu finden waren mit in etwa gleichem EA1 als Parallelisierungsvariable (+/- 0,5) änderte nichts am Unterschiedsbefund. Abb. 1 zeigt den gefundenen Unterschied zur “allerersten Person” lt. Instruktion, zusammen mit den auf darauf folgenden EA/PA 2-5 in Überschau (Je zwei benachbarte Senkrechten zeigen die Verhältnisse pro 1 der 5 EA/PA-Vergleiche über Kindheit und Pubertät).

3.3 Ausreißeranalyse
Unabhängig vom vorangegangenen Gruppenvergleich mit Kindern als berichtete Personen („children with children“, CHIwCHI) entspricht jenem Ergebnis inhaltlich ein entsprechender Unterschied hinsichtlich Probanden, die stattdessen erwachsene Personen als Erstpersonen körperlicher Spontananziehung berichtet hatten („children with adults“, CHIwAD; Nota: es ging um rein sensorische Spontanwahrnehmungen bei Kindern, und sexuelle Missbrauchsfälle -auch unter Einbezug diesbezüglich unspezifizierter reeller Sexualinteraktionen- wurden dabei vorsichtshalber ausgeschlossen): Wir verglichen jene Probanden, die Erwachsene berichtetet hatten (CHIwAD = 12 %) mit Probanden, bei denen Kinder die ersten körperlichen Anziehungsgefühle in der Kindheit ausgelöst hatten (CHIwCHI = rund 80 %; vgl. Abb. 2). Die Differenz mit CHIwAD von 12 % zu 100 % ergibt sich, weil Jugendliche als erste Personen für diesen Vergleich ausgeschlossen wurden). Dabei stellte sich heraus, dass nahezu alle Probanden mit ersten Reaktionen in der Kindheit auf Erwachsene Nichtpädophile waren (28.6 % vs. 4.9 %). Alle diese pädophilen Personen waren Pädophile mit Nebenorientierung auf Erwachsene; kein einziger also war ein Pädophiler ausschließlichen Typs.
Abb. 2 zeigt die Gegenüberstellung der 3 relevanten Gruppen als Entwicklungsverlauf, zusammen mit den Onset- und Kontrollvariablen “Erste Verliebtheit” (V), Erstauftreten sexueller Aktivationen (S) und Pubertätseintritt (P). Die Gegenüberstellung in Abb. 2 legt nahe, dass, ob die erste Person ein adulter Phänotyp oder ein Kind war, eine gewisse Prognose erlaubt, ob oder ob nicht (bzw. wie schnell) die betreffenden Probanden eine sexuelle Reaktivität auf Erwachsene erwerben: Konsequent alle späteren Personen waren in der Gruppe CHIwAD älter.

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